Sauber kochen, Holz sparen – Cookstoves mit Corresponding Adjustment
Delagua Clean Cooking Grouped Project in Ruanda
Das DelAgua Clean Cooking Grouped Project in Rwanda (VCS 4150) setzt da an, wo Emissionen und Belastung im Alltag entstehen: beim Kochen mit Dreisteinfeuer und einfachen, ineffizienten Holz-Kochstellen.
Das Projekt verteilt brennstoffsparende, verbesserte Kochöfen (ICS) an Haushalte in Rwanda – als praktische Alternative, die im täglichen Gebrauch funktioniert.
Die Öfen basieren auf einem „Rocket-Stove“-Design und sind so ausgelegt, dass sie deutlich effizienter arbeiten als die bisherigen Kochmethoden. Dadurch wird weniger Feuerholz benötigt – und genau darüber entstehen messbare Emissionsminderungen: weniger Biomasseverbrauch, weniger Emissionen aus der Verbrennung und weniger Druck auf Holzressourcen.
Ein Projekt, das zeigt, wie einfache, robuste Kochtechnologie Klimawirkung und Alltagseffekt verbindet: weniger Brennstoff, weniger Rauch und ein klarer Hebel bei Emissionen – dort, wo Kochen jeden Tag passiert.
Technische Projektdaten – VCS 4150
Die wichtigsten Fakten zum Kochofenprojekt auf einen Blick.
| Parameter | Beschreibung | Quelle |
|---|---|---|
| Projektstandort | Rwanda, Verteilung in ruralen Haushalten innerhalb der definierten Projektgrenze (Grouped Project). | VCS Project Description (ReQ PD v6.0), Section 1.13 (Project Location) |
| Projekttyp | Clean Cooking / Improved Cookstoves (ICS): Verteilung & Installation effizienter Kochöfen zur Reduktion von Brennstoffverbrauch und Emissionen aus Biomassekochen. | Joint Project Description & Monitoring Report (JPDMR v6), Section 1.11 / 1.12 (Project Activity Description) |
| Projektstandard | Verra Verified Carbon Standard (VCS) (aktueller PD-Stand: VCS Version 4.x). | VCS Project Description (ReQ PD v6.0), Cover + Section 1 (Project Details) |
| Methodologie | Kochofen-Methodik im VCS-Kontext (Projekt nutzt eine VCS-Kochofenmethodik; im Rahmen von Methodik-Update/Requantification wird die aktuell anwendbare Methodik referenziert). | Requantification Verification Report, Section “Methodology applied / Previous & new methodology” |
| Projektbeginn / Start Date | 11.10.2021 (Start der tatsächlichen Ofenverteilung als Startdatum des Grouped Projects). | JPDMR, Section 1.8 (Project Start Date) |
| Crediting Period | 11.10.2021 – 10.10.2028 (erste Kreditierungsperiode; erneuerbar gemäß VCS-Regeln). | JPDMR, Section 1.9 (Crediting Period) |
| Projektstatus | VCS-registriert, Monitoring & unabhängige Verifizierung als Basis für Issuance. | VCS Project Page / PD + Verification documents, Audit/Verification sections |
| Art der Technologie | Hocheffiziente Biomasse-Kochöfen (rocket-stove Design), bessere Wärmeübertragung und effizientere Verbrennung vs. offene Feuerstellen / Three-stone fires. | VCS Project Description (ReQ PD v6.0), Section 1.12 (Project Activity) |
| Ofenmodelle (Beispiele) | u. a. BURN Kuniokoa (Gen 2/3), SSM S32-X, Ecoa Wood (Gen 3) (Modelle können projektlogisch erweitert werden, wenn methodenkonform). | VCS Project Description (ReQ PD v6.0), Section 1.12 + Stove specification pages |
| Thermische Effizienz (Beispiele) | Deutlich über Baseline: z. B. ~45–52 % (modellabhängig; häufig mit/ohne pot skirt ausgewiesen). | VCS Project Description (ReQ PD v6.0), Stove specification section |
| Lebensdauer der Öfen (typisch) | Typisch ausgewiesen: bis ca. 10 Jahre pro Ofenmodell (modellabhängig). | VCS Project Description (ReQ PD v6.0), Stove specification section |
| Hauptwirkungsmechanismus | Weniger Brennholzverbrauch durch effizientere Öfen → weniger nicht-erneuerbare Biomasse (fNRB) und damit Emissionsminderung. | JPDMR, Section 3/6 (Baseline & Monitoring) + ER calculation sections |
| Monitoring & Verifizierung | MRV über Distribution-/Nutzungsdaten, Surveys/KPT-Ansätze, QA/QC; unabhängige Verifizierung durch akkreditierte VVBs vor Issuance. | JPDMR, Section 6 (Monitoring) + Verification/Verification Report, Scope/Conclusion |
| Zusätzlichkeit | Zusätzlichkeit wird im Projekt über die im VCS-Kontext vorgesehenen Anforderungen/Analysen begründet. | VCS Project Description (ReQ PD v6.0), Section 3.5 (Additionality) |
| Langfristigkeit der Emissionsminderung | Emissionsminderungen entstehen über die Nutzungsdauer der verteilten Öfen und damit über mehrere Jahre (betrieblich/nutzungsabhängig, kein Einmaleffekt). | VCS Project Description / JPDMR, Monitoring + Crediting period sections (1.9 / 6) |
| Permanenz der Klimawirkung | Nutzungsabhängige Emissionsvermeidung im Haushaltssektor (keine physische Permanenz wie bei Waldprojekten). | VCS Project Description, Project type & boundary sections |
| Risikomanagement & Absicherung | Steuerung über Monitoring- und QA/QC-Prozesse, Plausibilisierung/Prüfungen im MRV-System sowie unabhängige Verifizierung. | JPDMR, Section 6 (Monitoring) + QA/QC |
| Soziale & ökologische Safeguards | Safeguards & Stakeholder-Prozesse im VCS-Projektkontext (Stakeholder Engagement / Risiken / Schutzanforderungen dokumentiert). | VCS Project Description (ReQ PD v6.0), Section 2 (Safeguards & Stakeholder Engagement) |
| Artikel-6-Autorisierung / CA | Für das Projekt liegt eine Article-6 Letter of Authorization des Host Country vor; vintage authorization ist ausgewiesen (für definierte Zeiträume). | Verra Article 6 LOA Assessment, p.1 (Date of authorization / vintage range / authorized uses) |
| Corresponding Adjustment (CA) ausgewiesen | Die angebotenen Credits sind als authorized / CA-fähig eingeordnet (Konsequenz: Host Country berücksichtigt die Anpassungslogik über Article-6-Rahmen). | Verra Article 6 LOA Assessment, p.1 (First transfer / authorization limitations) |
| Carbon-Credit-Rating | In den vorliegenden Unterlagen kein externes Rating (z. B. BeZero/Sylvera) ausgewiesen. | Project documentation overview, keine Rating-Angabe |
| CCP-Status (ICVCM) | Keine Angabe in den vorliegenden Projektunterlagen. | Project documentation overview, keine CCP-Angabe |
| Umgang mit Doppelzählungsrisiken | Ausschluss paralleler Programme im Rahmen der Projektregeln + Ausgabe/Serialisierung/Stilllegung über Registry-Prozesse; zudem ist Article-6-Autorisierung (CA) separat dokumentiert. | VCS Project Description, Section 1.16 (Double Counting / other programs) + LOA Assessment, p.1 |
Was das Projekt beitragen kann
Hier fassen wir zusammen, was das Projekt tatsächlich erreichen soll und welche praktischen Veränderungen dadurch möglich werden.
- 1
Effizienter kochen statt Drei-Stein-Feuer
In ruandischen Haushalten ersetzt das Projekt verbreitete, ineffiziente Kochstellen durch verbesserte Kochöfen (ICS). Der Hebel ist simpel: weniger Brennstoff pro Mahlzeit – und damit messbar weniger Emissionen im Haushaltssektor.
- 2
Brennholz sparen – Alltag spürbar entlasten
Wenn pro Tag weniger Holz gebraucht wird, wirkt das unmittelbar: weniger Aufwand für Beschaffung, weniger Ausgaben, mehr Planbarkeit im Haushalt. Der Effekt entsteht nicht irgendwann, sondern beim täglichen Kochen.
- 3
Druck auf Holzressourcen senken
Ein großer Teil der Klimawirkung entsteht über den reduzierten Verbrauch nicht-erneuerbarer Biomasse. Weniger Holzbedarf heißt: weniger Belastung für lokale Ressourcen – und ein kleiner, aber relevanter Beitrag gegen Übernutzung.
- 4
Nutzungsqualität sichern – nicht nur verteilen
Das Projekt setzt nicht nur auf Ausgabe, sondern auf Einführung, Nachverfolgung und Nutzungsnachweise. So wird aus „Ofen im Haushalt“ eher ein „Ofen im Einsatz“ – und genau das entscheidet am Ende über die reale Wirkung.
- 5
Weniger Rauch im Kochalltag
Effizientere Verbrennung bedeutet oft auch: weniger Rauch und eine spürbar bessere Situation in Innenräumen. Das ist kein Extra-Claim, sondern ein plausibler Alltagseffekt, der die Akzeptanz und Nutzung unterstützt.
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Globale Klimabedeutung
Emissionen im Alltag vermeiden
Kochen mit Biomasse ist weltweit ein großer, oft wenig beachteter Emissionstreiber. Effiziente Kochöfen setzen genau hier an: Sie senken den Brennstoffbedarf im Haushalt – und vermeiden damit Emissionen in einem Sektor, der in vielen Ländern kaum strukturell reguliert ist, aber täglich millionenfach stattfindet.
Weniger Biomasse, weniger Druck auf Ressourcen
Der Klimanutzen entsteht nicht abstrakt, sondern über eine einfache Kette: weniger Holz pro Mahlzeit → weniger Nachfrage → weniger nicht-erneuerbare Biomasse. Das entlastet lokale Ressourcen und zeigt, wie Klimaschutz im Haushaltssektor über Verbrauchsreduktion wirksam werden kann.
Weniger Rauch, bessere Akzeptanz
Effizientere Kochöfen verbrennen Brennstoff sauberer als offene Feuerstellen. Das kann die Rauchbelastung in Innenräumen reduzieren und macht das Kochen im Alltag angenehmer. Solche Effekte sind kein eigener Klimamechanismus – können aber die Nutzung im Alltag stabilisieren und damit die Klimawirkung absichern.
Zusätzlichkeit über Klimafinanzierung
Die Verbreitung in großem Maßstab braucht Finanzierung für Distribution, Einweisung, Monitoring und Qualitätskontrolle. Erlöse aus dem Kohlenstoffmarkt können diese Struktur ermöglichen und beschleunigen – und sorgen dafür, dass der Effekt nicht bei Pilotstückzahlen stehen bleibt, sondern als Programm wirkt.
Sustainable Development Goals (SDGs) - Die relevanten und die ergänzenden Beiträge
Neben der Reduktion von Treibhausgasemissionen verändert das DelAgua Clean Cooking Grouped Project in Ruanda (VCS 4150) den Kochalltag in vielen Haushalten: effizientere Kochtechnik, geringerer Brennstoffbedarf und begleitende Effekte rund um Nutzung, Verbreitung und lokale Umsetzung. Damit unterstützt das Projekt mehrere Ziele der UN-Nachhaltigkeitsagenda (Sustainable Development Goals). Die wichtigsten Beiträge liegen bei SDG 7 (Bezahlbare und saubere Energie) und SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz). Weitere Ziele werden sekundär unterstützt; einige SDGs sind Randbeiträge, weil sie nicht zum unmittelbaren Projektkern gehören.
Das Projekt stellt Haushalten effizientere Kochöfen (ICS) zur Verfügung und ersetzt verbreitete, ineffiziente Kochstellen. Dadurch sinkt der Brennstoffbedarf pro Mahlzeit – Kochen wird energieeffizienter und praktikabler im Alltag.
Beitrag: Effizientere Energienutzung beim Kochen und geringerer Brennstoffverbrauch im Haushaltssektor.Die Klimawirkung entsteht über Brennstoffreduktion: Weniger Biomassebedarf bedeutet weniger Emissionen aus der Verbrennung. Die Emissionsminderungen werden im VCS-Rahmen über Monitoring und Verifizierung nachvollziehbar dokumentiert.
Beitrag: Messbare Treibhausgasreduktion durch effizientere Kochmethoden im Haushaltssektor.Wenn Haushalte weniger Geld für Brennstoff ausgeben müssen, kann das die finanzielle Belastung im Alltag reduzieren. Das ist kein Kernmechanismus der Klimawirkung, aber ein typischer Nebeneffekt effizienterer Kochtechnik.
Beitrag: Indirekte Entlastung von Haushaltsbudgets durch geringeren Brennstoffbedarf.Verteilung, Wartung, Schulung, Logistik und lokale Services schaffen wiederkehrende Aufgaben und damit Beschäftigungseffekte im Projektumfeld.
Beitrag: Begleitende Beschäftigungs- und Serviceeffekte rund um Distribution und Betrieb/Effizientere Kochöfen können die Rauchbelastung und damit die Luftqualität in Innenräumen verbessern – je nach Nutzung, Küchenumfeld und Brennstoff. Der Effekt ist begleitend, aber relevant für Akzeptanz und Nutzung.
Beitrag: Indirekte Gesundheitsentlastung durch potenziell geringere Rauch- und Schadstoffbelastung beim Kochen.Zeitersparnis und geringerer Aufwand für Brennstoffbeschaffung können Spielräume schaffen – z. B. für Schulbesuch oder Lernen. Das ist nicht projektspezifisch „garantiert“, aber als plausible Randwirkung einzuordnen.
Beitrag: Indirekte Unterstützung durch Entlastung im Haushalt (Zeit/Organisation), ohne dass Bildung Projektkern ist.In vielen Haushalten liegt Kochen und Brennstofforganisation häufig bei Frauen. Effizientere Kochtechnik kann diese Alltagslast reduzieren. Gleichzeitig gilt: Das ist meist ein begleitender Effekt, kein primärer Projektzweck.
Beitrag: Indirekte Entlastung im Haushalt und potenziell geringere Belastungen im Kochalltag.Weniger Biomassebedarf kann den Druck auf lokale Holzressourcen reduzieren. Das ist unterstützend – ersetzt aber keinen direkten Waldschutzmechanismus.
Beitrag: Indirekte Entlastung von Wald- und Biomasseressourcen durch geringeren Brennstoffverbrauch.
So entsteht die CO₂-Einsparung
Effiziente Kochöfen senken den Brennstoffbedarf im Alltag deutlich. Wenn pro Mahlzeit weniger Holz oder Holzkohle verbrannt wird, entstehen weniger Emissionen aus der Verbrennung – genau daraus ergibt sich die Klimawirkung des Projekts in Ruanda.
Die eingesparte Brennstoffmenge lässt sich erfassen und bildet die Grundlage für die Ausstellung von CO₂-Zertifikaten.
Herkömmliche Kochstellen (z. B. offene Feuerstellen oder sehr einfache Öfen) nutzen die Wärme oft schlecht: Ein großer Teil der Energie verpufft, der Brennstoffverbrauch ist hoch. Verbesserte Kochöfen übertragen Wärme effizienter auf den Topf und benötigen dadurch weniger Brennstoff für die gleiche Kochleistung.
Für die Emissionsberechnung wird im Projekt systematisch verglichen:
Baseline: Wie viel Brennstoff wäre ohne Projekt pro Haushalt/Kochen typischerweise verbraucht worden? Projekt: Wie viel Brennstoff wird mit dem verbesserten Kochofen tatsächlich benötigt?
Aus der Differenz ergibt sich die vermiedene Brennstoffmenge. Diese wird mit anerkannten Emissionsfaktoren (und den projektspezifischen Annahmen zur nicht-erneuerbaren Biomasse) in vermiedene Emissionen umgerechnet. Die zugrunde liegenden Daten werden gemessen bzw. erhoben, dokumentiert und regelmäßig unabhängig verifiziert. Auf dieser Basis werden die CO₂-Zertifikate des Projekts ausgestellt.
Einordnung und Transparenz
Dieses Kochofenprojekt ist unter dem Verra Verified Carbon Standard (VCS) registriert und wird im Rahmen des Standards regelmäßig überwacht und unabhängig verifiziert.
Die ausgewiesenen Emissionsminderungen beruhen auf dokumentierten Projektdaten (u. a. Verteilung, Nutzung/Anwendung der Öfen, Brennstoff- und Effizienzannahmen) und werden nach einer anerkannten, im Projekt ausgewiesenen Methodologie berechnet. Zertifikate werden erst nach erfolgreichem Monitoring und Verifizierung im Register ausgegeben und sind dort eindeutig serialisiert.
Besonderheit bei diesem Angebot: Die hier angebotenen Zertifikate sind mit Corresponding Adjustment (CA) verfügbar. Das bedeutet: Das Host Country hat die Emissionsminderungen für die Nutzung im internationalen Kontext autorisiert und nimmt dafür eine korrespondierende Anpassung vor, um doppelte Inanspruchnahme (z. B. gleichzeitig für nationale Ziele und für den Käufer) zu vermeiden. Für die Kommunikation ist das ein zusätzlicher Transparenz- und Abgrenzungspunkt: VCS-Qualität + MRV-Prozess – und darüber hinaus Artikel-6-Rahmen mit CAfür die autorisierten Mengen/Zeiträume.