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Weniger Holz, weniger Rauch – sauberes Kochen

Location:Uganda
SDG:Energieeffiziente Kochöfen
Zertifikatstyp:Gold StandardDatenbank

Improved cookstoves for social impact, Uganda

Das Kochofen-Projekt verbessert die Kochbedingungen dort, wo sie den Alltag direkt beeinflussen. In Uganda ersetzen verbesserte Kochöfen das Kochen mit Holzkohle und offenem Feuer.

Sie benötigen weniger Brennstoff, reduzieren Rauch und Emissionen und senken Kosten für Haushalte. So werden jedes Jahr relevante Mengen Treibhausgase vermieden.
Ein Projekt, das zeigt, wie einfache Technologien Klimaschutz und soziale Wirkung verbinden – effizient, alltagstauglich und mit messbarem Effekt.

Technische Projektdaten – (GS447)

Die wichtigsten Fakten zum Kochofenprojekt auf einen Blick.

ParameterBeschreibungQuelle
ProjektstandortUganda, landesweit (alle Regionen); geografische Referenz: 1°22′24″ N, 32°17′25″ EMonitoring Report, Abschnitt A.2
ProjekttypVerteilung verbesserter Kochöfen (Improved Cookstoves, ICS) zur Verdrängung ineffizienter BiomasseöfenProject Design Document (PDD), Abschnitt A.1
ProjektstandardGold Standard for the Global Goals (GS4GG)Gold Standard Registry
MethodologieTechnologies and Practices to Displace Decentralized Thermal Energy Consumption (Version 3.1, 25.08.2017)Monitoring Report, Abschnitt A.3
ProjektbeginnErste Projektaktivitäten seit 2006Monitoring Report, Abschnitt A.1
Crediting PeriodDritte Kreditierungsperiode: 01.04.2021 – 31.03.2028 (7 Jahre, erneuerbar)Monitoring Report, Abschnitt A.4
ProjektstatusZertifiziertes Gold-Standard-Projekt, aktivGold Standard Registry
Art der TechnologieTragbare, nicht-elektrische Kochöfen für Haushalte und gewerbliche NutzungMonitoring Report, Abschnitt B.1
Anzahl der OfenmodelleFünf verschiedene Kochofenmodelle (u. a. Ugastove, EUF, SESSA, FOWE, AES)Monitoring Report, Abschnitt B.1
BrennstofftypHolzkohle (charcoal)Monitoring Report, Abschnitt B.1
Thermische EffizienzCa. 24–28 % (modellabhängig); deutlich höher als traditionelle ÖfenMonitoring Report, Tabelle Effizienzwerte
Maximale Lebensdauer der ÖfenBis zu 10 Jahre pro KochofenMonitoring Report, Abschnitt B.1
Verteilte Kochöfen (gesamt)Insgesamt ca. 761.000 Kochöfen seit ProjektbeginnMonitoring Report, Abschnitt B.1
Kochöfen im aktuellen Monitoringzeitraum324.674 förderfähige Kochöfen (CP3)Monitoring Report, Tabelle „Sales Analysis“
Jährliche EmissionsreduktionAktueller Monitoringzeitraum: 365.170 tCO₂e (2024) und 629.560 tCO₂e (2025)Monitoring Report, Tabelle „Product Vintages“
HauptwirkungsmechanismusReduktion nicht-erneuerbarer Biomasse (fNRB 88 %) und geringerer BrennstoffverbrauchMonitoring Report, Abschnitt D
Monitoring & VerifizierungRegelmäßige Nutzungserhebungen, KPT-Tests, unabhängige VerifizierungMonitoring Report, Abschnitt C

Was das Projekt beitragen kann

Hier fassen wir zusammen, was das Projekt tatsächlich erreichen soll und welche praktischen Veränderungen dadurch möglich werden.

  1. 1

    Sauberer kochen statt offenes Feuer

    Die verbesserten Kochöfen ersetzen in ugandischen Haushalten das Kochen mit offenem Feuer oder ineffizienten Holzkohleöfen. Durch den geringeren Brennstoffverbrauch werden jedes Jahr erhebliche Mengen Treibhausgase vermieden. Ein messbarer Beitrag zur Emissionsminderung in einem Sektor, der bisher stark von traditioneller Biomassenutzung geprägt ist.

  2. 2

    Alltag spürbar entlasten

    Die effizienteren Kochöfen verkürzen Kochzeiten und reduzieren den Bedarf an Holzkohle deutlich. Haushalte sparen Zeit und Geld, gleichzeitig sinkt der Aufwand für die Beschaffung von Brennstoffen. So entsteht eine Entlastung, die im täglichen Leben direkt wirksam wird.

  3. 3

    Nachhaltige Nutzung von Biomasse fördern

    Durch den geringeren Verbrauch nicht erneuerbarer Biomasse trägt das Projekt dazu bei, den Druck auf lokale Holzressourcen zu senken. Weniger Holzkohle bedeutet langfristig auch weniger Entwaldung und eine nachhaltigere Nutzung vorhandener Ressourcen.

  4. 4

    Lokale Wertschöpfung stärken

    Das Projekt unterstützt lokale Hersteller und Vertriebsstrukturen für verbesserte Kochöfen. Investitionen in Produktion, Schulung und Qualitätssicherung tragen dazu bei, einen stabilen Markt für effiziente Kochtechnologien aufzubauen. So entstehen Einkommen und Know-how vor Ort.

  5. 5

    Gesundheit und Umweltbelastung reduzieren

    Durch die effizientere Verbrennung entsteht deutlich weniger Rauch in den Haushalten. Das verbessert die Luftqualität in Innenräumen und reduziert gesundheitliche Belastungen, insbesondere für Frauen und Kinder. Gleichzeitig sinken Emissionen und Umweltbelastungen im Vergleich zu traditionellen Kochmethoden.

    Jetzt Informationen dazu anfordern

Globale Klimabedeutung

  • Emissionsminderung

    Durch den Einsatz verbesserter Kochöfen werden jedes Jahr erhebliche Mengen Treibhausgase vermieden. Die Emissionsminderung entsteht vor allem durch den deutlich geringeren Verbrauch nicht erneuerbarer Biomasse beim Kochen. Ein messbarer Beitrag zur Reduktion von Emissionen in einem bislang kaum regulierten, aber klimarelevanten Sektor.

  • Reduzierter Brennstoffverbrauch

    Die effizienten Kochöfen benötigen bis zu 50 % weniger Holzkohle als traditionelle Kochstellen. Ohne das Projekt würde der Brennstoffbedarf deutlich höher ausfallen. Der geringere Verbrauch entlastet natürliche Ressourcen und senkt die Nachfrage nach nicht erneuerbarer Biomasse.

  • Weniger Rauch und Verbrennung

    Die Kochöfen arbeiten effizienter und sauberer als offene Feuerstellen. Dadurch entstehen weniger Rauchgase und Schadstoffe im Haushalt. Gleichzeitig sinken Emissionen, die bei ineffizienter Verbrennung von Holzkohle entstehen. Das Projekt verbindet Klimaschutz mit einer spürbaren Reduktion lokaler Umweltbelastungen.

  • Zusätzlichkeit

    Der Aufbau eines landesweiten Marktes für verbesserte Kochöfen wäre ohne die Einnahmen aus dem Klimaschutzmarkt nicht in diesem Umfang möglich gewesen. Die Erlöse aus CO₂-Zertifikaten finanzieren die Projektaktivitäten vollständig und ermöglichen Investitionen in Produktion, Qualitätssicherung und Verbreitung. Ohne diese Klimafinanzierung wäre das Projekt deutlich langsamer, kleiner oder gar nicht umgesetzt worden.

Sustainable Development Goals (SDGs) - Die relevanten und die ergänzenden Beiträge

Neben der Reduktion von Treibhausgasemissionen erzeugt das Kochofenprojekt in Uganda vielfältige Zusatznutzen für Mensch, Umwelt und lokale Wirtschaft. Dadurch wird ein Engagement im Sinne der UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) unterstützt. Die wichtigsten Beiträge dieses Projekts liegen bei SDG 7 (Bezahlbare und saubere Energie) und SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz). Weitere Ziele werden sekundär oder ergänzend unterstützt. Einige SDGs gelten als Randbeiträge, die häufig genannt werden, in der Praxis jedoch eher indirekt wirken.

  • Das Projekt ermöglicht Haushalten den Zugang zu effizienteren und saubereren Kochtechnologien. Die verbesserten Kochöfen ersetzen ineffiziente Feuerstellen und reduzieren den Brennstoffbedarf deutlich.

    Beitrag: Effizientere Nutzung von Energie beim Kochen und geringerer Verbrauch nicht erneuerbarer Biomasse.

  • Durch den geringeren Verbrauch von Holzkohle und die effizientere Verbrennung werden jedes Jahr erhebliche Mengen CO₂e vermieden. Das Projekt adressiert Emissionen aus dem Haushaltssektor, der bislang kaum reguliert ist, aber klimarelevant wirkt.

    Beitrag: Messbare Reduktion von Treibhausgasemissionen durch effizientere Kochmethoden.

  • Das Projekt unterstützt lokale Hersteller, Händler und Wartungsstrukturen für verbesserte Kochöfen. Dadurch entstehen Einkommen, Arbeitsplätze und unternehmerische Perspektiven.

    Beitrag: Stärkung lokaler Wertschöpfung und Beschäftigung im Bereich Produktion und Vertrieb.

  • Der geringere Brennstoffverbrauch führt zu einem bewussteren Umgang mit natürlichen Ressourcen. Haushalte benötigen weniger Holzkohle und verbrauchen Energie effizienter. 

    Beitrag: Ressourcenschonendere Nutzung von Biomasse im Haushaltssektor.

  • Durch die reduzierte Rauchentwicklung verbessern sich die Luftqualität in Innenräumen und die Kochbedingungen für Haushalte.

    Beitrag: Indirekter positiver Effekt auf Gesundheit, insbesondere für Frauen und Kinder.

  • Der geringere Verbrauch nicht erneuerbarer Biomasse kann langfristig dazu beitragen, den Druck auf Waldressourcen zu senken.

    Beitrag: Unterstützend, jedoch kein direkter Naturschutzmechanismus.

So entsteht die CO₂-Einsparung

Saubere Kochöfen verbrauchen deutlich weniger Brennstoff als traditionelle Feuerstellen. Dadurch wird weniger Holz, Holzkohle oder andere Biomasse verbrannt – und genau das reduziert CO₂-Emissionen.

Die eingesparte Brennstoffmenge lässt sich erfassen und bildet die Grundlage für CO₂-Zertifikate.

Herkömmliche Kochstellen sind oft ineffizient und benötigen große Mengen Holz oder Kohle. Effiziente Öfen nutzen Wärme besser aus, verbrennen sauberer und verkürzen die Kochzeit. Jede eingesparte Brennstoffeinheit bedeutet weniger Emissionen aus der Verbrennung.

Je nach Region und genutztem Brennstoff gibt es klar definierte Emissionsfaktoren, die angeben, wie viel CO₂ pro Kilogramm Holz oder Kohle entsteht.

Für Projekte wird berechnet, wie viel Brennstoff ohne den sauberen Ofen verbraucht worden wäre (Baseline) und wie viel tatsächlich benötigt wird. Die Differenz zeigt, wie viele Emissionen vermieden wurden. Diese Werte werden geprüft und regelmäßig aktualisiert – und daraus entstehen die CO₂-Zertifikate.

Einordnung und Transparenz

Dieses Kochofenprojekt ist nach dem Gold Standard for the Global Goals registriert und wird regelmäßig überwacht und verifiziert. Die ausgewiesenen Emissionsminderungen basieren auf geprüften Monitoringberichten sowie anerkannten Methoden zur Berechnung von Treibhausgasreduktionen im Haushaltssektor.

Das Projekt steht exemplarisch für Klimaschutzmaßnahmen im Haushaltssektor, die messbar, nachvollziehbar und langfristig angelegt sind.