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08.07.2026

SBTi im Mittelstand: Warum Klimaziele mehr brauchen als ein gutes Vorhaben

SBTi im Mittelstand: Warum Klimaziele mehr brauchen als ein gutes Vorhaben

SBTi im Mittelstand: Warum Klimaziele mehr brauchen als ein gutes Vorhaben

SBTi beginnt nicht mit dem Ziel, sondern mit der CO₂-Bilanz. Erfahren Sie, warum Scope 3, Datenqualität und Reduktionspfade entscheidend sind.

SBTi beginnt nicht mit dem Ziel, sondern mit der CO₂-Bilanz. Erfahren Sie, warum Scope 3, Datenqualität und Reduktionspfade entscheidend sind.

SBTi beginnt nicht mit dem Ziel, sondern mit der CO₂-Bilanz. Erfahren Sie, warum Scope 3, Datenqualität und Reduktionspfade entscheidend sind.

nO

Gedanken von

Target with an arrow in the center as a symbol for science-based climate targets and reduction pathways under SBTi.

Zielscheibe mit Pfeil im Zentrum als Symbol für wissenschaftsbasierte Klimaziele und Reduktionspfade nach SBTi.

In diesem Beitrag

Warum SBTi für Unternehmen relevant wird

Was die SBTi eigentlich macht

Warum Scope 3 die größte Hürde ist

Warum SBTi für Unternehmen relevant wird

Warum SBTi für Unternehmen relevant wird

Ein Klimaziel ist schnell formuliert. Schwieriger ist die Frage, ob es auch fachlich trägt. Genau darum geht es bei SBTi: nicht um ein weiteres Label für die Kommunikation, sondern um die methodische Herleitung eines Reduktionspfads. Und damit beginnt der Prozess viel früher als viele denken – bei der CO₂-Bilanz.

Viele Unternehmen beschäftigen sich nicht mit SBTi, weil sie freiwillig ein weiteres Nachhaltigkeitssystem einführen möchten.

Häufig entsteht der Anlass deutlich praktischer: Ein Kunde fragt nach Klimazielen. Ein Konzern erwartet wissenschaftsbasierte Reduktionsziele in der Lieferkette. Ein Handelsunternehmen fordert Emissionsdaten. Eine Ausschreibung fragt nach einem Reduktionspfad. Oder die Geschäftsführung möchte wissen, ob die eigene Klimastrategie belastbar genug ist.

Damit verändert sich die Rolle von Klimazielen. Sie sind nicht mehr nur ein freiwilliges Signal nach außen, sondern werden zunehmend Teil von Lieferantenbewertungen, Kundenanforderungen, Finanzierungsfragen und strategischer Unternehmenssteuerung.

Die Science Based Targets initiative bietet dafür einen international anerkannten Rahmen. Unternehmen können Klimaziele entwickeln und zur Validierung einreichen. Die SBTi Services prüfen, ob die eingereichten Ziele die relevanten Standards, Kriterien und Methoden erfüllen. Validierung bedeutet also nicht, dass ein Unternehmen einfach ein ambitioniertes Ziel formuliert. Es bedeutet, dass dieses Ziel anhand festgelegter Anforderungen geprüft wird.

Für Unternehmen ist genau das der entscheidende Punkt: Ein SBTi-Ziel ist nicht nur eine Kommunikationsaussage. Es ist ein methodisch abgeleiteter Zielpfad.

Grundlagen

Was die SBTi eigentlich macht

Was die SBTi eigentlich macht

Was die SBTi eigentlich macht

Die Science Based Targets initiative entwickelt Standards, Kriterien, Tools und Leitlinien, mit denen Unternehmen Treibhausgas-Reduktionsziele im Einklang mit der Klimawissenschaft setzen können.

Der Corporate Net-Zero Standard beschreibt Zielsetzungen, die mit dem Ziel vereinbar sein sollen, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen und Netto-Null bis spätestens 2050 zu erreichen.

Dabei geht es nicht nur um eine langfristige Netto-Null-Aussage. Für viele Unternehmen sind vor allem kurzfristigere, sogenannte Near-Term Targets relevant. Diese Ziele beschreiben, wie Emissionen innerhalb eines näheren Zeitraums reduziert werden sollen. Grundlage ist die Treibhausgasbilanz des Unternehmens.

Die SBTi unterscheidet dabei zwischen Scope 1, Scope 2 und Scope 3. Scope 1 umfasst direkte Emissionen, etwa aus eigenen Brennstoffen oder Fuhrpark. Scope 2 umfasst Emissionen aus eingekaufter Energie. Scope 3 umfasst indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette, etwa aus eingekauften Waren, Transporten, Geschäftsreisen, Nutzung verkaufter Produkte oder Entsorgung.

Gerade Scope 3 ist für viele Unternehmen entscheidend. Nach den aktuellen SBTi-Kriterien müssen relevante Scope-3-Emissionen in Near-Term Targets einbezogen werden, wenn sie 40 Prozent oder mehr der gesamten Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen ausmachen. Die entsprechenden Scope-3-Ziele müssen dann einen ausreichenden Anteil dieser Emissionen abdecken.

Das zeigt: SBTi beginnt nicht mit einer Zielformulierung. SBTi beginnt mit der Frage, ob die Emissionsbasis vollständig und belastbar genug ist.

SBTi beginnt nicht mit einer Zielformulierung. SBTi beginnt mit der Frage, ob die Emissionsbasis vollständig und belastbar genug ist.

SBTi beginnt nicht mit einer Zielformulierung. SBTi beginnt mit der Frage, ob die Emissionsbasis vollständig und belastbar genug ist.

SBTi beginnt nicht mit einer Zielformulierung. SBTi beginnt mit der Frage, ob die Emissionsbasis vollständig und belastbar genug ist.

Scope 3

Der erste Schritt ist nicht das Ziel, sondern die Bilanz

Der erste Schritt ist nicht das Ziel, sondern die Bilanz

Der erste Schritt ist nicht das Ziel, sondern die Bilanz

In der Praxis möchten Unternehmen oft schnell wissen, welches Ziel sie setzen können. Das ist verständlich. Klimaziele wirken nach außen klarer als Datentabellen, Emissionsfaktoren und Scope-3-Kategorien.

Trotzdem ist die Zielzahl nicht der Anfang.

Der Anfang ist die CO₂-Bilanz.

Ein Unternehmen muss wissen, welche Emissionen in Scope 1 und 2 entstehen, welche Scope-3-Kategorien relevant sind, welche Datenquellen genutzt wurden, welche Annahmen enthalten sind und wo noch Unsicherheiten bestehen. Ohne diese Grundlage lässt sich kein belastbarer Reduktionspfad ableiten.

Eine unvollständige Bilanz führt schnell zu falschen Prioritäten. Wenn Scope 3 nur grob oder gar nicht betrachtet wird, obwohl dort der größte Teil der Emissionen liegt, kann ein Ziel zwar gut klingen, aber methodisch nicht tragen. Wenn Standorte fehlen, Daten nicht sauber abgegrenzt sind oder Emissionsquellen falsch zugeordnet werden, wird die spätere Validierung schwieriger.

Deshalb sollte ein SBTi-Prozess mit einer nüchternen Prüfung beginnen:

Eine Frage für zwischendurch

Welche Grundlagen braucht ein Klimaziel, damit es fachlich trägt?

Welche Grundlagen braucht ein Klimaziel, damit es fachlich trägt?

Welche Grundlagen braucht ein Klimaziel, damit es fachlich trägt?

01

Ist die Treibhausgasbilanz GHG-Protocol-konform aufgebaut?

02

Sind Scope 1 und Scope 2 vollständig erfasst? Welche Scope-3-Kategorien sind relevant?

03

Wie hoch ist der Anteil von Scope 3 an den Gesamtemissionen? Welche Daten sind belastbar, welche geschätzt?

04

Welche Emissionsquellen wurden ausgeschlossen, und warum? Welche Datenqualität ist für eine Zielableitung ausreichend?

Readiness & Umsetzung

Warum Scope 3 die größte Hürde ist

Warum Scope 3 die größte Hürde ist

Warum Scope 3 die größte Hürde ist

Für viele Unternehmen liegt die eigentliche Herausforderung nicht in Scope 1 und Scope 2.

Eigene Brennstoffe, Fuhrpark, Kältemittel, Strom und Wärme lassen sich meist vergleichsweise gut erfassen. Nicht immer sofort, aber mit klarer Zuständigkeit und ordentlichen Datenquellen.

Scope 3 ist schwieriger, weil die Emissionen außerhalb des direkten Einflussbereichs entstehen. Eingekaufte Waren, Dienstleistungen, Materialien, Verpackungen, Transporte, Nutzung verkaufter Produkte oder Entsorgung hängen von Lieferanten, Kunden, Logistikpartnern und Annahmen ab.

Genau dort wird SBTi anspruchsvoll. Ein Unternehmen kann nicht einfach sagen: „Scope 3 ist kompliziert, deshalb lassen wir es weg.“ Wenn Scope 3 wesentlich ist, muss es angemessen berücksichtigt werden. Das bedeutet nicht, dass im ersten Schritt jede Information perfekt sein muss. Es bedeutet aber, dass Relevanz, Datenquellen, Annahmen und Zielabdeckung fachlich sauber begründet werden müssen.

Gerade mittelständische Unternehmen unterschätzen diesen Punkt häufig. Sie haben oft viele Daten im Einkauf, in Stücklisten, in Transportrechnungen, in Materiallisten oder in Kundeninformationen. Diese Daten liegen aber nicht automatisch so vor, dass daraus eine Scope-3-Bilanz und ein SBTi-konformer Zielpfad entstehen.

Scope 3 ist deshalb nicht nur eine Rechenaufgabe. Es ist eine Strukturierungsaufgabe.

SBTi ist kein Zielwunsch, sondern ein Prüfprozess

Ein häufiger Fehler besteht darin, Klimaziele aus dem Bauch heraus zu formulieren. Zum Beispiel: „Wir reduzieren unsere Emissionen bis 2030 um 50 Prozent.“

Solche Aussagen können ambitioniert wirken. Entscheidend ist aber, ob sie zur Bilanz, zum Basisjahr, zur Methode, zum Unternehmenswachstum, zu Scope 3 und zu den SBTi-Kriterien passen.

Die SBTi-Validierung prüft, ob ein eingereichtes Ziel den jeweils relevanten Standards, Methoden und Kriterien entspricht. Unternehmen müssen dafür ihre Emissionsdaten berechnen, die passende Methodik anwenden und ihre Ziele über SBTi Services zur Prüfung einreichen.

Für Unternehmen bedeutet das: Der Prozess sollte nicht erst kurz vor der Einreichung fachlich geprüft werden. Sinnvoller ist es, die SBTi-Anforderungen von Anfang an mitzudenken.

Dazu gehören unter anderem:

  • die Wahl eines geeigneten Basisjahres,

  • die vollständige Erfassung relevanter Emissionsquellen,

  • die Prüfung von Scope-3-Relevanz und Zielabdeckung,

  • die Auswahl der passenden Zielmethode,

  • die Einordnung von Tochtergesellschaften, Standorten und Geschäftsbereichen,

  • die Bewertung von Datenlücken,

  • die Dokumentation von Annahmen,

  • die Vorbereitung der Einreichungsunterlagen.

Wer diese Punkte erst am Ende prüft, riskiert Korrekturschleifen. Wer sie früh einordnet, kann Zeit sparen und Zielpfade realistischer entwickeln.

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