Windstrom aus dem Borey-Energo-Projekt
Borey Energo, Kasachstan
Das Borey-Energo-Windprojekt in der Akmola-Region im Norden Kasachstans setzt dort an, wo Emissionen im Alltag des Energiesystems entstehen: bei der Stromerzeugung aus fossilen Quellen. Ziel ist es, erneuerbaren Windstrom großskalig zu erzeugen und direkt ins öffentliche Netz einzuspeisen – als reale Alternative zu konventioneller Strombereitstellung.
Konkret umfasst das Projekt 20 Windenergieanlagen mit jeweils 5,0 MW Leistung und einer installierten Gesamtleistung von 100 MW. Der erzeugte Strom wird kontinuierlich in das kasachische Stromnetz eingespeist. Jede erzeugte Kilowattstunde Windstrom kann dabei rechnerisch Strom aus dem bestehenden, teilweise fossil geprägten Netz-Mix ersetzen – und genau an dieser Stelle entsteht die Klimawirkung.
Ein Projekt, das zeigt, wie Windenergie als funktionierende Infrastruktur wirkt: nicht als Pilot oder Symbol, sondern als laufender Beitrag zur Stromversorgung – mit messbarer Einspeisung, direkter Verdrängung konventioneller Erzeugung und Klimawirkung dort, wo Energie tatsächlich genutzt wird.
Technische Projektdaten – GS 4273
Die wichtigsten Fakten zum Windenergieprojekt auf einen Blick.
| Parameter | Beschreibung | Quelle |
|---|---|---|
| Projektstandort | Kasachstan; Akmola-Region (nördliches Kasachstan); Projektgrenze und Koordinaten dokumentiert. | PDD, Section A.2 |
| Projekttyp | Netzgekoppeltes Onshore-Windenergieprojekt zur Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie (Energiesektor). | PDD, Section A.1 |
| Projektstandard | Gold Standard for the Global Goals (GS4GG). | Project information / Registration section |
| Zusatzstandard | Kein zusätzlicher Standard ausgewiesen. | Projektangaben |
| Projektentwickler | Borey Energo LLP (Project Proponent / Betreiber). | PDD, Section A.1 |
| Technologie / Ansatz | Betrieb eines Windparks mit 20 Windenergieanlagen à 5,0 MW; installierte Gesamtleistung 100 MW; Netzeinspeisung ins öffentliche Stromnetz. | PDD, Section A.1; Technical description |
| Baseline-Szenario | Ohne Projekt würde die entsprechende Strommenge durch das bestehende Stromsystem bereitgestellt, einschließlich fossiler Stromerzeugung im Netz-Mix. | PDD, Section B.1 |
| Methodologie | ACM0002 – Grid-connected electricity generation from renewable sources (angewendete Version gemäß Projektunterlagen). | PDD, Section A.3 |
| Projektbeginn | Beginn der Projektaktivität gemäß Projektzeitplan (Inbetriebnahme der Windenergieanlagen dokumentiert). | PDD, Section C.1 |
| Crediting Period | Mehrere aufeinanderfolgende Crediting Periods innerhalb der maximalen GS-Laufzeit (bis zu 15 Jahre). | PDD, Section A.4 |
| Projektstatus | Projekt im Betrieb; unter Gold Standard registriert; Monitoring, Verifizierung und Issuance vorgesehen. | Monitoring/Verification summary |
| Jährliche Emissionsminderungen | Emissionsminderungen aus verdrängter fossiler Stromerzeugung; Höhe je Monitoringperiode ausgewiesen. | Monitoring Report, ER summary |
| Hauptwirkungsmechanismus | Verdrängung emissionsintensiver Netzstromerzeugung durch gemessene Einspeisung von Windstrom ins öffentliche Stromnetz. | PDD, Section A.1 & B.1 |
| Monitoring & Verifizierung | Erfassung der Stromerzeugung und Netzeinspeisung über Zähler und Datensysteme; unabhängige Verifizierung im GS-Prozess. | Monitoring Report, Monitoring approach |
| Zusätzlichkeit | Zusätzlichkeit über die in ACM0002 vorgesehenen Tools und Analysen hergeleitet. | PDD, Additionality section |
| Permanenz & Risikomanagement | Keine Permanenzproblematik wie bei AFOLU; Risiken liegen v. a. in Mess- und Datenqualität und werden über Monitoring und QA/QC adressiert. | Monitoring section |
| Carbon-Credit-Rating | Kein externes Carbon-Credit-Rating ausgewiesen. | Projektangaben |
| Carbon credit rating type | Keine projektbezogene externe Bewertung (z. B. BeZero, Sylvera). | Projektangaben |
| Artikel-6-Autorisierung (Pariser Abkommen) | Keine Angabe zur Artikel-6-Autorisierung. | Projektangaben |
| CCP-Status (ICVCM) | Keine CCP-Klassifizierung ausgewiesen. | Projektangaben |
| Umgang mit Doppelzählungsrisiken | Emissionsminderungen werden ausschließlich über den Gold-Standard-Registerprozess ausgegeben; keine parallelen Programme angegeben. | Monitoring / Project declarations |
| Monitoring-Ansatz | Kontinuierliche Messung der Stromerzeugung und Netzeinspeisung; periodische Berichterstattung und unabhängige Prüfung. | Monitoring Report, Sections D.1–D.3 |
| Projektlaufzeit / Langfristigkeit | Erwartete technische Lebensdauer der Windenergieanlagen rund 20 Jahre; langfristiger Betrieb über mehrere Crediting Periods. | PDD, Section C.1.2 |
| Beitrag zur nationalen Klimastrategie | Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung und zur Reduktion fossiler Erzeugung im kasachischen Stromsystem. | PDD, Section A.1 |
Was das Projekt beitragen kann
Hier fassen wir zusammen, was das Projekt tatsächlich erreichen soll und welche praktischen Veränderungen dadurch möglich werden.
- 1
Erneuerbaren Strom in der Region bereitstellen
Das Borey-Energo-Windprojekt erzeugt Strom aus Windenergie und speist ihn kontinuierlich in das öffentliche Stromnetz ein. Damit entsteht zusätzliche erneuerbare Erzeugungskapazität in einer Region, in der Strom bislang stark aus konventionellen Quellen stammt.
- 2
Fossile Stromerzeugung im Alltag ersetzen
Jede Kilowattstunde Windstrom, die ins Netz eingespeist wird, reduziert den Bedarf an Strom aus fossilen Kraftwerken. Die Emissionsminderung entsteht direkt im laufenden Betrieb des Energiesystems – dort, wo Strom tatsächlich erzeugt und verbraucht wird.
- 3
Versorgung robuster und breiter aufstellen
Der Windpark trägt dazu bei, den regionalen Strommix zu diversifizieren. Zusätzliche, lokal erzeugte Leistung macht das System weniger abhängig von einzelnen fossilen Erzeugungsquellen und unterstützt eine stabilere Versorgung bei wachsendem Strombedarf.
- 4
Erneuerbare Infrastruktur langfristig verankern
Windenergie ist keine Übergangslösung, sondern Infrastruktur. Das Projekt zeigt, wie erneuerbare Stromerzeugung dauerhaft in das Energiesystem integriert werden kann – ohne Brennstoffe, ohne Verbrennung und mit planbarer Leistung über viele Jahre.
- 5
Regionale Betriebs- und Serviceprozesse stärken
Der laufende Betrieb eines Windparks erfordert Wartung, Instandhaltung, technische Dienstleistungen und Logistik. Diese wiederkehrenden Aufgaben schaffen stabile betriebliche Strukturen in der Region – nicht nur während der Bauphase, sondern über die gesamte Laufzeit.
Globale Klimabedeutung
Erneuerbare Energie dort ausbauen, wo sie am meisten bewirkt
Globale Emissionsminderungen entstehen nicht nur dort, wo Strom verbraucht wird, sondern dort, wo Strom erzeugt wird. Projekte wie Borey Energo setzen genau an diesem Punkt an: im Stromsystem eines Landes, das sich noch im Umbau befindet. Jede zusätzliche erneuerbare Anlage verändert die Richtung dieses Systems dauerhaft.
Strukturwandel statt Einzelmaßnahme
Windparks sind keine kurzfristigen Klimaschutzaktionen, sondern Teil eines strukturellen Wandels. Sie verändern Investitionsentscheidungen, Netzausbau und Betriebskonzepte im Energiesektor. Damit wirkt das Projekt über seine eigene Stromproduktion hinaus – als Baustein eines langfristigen Systemumbaus.
Übertragbares Modell für ähnliche Regionen
Großskalige Windenergie in kontinental geprägten Regionen zeigt, dass erneuerbare Stromerzeugung nicht auf Küsten, Inseln oder Pilotmärkte beschränkt ist. Das Projekt steht exemplarisch für Regionen mit vergleichbaren Windbedingungen und Netzen – und hat damit eine Signalwirkung über Kasachstan hinaus.
Klimaschutz dort finanzieren, wo Emissionen entstehen
Der Klimanutzen entsteht im Energiesystem vor Ort, die Finanzierung kommt aus dem globalen Klimaschutzmarkt. Diese Verbindung ermöglicht Emissionsminderungen dort, wo sie technisch und systemisch sinnvoll sind – und macht Klimaschutz zu einer gemeinsamen, internationalen Aufgabe.
Sustainable Development Goals (SDGs) - Die relevanten und die ergänzenden Beiträge
Neben der Reduktion von Treibhausgasemissionen trägt das Borey-Energo-Windprojekt in Kasachstan zum Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung, zur Diversifizierung des nationalen Energiemixes und zur schrittweisen Transformation des Stromsystems bei. Damit unterstützt das Projekt mehrere Ziele der UN-Nachhaltigkeitsagenda (Sustainable Development Goals). Die wichtigsten Beiträge liegen bei SDG 7 (Bezahlbare und saubere Energie) und SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz). Weitere Ziele werden ergänzend oder indirekt unterstützt. Einige SDGs gelten als Randbeiträge, die unterstützend wirken, jedoch nicht im Projektkern verankert sind.
Das Projekt erzeugt Strom aus Windenergie und speist ihn in das öffentliche Stromnetz Kasachstans ein. Dadurch wird zusätzliche saubere Erzeugungskapazität in einem Energiesystem bereitgestellt, das bislang stark von fossilen Energieträgern geprägt ist.
Beitrag: Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung und Unterstützung der Versorgungssicherheit.Durch die Netzeinspeisung von Windstrom wird rechnerisch konventionelle, emissionsintensive Stromerzeugung im Strommix verdrängt. Die Emissionsminderungen entstehen damit direkt im Stromsektor und werden über anerkannte Standards dokumentiert.
Beitrag: Reduktion von Treibhausgasemissionen durch erneuerbare Stromproduktion.Bau, Betrieb und Wartung des Windparks erfordern Fachkräfte, technische Dienstleistungen und begleitende Serviceleistungen. Dadurch entstehen Beschäftigungseffekte und regionale Wertschöpfung – insbesondere im laufenden Betrieb.
Beitrag: Begleitende Beschäftigungs- und Serviceeffekte im Projektumfeld.Der Windpark erfordert Netzanbindung, Betriebstechnik, Instandhaltung und standardisierte Prozesse. Damit trägt das Projekt zum Ausbau moderner Energieinfrastruktur und zur langfristigen Integration erneuerbarer Erzeugung ins Stromsystem bei.
Beitrag: Stärkung der Energieinfrastruktur und der Fähigkeit, erneuerbare Energien systemisch zu integrieren.Windstrom wird ohne Brennstoffgewinnung, Transport oder Verbrennung erzeugt. Das reduziert den Ressourcenverbrauch im Vergleich zu fossil geprägter Stromerzeugung, ohne direkt auf Konsumverhalten einzuwirken.
Beitrag: Ressourcenschonendere Strombereitstellung ohne Brennstoffkette.
So entsteht die CO₂-Einsparung
Sauber erzeugter Strom ersetzt fossile Energiequellen. Die dadurch vermiedenen Emissionen lassen sich messen und bilden die Grundlage für CO₂-Zertifikate.
Erneuerbare Energien verändern den Energiemix. Jede Kilowattstunde aus Wind, Sonne oder Wasser sorgt dafür, dass konventionelle Kraftwerke weniger produzieren müssen.
Je nach Land und Brennstoff fällt dabei eine bestimmte Menge CO₂ pro erzeugter Kilowattstunde an.
Für Projekte wird berechnet, wie hoch dieser fossile Anteil ohne den erneuerbaren Strom gewesen wäre. Die so ermittelte Differenz zeigt, wie viele Emissionen tatsächlich vermieden wurden. Dieser Wert wird geprüft und regelmäßig aktualisiert – und daraus entstehen die CO₂-Zertifikate.
Einordnung und Transparenz
Dieses Windenergieprojekt ist unter dem Gold Standard for the Global Goals (GS4GG) registriert und wird im Rahmen des Standards regelmäßig überwacht sowie unabhängig verifiziert. Die ausgewiesenen Emissionsminderungen basieren auf geprüften Monitoringberichten und einer anerkannten Methodologie (ACM0002) zur Berechnung von Emissionen, die durch netzgekoppelten Windstrom gegenüber konventioneller Stromerzeugung im Strommix vermieden werden.
Rechtssichere Kompensation
In Zeiten strengerer Regulatorik ist Klimaschutz keine Frage des guten Willens mehr, sondern der Rechtssicherheit. natureOffice unterstützt Unternehmen dabei, Greenwashing-Risiken zu minimieren und Nachhaltigkeit transparent zu kommunizieren. Alles beginnt mit einer belastbaren Datenbasis: Wir erstellen Ihren Corporate Carbon Footprint (CCF) und Product Carbon Footprint (PCF) nach internationalen Standards. Dies bildet das Fundament für Ihre Nachhaltigkeitsberichte (z. B. nach VSME) und eine rechtssichere Nachhaltigkeitskommunikation.
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Die Qualität unseres Ansatzes zeigt sich in unserem eigenen PROJECT TOGO. Hier verbinden wir Klimaschutz mit einer sozialen Transformation, die direkt auf 12 von 17 SDGs einzahlen.
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