Aufbau neuer Waldökosysteme und ihrer Klimawirkung
Lumin /Eucapine Uruguay Forest Plantations on degraded Grasslands under extensive grazing
Das Aufforstungsprojekt Lumin ( ehem. Weyerhäuser – Uruguay) zielt darauf ab, degradierte Graslandflächen in Uruguay langfristig in produktive Waldflächen zu überführen.
Durch die Etablierung neuer Waldflächen wird atmosphärisches CO₂ gebunden und dauerhaft in der Biomasse gespeichert. So entstehen messbare Emissionsminderungen, während zuvor gering genutzte Flächen wieder eine aktive Klimafunktion übernehmen.
Die Aufforstung erfolgt im Einklang mit bestehenden Nutzungsformen und unter Berücksichtigung langfristiger Bewirtschaftungspläne. Auf diese Weise verbindet das Projekt Kohlenstoffbindung mit einer nachhaltigen Flächennutzung und zeigt, wie Aufforstung wirksam und langfristig zum Klimaschutz beitragen kann – nachvollziehbar umgesetzt und mit messbarer Wirkung.
Technische Projektdaten – VCS960
Die wichtigsten Fakten zum Waldschutzprojekt auf einen Blick.
| Parameter | Beschreibung | Quelle |
|---|---|---|
| Projektstandort | Uruguay; Ostregion, Departements Cerro Largo und Treinta y Tres | Monitoring Report (MR), Section 2.1.7, pp. 10–14 |
| Projekttyp | Aufforstungs- und Wiederaufforstungsprojekt (ARR) im AFOLU-Sektor | Monitoring Report, Section 2.1.2, pp. 9–10 |
| Projektstandard | Verified Carbon Standard (VCS) | Monitoring Report, title page, p. 1 |
| Zusatzstandard | Climate, Community & Biodiversity Standard (CCB) | CCB Validation Report, Summary, pp. 1–2 |
| Projektentwickler | LUMIN / Eucapine S.R.L. | Monitoring Report, Section 2.1.3, pp. 9–10 |
| Projektfläche | Aufforstung auf degradierten Graslandflächen (aktuell ca. 17.315 ha) | Monitoring Report, Section 2.2.4, pp. 16–17 |
| Technologie / Ansatz | Aufforstung degradierter Flächen mit forstwirtschaftlichen Baumarten; nachhaltige Bewirtschaftung | Monitoring Report, Sections 3.2 & 3.2.4, pp. 64–71 |
| Baseline-Szenario | Fortgesetzte extensive Weidenutzung mit geringer Kohlenstoffbindung | Monitoring Report, Section 3.2.1, pp. 64–65 |
| Methodologie | AR-ACM0001 – Afforestation and Reforestation of Degraded Land (Version 5.2.0) | Monitoring Report, Section 2.1.8, pp. 14–15 |
| Projektbeginn | 22. Februar 2006 | Monitoring Report, Section 2.1.5, p. 10 |
| Crediting Period | 60 Jahre: 22.02.2006 – 22.02.2066 | Monitoring Report, Section 2.1.6, p. 10 |
| Projektstatus | Registriertes und verifiziertes VCS-Projekt | Verification Report, Conclusion, pp. 22–23 |
| Jährliche Emissionsminderungen | CO₂-Bindung durch Biomasseaufbau; ausgewiesen je Monitoringjahr | Monitoring Report, Section 3.2.4, pp. 71–72 |
| Hauptwirkungsmechanismus | Entnahme von CO₂ aus der Atmosphäre und Speicherung in Biomasse und Boden | Monitoring Report, Sections 3.2 & SOC Tool, pp. 64–68 |
| Monitoring & Verifizierung | Regelmäßige Feldinventuren und unabhängige Verifizierung | Monitoring Report, Sections 2.2 & 3.1, pp. 16–17, 64–65 |
| Zusätzlichkeit | Wirtschaftliche Umsetzung durch Erlöse aus dem Klimaschutzmarkt ermöglicht | PDD / Monitoring Report, Additionality Tool, pp. 14–15 |
| Permanenz & Risikomanagement | Absicherung der Klimawirkung über VCS-AFOLU-Pufferkonto (10 %) | Non-Permanence Risk Report, Sections 4.1–4.2, pp. 14–15 |
| Carbon-Credit-Rating | Kein externes Carbon-Credit-Rating veröffentlicht | Verra Registry & project documentation |
| Carbon credit rating type | Keine projektbezogene externe Bewertung (z. B. BeZero, Sylvera) | – |
| Artikel-6-Autorisierung (Pariser Abkommen) | Keine Autorisierung gemäß Artikel 6 des Pariser Abkommens | Verra Registry |
| CCP-Status (ICVCM) | Keine CCP-Klassifizierung veröffentlicht | ICVCM |
| Umgang mit Doppelzählungsrisiken | Eindeutige Zuordnung der VCUs im Verra Registry | VCS Rules & Verification Report, pp. 22–23 |
| Risikomanagement (AFOLU) | Systematische Bewertung von Nicht-Permanenz-Risiken (u. a. Feuer, Schädlingsbefall, extreme Wetterereignisse, Nutzungsänderungen). Absicherung der langfristigen Klimawirkung über das VCS-AFOLU-Pufferkonto mit einer Rückstellung von 10 % der generierten Emissionsgutschriften. | VCS Non-Permanence Risk Report, Sections 4.1–4.2, pp. 14–15 |
| Monitoring-Ansatz | Regelmäßige Feldinventuren und Biomassemessungen zur Erfassung von ober- und unterirdischer Biomasse sowie Bodenkohlenstoff. Kombination aus Messdaten und modellbasierter Berechnung gemäß VCS-Vorgaben; unabhängige Verifizierung der Monitoring-Ergebnisse. | Monitoring Report, Sections 3.1–3.2 & 3.2.4, pp. 64–72 |
| Projektlaufzeit / Langfristigkeit | VCS Rules & Verification Report, S. 22–23 | VCS Rules & Verification Report, pp. 22–23; Non-Permanence Risk Report, Project Longevity, pp. 8–9 |
| Beitrag zur nationalen Klimastrategie | Beitrag zum AFOLU-Sektor ohne nationale Anrechnung nach Artikel 6 | Monitoring Report, Section 2.1.10, p. 15 |
Was das Projekt beitragen kann
Hier fassen wir zusammen, was das Projekt tatsächlich erreichen soll und welche praktischen Veränderungen dadurch möglich werden.
- 1
Neue Waldflächen aufbauen
Das Lumin-Projekt wandelt degradierte Graslandflächen schrittweise in produktive Waldflächen um. Auf zuvor gering genutzten Arealen entstehen neue Wälder, die langfristig eine aktive ökologische und klimatische Funktion übernehmen.
- 2
Kohlenstoff langfristig speichern
Durch den Aufbau von Biomasse wird CO₂ aus der Atmosphäre aufgenommen und der enthaltene Kohlenstoff in Holz, Wurzeln und Boden gespeichert. Die Klimawirkung entsteht durch messbare Kohlenstoffbindung über die Laufzeit des Projekts.
- 3
Flächen nachhaltig nutzen
Die Aufforstung erfolgt im Rahmen langfristiger Bewirtschaftungskonzepte, die eine wirtschaftliche Nutzung mit stabiler Kohlenstoffspeicherung verbinden. So werden neue Nutzungsoptionen geschaffen, ohne zusätzliche Flächen in Anspruch zu nehmen.
- 4
Ökologische Funktionen stärken
Neue Waldflächen verbessern Bodenstruktur, Wasserhaushalt und lokale Biodiversität. Gleichzeitig erhöhen sie die Widerstandsfähigkeit der Flächen gegenüber klimatischen Extremereignissen.
- 5
Klimawirkung langfristig absichern
Die langfristige Speicherung des gebundenen Kohlenstoffs wird durch Monitoring, unabhängige Verifizierung und ein AFOLU-spezifisches Risikomanagement abgesichert. Dazu gehört auch die Absicherung über das VCS-Pufferkonto.
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Globale Klimabedeutung
Kohlenstoff aufnehmen, Speicher aufbauen
Das Lumin-Projekt schafft neue Waldflächen auf degradierten Graslandarealen. Durch das Wachstum von Bäumen wird CO₂ aus der Atmosphäre aufgenommen; der enthaltene Kohlenstoff wird langfristig in Biomasse und Boden gespeichert. So entsteht eine messbare Klimawirkung durch aktive Kohlenstoffbindung.
Klimaschutz mit langfristiger Perspektive
Wälder wirken über Jahrzehnte hinweg als Kohlenstoffspeicher. Der Aufbau neuer Waldökosysteme trägt dazu bei, atmosphärischen Kohlenstoff dauerhaft zu entziehen und die Konzentration von Treibhausgasen zu begrenzen. Die Klimawirkung reicht damit über die Projektregion hinaus und unterstützt langfristige globale Klimaziele.
Zusätzliche Speicher statt verlorener Potenziale
Ohne Aufforstung würden die Projektflächen weiterhin nur geringe Mengen Kohlenstoff binden. Das Projekt verändert diese Entwicklung gezielt: Durch den Aufbau von Biomasse entstehen zusätzliche Kohlenstoffspeicher, die ohne die Maßnahmen nicht vorhanden wären.
Zusätzlich durch Klimafinanzierung
Die Aufforstung und langfristige Bewirtschaftung der Flächen wird durch Erlöse aus dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt ermöglicht. Diese Finanzierung deckt Pflanzung, Pflege, Monitoring und Risikomanagement ab. Ohne diese Unterstützung wäre der Aufbau neuer Waldflächen in diesem Umfang wirtschaftlich nicht realisierbar.
Sustainable Development Goals (SDGs) - Die relevanten und die ergänzenden Beiträge
Neben der aktiven Bindung von Kohlenstoff trägt das Lumin-Projekt zur Entwicklung neuer Waldökosysteme, zur Verbesserung ökologischer Funktionen und zur nachhaltigen Nutzung vormals degradierter Flächen bei. Damit unterstützt das Projekt mehrere Ziele der UN-Nachhaltigkeitsagenda (Sustainable Development Goals). Die wichtigsten Beiträge liegen bei SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz) und SDG 15 (Leben an Land). Weitere Ziele werden ergänzend oder indirekt unterstützt. Einige SDGs gelten als Randbeiträge, die unterstützend wirken, jedoch nicht im Projektkern verankert sind.
Das Lumin-Projekt trägt zum Klimaschutz bei, indem auf degradierten Graslandflächen neue Waldflächen aufgebaut werden.
Durch das Wachstum der Bäume wird CO₂ aus der Atmosphäre aufgenommen; der enthaltene Kohlenstoff wird langfristig in Biomasse und Boden gespeichert.
Beitrag:
Aktive Kohlenstoffbindung durch Aufforstung und langfristige Speicherung in Biomasse und Boden.Durch die Aufforstung entstehen neue Waldökosysteme, die ökologische Funktionen wie Bodenschutz, Wasserregulierung und Habitatbildung übernehmen. Die Flächen gewinnen an ökologischer Struktur und Resilienz gegenüber klimatischen Einflüssen.
Beitrag:
Aufbau und Stabilisierung von Landökosystemen auf vormals degradierten Flächen.Das Projekt schafft Einkommensmöglichkeiten durch Waldschutzmaßnahmen, Monitoring, lokale Projektarbeit und alternative Nutzungsformen. Dadurch werden wirtschaftliche Perspektiven jenseits der Entwaldung gestärkt.
Beitrag: Unterstützung lokaler Beschäftigung und Einkommensquellen.Durch nachhaltige Landnutzungskonzepte und begleitende Maßnahmen wird der Druck auf Waldressourcen reduziert. Der Fokus liegt auf langfristigem Erhalt statt kurzfristiger Nutzung.
Beitrag: Ressourcenschonendere Nutzung von Waldflächen.Durch die Entwicklung neuer Waldflächen wird der Wasserhaushalt der Flächen positiv beeinflusst. Wälder tragen zur Regulierung von Abfluss, Versickerung und Bodenerosion bei.
Beitrag:
Indirekte Unterstützung eines stabileren Wasserhaushalts durch verbesserte Boden- und Vegetationsstrukturen.Die Entwicklung stabiler Waldflächen trägt zur Sicherung von Lebensgrundlagen in ländlichen Regionen bei. Die Wirkung liegt nicht im urbanen Raum, sondern in der regionalen Stabilisierung.
Beitrag:
Indirekte Unterstützung stabiler ländlicher Lebensräume ohne direkten Fokus auf Städte.Das Projekt trägt zum Aufbau langfristiger forstwirtschaftlicher Nutzungsstrukturen und zur Etablierung nachhaltiger Landnutzungsinfrastruktur bei.
Beitrag:
Beitrag zum Aufbau dauerhafter, nachhaltiger Landnutzungsstrukturen im ländlichen Raum.
So entsteht die CO₂-Einsparung
Wälder und Böden speichern Kohlenstoff. Wenn sie geschützt, wiederbewaldet oder besser bewirtschaftet werden, bleibt dieser Kohlenstoff erhalten und gelangt nicht als CO₂ in die Atmosphäre.
Diese vermiedenen Emissionen lassen sich erfassen und bilden die Grundlage für CO₂-Zertifikate.
Landnutzungs- und Forstprojekte verändern die Entwicklung eines Gebietes. Ohne das Projekt würden Wälder degradiert, abgeholzt oder weniger Kohlenstoff im Boden speichern. Mit dem Projekt bleibt mehr Kohlenstoff gebunden – oder es wird zusätzlicher Kohlenstoff eingelagert, etwa durch neue Bäume.
Je nach Region, Vegetation und Bodenart gibt es klare Faktoren dafür, wie viel Kohlenstoff ein Wald oder Boden im Durchschnitt speichern kann.
Für jedes Projekt wird berechnet, wie sich das Gebiet ohne die Maßnahmen entwickeln würde (Baseline) und wie viel Kohlenstoff mit den Maßnahmen tatsächlich erhalten oder zusätzlich gebunden wird. Die Differenz zeigt die vermiedenen bzw. zusätzlich gespeicherten Emissionen. Diese Werte werden geprüft und regelmäßig aktualisiert – und daraus entstehen die CO₂-Zertifikate.
Einordnung und Transparenz
Das Aufforstungsprojekt Lumin ist nach dem Verified Carbon Standard (VCS) registriert und wird regelmäßig überwacht sowie unabhängig verifiziert. Die ausgewiesenen Emissionsgutschriften beruhen auf geprüften Monitoringberichten und anerkannten Methoden zur Quantifizierung von zusätzlich gebundenem Kohlenstoff in Biomasse und Boden.
Das Projekt steht beispielhaft für Klimaschutzmaßnahmen im Landnutzungssektor, die Aufforstung mit messbarer und langfristig abgesicherter Klimawirkung verbinden – transparent dokumentiert, fachlich überprüfbar und auf Dauer angelegt.