Effiziente Kochtechnologien und Wasseraufbereitung für Klimaschutz
Improved Cookstove and Safe Water Programme, Kenia und Nigeria
Das Projekt verbessert grundlegende Lebensbedingungen dort, wo sie den Alltag direkt prägen. In Kenia und Nigeria erhalten Haushalte Zugang zu effizienteren Kochtechnologien und zu sicher aufbereitetem Trinkwasser.
Verbesserte Kochöfen ersetzen das Kochen mit Holzkohle oder offenem Feuer, während Wasseraufbereitungslösungen den Brennstoffbedarf senken. Dadurch reduzieren sich Rauch, Emissionen sowie Zeit- und Kostenaufwand für Haushalte. Ein Projekt, das zeigt, wie sauberes Kochen und sicheres Wasser Klimaschutz und soziale Wirkung verbinden – effizient, alltagstauglich und mit messbarem Effekt.
Technische Projektdaten – (GS11189)
Die wichtigsten Fakten zum Kochofen- und Trinkwasserprojekt auf einen Blick.
| Parameter | Beschreibung | Quelle |
|---|---|---|
| Projektstandort | Kenia und Nigeria; landesweite Umsetzung in mehreren Regionen | PoA Design Document (PoA-DD), Abschnitt A.2 |
| Projekttyp | Kombiniertes Programm zur Verteilung verbesserter Kochöfen und zur Bereitstellung sicherer Wasseraufbereitungslösungen | PoA-DD, Abschnitt A.1 |
| Projektstandard | Gold Standard for the Global Goals (GS4GG) | Gold Standard Registry |
| Methodologie | Technologies and Practices to Displace Decentralized Thermal Energy Consumption \n• Safe Water Supply (household-level water treatment) | PoA-DD, Methodology Sections |
| Projektbeginn | Erste Projektaktivitäten vor Start der aktuellen Kreditierungsperiode | PoA-DD, Abschnitt A.1 |
| Crediting Period | Aktive Kreditierungsperiode gemäß Gold Standard; PoA-typisch mehrfach erneuerbar | Gold Standard Registry |
| Projektstatus | Registriertes und verifiziertes Gold-Standard-Projekt (PoA), aktiv | Gold Standard Registry |
| Art der Technologie - Kochen | Verbesserte, nicht-elektrische Kochöfen für Haushalte | PoA-DD, Technology Description |
| Art der Technologie – Wasser | Haushaltsbasierte Wasseraufbereitung (z. B. Filter- oder Desinfektionslösungen) | PoA-DD, Technology Description |
| Brennstofftyp (Kochen) | Holzkohle und andere feste Biomasse | PoA-DD |
| Wirkungsansatz Wasser | Vermeidung des Abkochens von Trinkwasser und damit Reduktion des Brennstoffverbrauchs | PoA-DD |
| Lebensdauer der Technologien | Mehrjährige Nutzungsdauer je nach Technologie und Komponente | PoA-DD |
| Hauptwirkungsmechanismus | • Reduzierter Verbrauch nicht erneuerbarer Biomasse (Kochen) \n• Vermeidung von Brennstoffeinsatz zur Wasseraufbereitung | PoA-DD, Impact Sections |
| Emissionsminderungen | Emissionsreduktionen aus Kochen und Wasseraufbereitung, abhängig von umgesetzten CPA-Aktivitäten | Monitoring Reports |
| Carbon-Credit-Rating | Derzeit kein externes Carbon-Credit-Rating ausgewiesen | Gold Standard Registry |
| Carbon-Credit-Rating-Type | Keine projektbezogene Bewertung durch unabhängige Ratingagenturen veröffentlicht | – |
| Artikel-6-Autorisierung (Pariser Abkommen) | Keine Autorisierung gemäß Artikel 6 ausgewiesen | Gold Standard Registry |
| CCP-Status (ICVCM) | Derzeit keine CCP-Klassifizierung veröffentlicht | ICVCM / Projektangaben |
| Umgang mit Doppelzählungsrisiken | Emissionsminderungen werden gemäß Gold-Standard-Regelwerk eindeutig zugeordnet und registriert | Gold Standard Rules |
| Langfristigkeit der Emissionsminderung | Emissionsminderungen entstehen über die Nutzungsdauer der Kochöfen und Wasseraufbereitungssysteme; kontinuierliche Wirkung durch fortlaufende Verteilung | Project Design & Monitoring Reports |
| Risikomanagement & Absicherung | Regelmäßige Nutzungserhebungen, Monitoring, unabhängige Verifizierung sowie soziale und ökologische Safeguards nach Gold-Standard-Vorgaben | Gold Standard Safeguard System |
| Monitoring & Verifizierung | Regelmäßiges Monitoring der Nutzung und unabhängige Verifizierung durch akkreditierte Prüfer | Monitoring & Verification Reports |
| Zusätzlichkeit | Umsetzung und Skalierung des Programms wirtschaftlich nur durch Erlöse aus dem Klimaschutzmarkt möglich | Additionality Assessment (GS) |
Was das Projekt beitragen kann
Hier fassen wir zusammen, was das Projekt tatsächlich erreichen soll und welche praktischen Veränderungen dadurch möglich werden.
- 1
Sauberer kochen und sicheres Wasser statt offenes Feuer
In Kenia und Nigeria ersetzen verbesserte Kochöfen das Kochen mit offenem Feuer oder ineffizienten Holzkohleöfen. Ergänzend ermöglichen Wasseraufbereitungslösungen den Zugang zu sicherem Trinkwasser, ohne dass Wasser abgekocht werden muss. Dadurch sinken Brennstoffverbrauch und Emissionen deutlich – ein messbarer Beitrag zur Emissionsminderung in Haushalten, die bislang stark auf traditionelle Biomassenutzung angewiesen sind.
- 2
Alltag spürbar entlasten
Effizientere Kochöfen verkürzen Kochzeiten und reduzieren den Bedarf an Holzkohle. Gleichzeitig entfällt der zusätzliche Brennstoffeinsatz für das Abkochen von Trinkwasser. Haushalte sparen Zeit und Geld, und der tägliche Aufwand für Brennstoffbeschaffung wird deutlich reduziert.
- 3
Nachhaltige Nutzung von Biomasse fördern
Durch den geringeren Verbrauch nicht erneuerbarer Biomasse beim Kochen und bei der Wasseraufbereitung trägt das Projekt dazu bei, den Druck auf lokale Holzressourcen zu senken. Weniger Brennstoffbedarf bedeutet langfristig auch weniger Entwaldung und eine nachhaltigere Nutzung vorhandener Ressourcen.
- 4
Lokale Wertschöpfung stärken
Das Projekt unterstützt lokale Produktions-, Vertriebs- und Servicenetze für Kochöfen und Wasseraufbereitungstechnologien. Investitionen in Schulung, Qualitätssicherung und Marktentwicklung tragen dazu bei, stabile Strukturen aufzubauen und Einkommen sowie Know-how vor Ort zu stärken.
- 5
Gesundheit und Umweltbelastung reduzieren
Effizientere Verbrennung und der Wegfall offener Feuerstellen führen zu deutlich weniger Rauch in Haushalten. Das verbessert die Luftqualität in Innenräumen und reduziert gesundheitliche Belastungen, insbesondere für Frauen und Kinder. Gleichzeitig sinken Umweltbelastungen im Vergleich zu traditionellen Koch- und Wasseraufbereitungsmethoden.
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Globale Klimabedeutung
Emissionsminderung
Durch den Einsatz effizienter Kochöfen und den Wegfall des Abkochens von Trinkwasser werden jedes Jahr erhebliche Mengen Treibhausgase vermieden. Die Emissionsminderung entsteht vor allem durch den deutlich geringeren Verbrauch nicht erneuerbarer Biomasse in Haushalten. Ein messbarer Beitrag zur Reduktion von Emissionen in einem bislang wenig regulierten, aber klimarelevanten Sektor.
Reduzierter Brennstoffverbrauch
Die verbesserten Kochöfen benötigen deutlich weniger Holzkohle als traditionelle Kochstellen. Zusätzlich entfällt der Brennstoffeinsatz für das Abkochen von Trinkwasser. Ohne das Projekt wäre der Gesamtbrennstoffbedarf in den Haushalten erheblich höher. Der geringere Verbrauch entlastet natürliche Ressourcen und senkt die Nachfrage nach nicht erneuerbarer Biomasse.
Weniger Rauch und Verbrennung
Effizientere Kochtechnologien und sichere Wasseraufbereitung reduzieren offene Feuerstellen und ineffiziente Verbrennungsprozesse. Dadurch entstehen weniger Rauchgase und Schadstoffe in den Haushalten, während gleichzeitig Emissionen aus unvollständiger Verbrennung sinken. Das Projekt verbindet Klimaschutz mit einer spürbaren Reduktion lokaler Umweltbelastungen.
Zusätzlichkeit
Der Aufbau eines kombinierten Programms für sauberes Kochen und sichere Wasseraufbereitung wäre ohne die Einnahmen aus dem Klimaschutzmarkt nicht in diesem Umfang möglich gewesen. Erlöse aus CO₂-Zertifikaten ermöglichen Investitionen in Technologieverteilung, Qualitätssicherung und Monitoring. Ohne diese Klimafinanzierung wäre das Projekt langsamer, kleiner oder nicht umgesetzt worden.
Sustainable Development Goals (SDGs) - Die relevanten und die ergänzenden Beiträge
Neben der Reduktion von Treibhausgasemissionen erzeugt das Projekt in Kenia und Nigeria zusätzliche positive Effekte für Haushalte, Umwelt und lokale Wirtschaft. Dadurch wird ein Engagement im Sinne der UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) unterstützt. Die wichtigsten Beiträge dieses Projekts liegen bei SDG 7 (Bezahlbare und saubere Energie), SDG 6 (Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen) und SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz). Weitere Ziele werden sekundär oder ergänzend unterstützt. Einige SDGs gelten als Randbeiträge, die häufig genannt werden, in der Praxis jedoch eher indirekt wirken.
Das Projekt ermöglicht Haushalten den Zugang zu effizienteren Kochtechnologien. Verbesserte Kochöfen ersetzen ineffiziente Feuerstellen und senken den Brennstoffbedarf deutlich.
Beitrag: Effizientere Nutzung von Energie beim Kochen und geringerer Verbrauch nicht erneuerbarer Biomasse.Durch Haushaltslösungen zur Wasseraufbereitung erhalten Familien Zugang zu sicherem Trinkwasser, ohne Wasser durch Abkochen aufbereiten zu müssen.
Beitrag: Verbesserter Zugang zu sauberem Trinkwasser und Verringerung des Energieeinsatzes für die Wasseraufbereitung.Der reduzierte Brennstoffverbrauch beim Kochen und der Wegfall des Abkochens von Wasser führen zu erheblichen jährlichen CO₂e-Einsparungen. Das Projekt adressiert Emissionen aus dem Haushaltssektor, der bislang kaum reguliert ist, aber klimarelevant wirkt.
Beitrag: Messbare Reduktion von Treibhausgasemissionen durch effizientere Koch- und Wasseraufbereitungsmethoden.Das Projekt unterstützt lokale Hersteller, Vertriebs- und Servicenetze für Kochöfen und Wasseraufbereitungstechnologien. Dadurch entstehen Einkommen, Arbeitsplätze und unternehmerische Perspektiven.
Beitrag: Stärkung lokaler Wertschöpfung und Beschäftigung in Produktion, Vertrieb und Wartung.Der geringere Brennstoffverbrauch führt zu einem bewussteren Umgang mit natürlichen Ressourcen. Haushalte benötigen weniger Holzkohle und setzen Energie effizienter ein.
Beitrag: Ressourcenschonendere Nutzung von Biomasse im Haushaltssektor.Weniger Rauch durch effizienteres Kochen sowie der Zugang zu sicherem Trinkwasser verbessern die Lebens- und Gesundheitsbedingungen in den Haushalten.
Beitrag: Indirekte positive Effekte auf Gesundheit, insbesondere für Frauen und Kinder.Der reduzierte Verbrauch nicht erneuerbarer Biomasse kann langfristig dazu beitragen, den Druck auf Waldressourcen zu verringern.
Beitrag: Unterstützend, jedoch kein direkter Naturschutzmechanismus.
So entsteht die CO₂-Einsparung
Saubere Kochöfen verbrauchen deutlich weniger Brennstoff als traditionelle Feuerstellen. Dadurch wird weniger Holz, Holzkohle oder andere Biomasse verbrannt – und genau das reduziert CO₂-Emissionen.
Die eingesparte Brennstoffmenge lässt sich erfassen und bildet die Grundlage für CO₂-Zertifikate.
Herkömmliche Kochstellen sind oft ineffizient und benötigen große Mengen Holz oder Kohle. Effiziente Öfen nutzen Wärme besser aus, verbrennen sauberer und verkürzen die Kochzeit. Jede eingesparte Brennstoffeinheit bedeutet weniger Emissionen aus der Verbrennung.
Je nach Region und genutztem Brennstoff gibt es klar definierte Emissionsfaktoren, die angeben, wie viel CO₂ pro Kilogramm Holz oder Kohle entsteht.
Für Projekte wird berechnet, wie viel Brennstoff ohne den sauberen Ofen verbraucht worden wäre (Baseline) und wie viel tatsächlich benötigt wird. Die Differenz zeigt, wie viele Emissionen vermieden wurden. Diese Werte werden geprüft und regelmäßig aktualisiert – und daraus entstehen die CO₂-Zertifikate.
Einordnung und Transparenz
Dieses kombinierte Projekt für sauberes Kochen und sichere Wasseraufbereitung ist nach dem Gold Standard for the Global Goals registriert und wird regelmäßig überwacht und verifiziert. Die ausgewiesenen Emissionsminderungen basieren auf geprüften Monitoringberichten sowie anerkannten Methoden zur Berechnung von Treibhausgasreduktionen im Haushaltssektor.
Das Projekt steht exemplarisch für Klimaschutzmaßnahmen im Haushaltssektor, die sauberes Kochen und sichere Wasseraufbereitung verbinden und messbar, nachvollziehbar sowie langfristig angelegt sind.