
PROJECT TOGO PLUS · WASSER
In den Dörfern der Projektregion war Wasser lange keine Selbstverständlichkeit. Viele Familien gingen ein bis drei Kilometer zu offenen Wasserlöchern – zum Trinken, Kochen, Waschen und für alles, was ein Alltag braucht.
Ein Brunnen verändert nicht einfach nur eine Wasserquelle. Er kann Wege verkürzen, hygienische Risiken verringern und verlässliches Wasser dorthin bringen, wo Familien, Schulen und gemeinschaftliche Einrichtungen darauf angewiesen sind.
Unternehmen können den nächsten abgestimmten Schritt der lokalen Wasserversorgung zweckgebunden unterstützen.
WORUM ES GEHT
Wasser ist nicht nur eine Frage der Menge. Es ist eine Frage von Zeit, Gesundheit und Verlässlichkeit.
Zu Beginn von PROJECT TOGO gab es in den umliegenden Dörfern kein Wasserleitungsnetz und kaum sichere Möglichkeiten, an Trinkwasser zu gelangen. Offene Wasserlöcher füllten sich in der Regenzeit. Menschen und Tiere nutzten dieselben Stellen. In der Trockenzeit verschlechterte sich die Wasserqualität deutlich.
Das tägliche Wasserholen kostete Kraft und viele Stunden. Für Familien war es Teil des Alltags. Für Schulen, Produktionsstätten und gemeinschaftliche Einrichtungen fehlte damit eine verlässliche Grundlage.

EIN BRUNNEN BEGINNT NICHT MIT DER PUMPE.
Geeignete Bohrstellen zu finden, ist in der Region nicht selbstverständlich. Zu Beginn standen keine leicht zugänglichen hydrologischen Untersuchungen zur Verfügung. Deshalb wurde zunächst auch eine örtlich bekannte traditionelle Methode genutzt: Ein Kokosnussgänger markierte mögliche Wasserstellen und überprüfte sie mehrfach aus verschiedenen Richtungen.
Diese Vorgehensweise gehört zur Geschichte der Brunnen. Sie ist jedoch kein wissenschaftlicher Nachweis. Ob Wasser tatsächlich vorhanden ist, zeigt erst die Bohrung. Seine Qualität wird anschließend im Labor geprüft.
An den bislang ausgewählten Standorten wurde Wasser gefunden.

DER WEG ZUM WASSER IST TEIL DER AUFGABE.
Besonders die letzte Strecke zwischen befestigter Straße und Dorf ist aufwendig. Der Transport der Technik kann einen ganzen Tag dauern und verursacht einen erheblichen Teil der Kosten.
Auch die Bohrung selbst bleibt anspruchsvoll. Einzelne Bohrungen reichen bis zu etwa 120 Meter tief in den Boden. Erst wenn Wasser gefunden, das Bohrloch stabilisiert und die Qualität geprüft wurde, kann aus einer Bohrung eine verlässliche Wasserstelle werden.


AUS EINER BOHRUNG WIRD EINE VERSORGUNG.
Sie befördert das Wasser in einen erhöhten Kunststofftank, der mehrere Tausend Liter aufnehmen kann.
Von dort fließt das Wasser durch die Schwerkraft zu Zapfstellen, Schulen, Produktionsgebäuden oder über kleinere Leitungsnetze in das jeweilige Dorf.
Die konkrete Ausführung richtet sich nach Standort und Bedarf. Abhängig von Auslegung, Fördermenge und Nutzung kann ein Brunnen nach den bisherigen Projekterfahrungen bis zu rund 2.000 Menschen versorgen.
Ein Brunnen ist nicht fertig, wenn Wasser aus der Leitung kommt. Er ist dann wertvoll, wenn die Versorgung auch morgen noch funktioniert.
BETRIEB IST KEINE NEBENSACHE.
In der Regel übernimmt das Dorfentwicklungskomitee Verantwortung für Pflege, Nutzung und die Meldung technischer Probleme.
In einigen Dörfern zahlen Nutzerinnen und Nutzer einen kleinen Betrag im Centbereich. Daraus kann eine lokale Rücklage für kleinere Reparaturen entstehen.
PROJECT TOGO begleitet die Anlagen auch nach der Übergabe: mit wiederholten Kontrollen, Wasserproben und Laboruntersuchungen in Lomé. Die Ergebnisse unterscheiden sich je nach Standort. Teilweise ist die Wasserqualität sehr hoch. An anderen Stellen schmeckt das Wasser aufgrund seines Mineralgehalts leicht salzig, ist nach den vorliegenden Untersuchungen jedoch gesundheitlich unbedenklich.
VERTRAUEN ENTSTEHT IM ALLTAG.
Es war klar, geruchlos und fast geschmacklos – ganz anders als das Wasser aus den bekannten Tümpeln.
Die technische Lösung allein verändert noch keine Gewohnheit. Vertrauen entstand mit der täglichen Nutzung.
Heute gehören die Brunnen zum Alltag der Dörfer. Die Menschen wissen, wer sich kümmert, wo Störungen gemeldet werden können und welchen Unterschied eine verlässliche Versorgung für Familien, Schulen und gemeinschaftliche Einrichtungen macht.
WAS EIN KUNDENENGAGEMENT ERMÖGLICHEN KANN
01
Standort und Tiefbrunnen
Erkundung eines geeigneten Standorts, Bohrung und fachgerechter Ausbau eines Tiefbrunnens.
02
Transport der Bohrtechnik
Anfahrt und Geländetransport der Bohrtechnik.
03
Pumpe, Tank und Zapfstellen
Pumpe, Wassertank, Trägerkonstruktion, Leitungen und Zapfstellen.
04
Anbindung vor Ort
Anbindung einer Schule, eines Gemeinschaftsgebäudes oder einer Produktionsstätte.
05
Betrieb und Reparaturen
Laboranalysen, Wartung, Ersatzteile und Reparaturreserve.
06
Verantwortung im Dorf
Einweisung des Dorfentwicklungskomitees und klare Zuständigkeiten für den Betrieb.
Ein Beitrag kann den vollständigen Bau eines Brunnens ermöglichen oder einen klar abgegrenzten Teil davon unterstützen.
WORÜBER WIR BERICHTEN
Dokumentiert werden können unter anderem:
Standort und technische Auslegung
Tiefe und Ergebnis der Bohrung
versorgte Dörfer und Einrichtungen
geschätzte Zahl der Nutzerinnen und Nutzer
Ergebnisse der Wasseranalysen
Betriebsunterbrechungen, Wartungen und Reparaturen
Stand der lokalen Rücklage
offene Herausforderungen und nächste Maßnahmen
KLAR EINGEORDNET
Es unterstützt einen konkreten Projektbereich von PROJECT TOGO in Togo.
Es findet außerhalb der eigenen Wertschöpfungskette statt und wird getrennt von CO₂e-Bilanzen dokumentiert. Der Beitrag wird nicht mit einem Product oder Corporate Carbon Footprint verrechnet und verändert keine berechneten Emissionen.
Unternehmen unterstützen die lokale Wasserversorgung. Was umgesetzt wurde und wie die Anlagen betrieben werden, wird nachvollziehbar dokumentiert.
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