Schutz natürlicher Wälder und ihrer Klimafunktion
The Mai Ndombe REDD+ Project, Demokratische Republik Kongo
Das Waldschutzprojekt in der Region Mai Ndombe im Kongobecken zielt darauf ab, großflächige tropische Regenwälder langfristig zu erhalten.
Durch den Schutz bestehender Waldflächen wird verhindert, dass Emissionen freigesetzt werden, die andernfalls durch Entwaldung und Degradierung entstehen würden.
Die Wälder bleiben als natürliche Kohlenstoffspeicher erhalten, während gleichzeitig lokale Nutzungsformen nachhaltiger gestaltet werden. So trägt das Projekt dazu bei, Treibhausgasemissionen zu vermeiden und die Klimafunktion eines der bedeutendsten Waldgebiete der Erde zu sichern.
Ein Projekt, das zeigt, wie Waldschutz wirksam zum Klimaschutz beitragen kann – langfristig angelegt, nachvollziehbar umgesetzt und mit messbarer Wirkung.
Technische Projektdaten – VCS934
Die wichtigsten Fakten zum Waldschutzprojekt auf einen Blick.
| Parameter | Beschreibung | Quelle |
|---|---|---|
| Projektstandort | Demokratische Republik Kongo; Provinz Maï-Ndombe (Kongobecken) | Project Description, Section A.2, Seiten 9–11 |
| Projekttyp | REDD+-Waldschutzprojekt zur Vermeidung von Entwaldung und Walddegradierung (AFOLU) | Project Description, Section A.1, Seiten 6–8 |
| Projektstandard | Verified Carbon Standard (VCS) | Verified Carbon Standard (VCS) |
| Zusatzstandard | Climate, Community & Biodiversity Standard (CCB), Triple Gold Level | CCB Project Description, Seite 2 |
| Projektentwickler | Wildlife Works Carbon (in Zusammenarbeit mit lokalen und staatlichen Partnern) | Project Description, Project Proponents, Seite 5 |
| Projektfläche | Ca. 300.000 Hektar tropischer Regenwald | Project Description, Section A.2, Seite 10 |
| Technologie / Ansatz | Waldschutz durch REDD+-Maßnahmen, nachhaltige Landnutzung, Community-basierte Schutzkonzepte | Project Description, Section B, Seiten 12–16 |
| Baseline-Szenario | Fortgesetzte Entwaldung durch landwirtschaftliche Expansion, Brennholznutzung und Holzeinschlag | Project Description, Baseline Section, Seiten 17–20 |
| Methodologie | VM0009 – Avoided Deforestation and Degradation (Version gemäß VCS) | Project Description, Methodology Section, Seiten 21–23 |
| Projektbeginn | Projektaktivitäten seit 2011; formale Startphase gemäß VCS-Registrierung | Project Description, Section A.1, Seite 7 |
| Crediting Period | Aktive Kreditierungsperiode gemäß VCS; erneuerbar | VCS Project Details & Monitoring Reports |
| Projektstatus | Registriertes und verifiziertes VCS-Projekt, aktiv | Verification Representation, Seiten 1–2 |
| Jährliche Emissionsminderungen | Emissionsvermeidung durch reduzierte Entwaldung; projektspezifisch je Monitoringzeitraum | Monitoring Reports, z. B. Seiten 6–12 |
| Hauptwirkungsmechanismus | Vermeidung von CO₂-Emissionen durch Erhalt bestehender Wald-Kohlenstoffspeicher | Project Description, Impact Section, Seiten 24–27 |
| Monitoring & Verifizierung | Regelmäßiges Monitoring von Waldflächen, Entwaldungsraten und Emissionen; unabhängige Verifizierung | Monitoring & Verification Reports |
| Zusätzlichkeit | Wirtschaftliche Umsetzbarkeit durch Erlöse aus dem Klimaschutzmarkt ermöglicht | Project Description, Additionality Section, Seiten 28–30 |
| Permanenz & Risikomanagement | Absicherung über VCS-Pufferkonto zur Abdeckung von Wald- und Klimarisiken | AFOLU Buffer Account Documentation |
| Carbon-Credit-Rating | Derzeit kein externes, unabhängiges Carbon-Credit-Rating ausgewiesen | Keine Veröffentlichung durch Ratingagenturen |
| Carbon-Credit-Rating-Typ | Keine projektbezogene externe Bewertung (z. B. durch BeZero, Sylvera, Calyx) | – |
| Artikel-6-Autorisierung (Pariser Abkommen) | Keine Autorisierung gemäß Artikel 6 des Pariser Abkommens ausgewiesen | Verra Registry |
| CCP-Status (ICVCM) | Derzeit keine CCP-Klassifizierung veröffentlicht | ICVCM |
| Umgang mit Doppelzählungsrisiken | Emissionsminderungen werden eindeutig dem Projekt zugeordnet und gemäß VCS-Regelwerk registriert | VCS Rules |
| Permanenz der Emissionsminderung | Langfristige Emissionsvermeidung durch Erhalt bestehender Wald-Kohlenstoffspeicher | Project Description |
| Risikomanagement (AFOLU) | Absicherung über das VCS-AFOLU-Pufferkonto zur Abdeckung von Risiken wie Feuer, Degradierung oder Nutzungsänderungen | AFOLU Buffer Account |
| Monitoring-Ansatz | Regelmäßiges Monitoring von Waldflächen, Entwaldungsraten und Emissionen mit unabhängiger Verifizierung | Monitoring & Verification Reports |
| Projektlaufzeit / Langfristigkeit | Langfristig angelegtes Waldschutzprojekt mit erneuerbaren Kreditierungsperioden | VCS Project Details |
| Beitrag zur nationalen Klimastrategie | Beitrag zur Vermeidung von Emissionen im Landnutzungssektor (AFOLU), ohne nationale Anrechnung nach Art. 6 | Projektunterlagen |
Was das Projekt beitragen kann
Hier fassen wir zusammen, was das Projekt tatsächlich erreichen soll und welche praktischen Veränderungen dadurch möglich werden.
- 1
Entwaldung konkret vermeiden
Das Projekt schützt großflächige tropische Regenwälder in der Region Mai Ndombe vor Abholzung und Degradierung. Geplante Rodungen und Nutzungsänderungen werden verhindert, sodass Emissionen gar nicht erst entstehen.
- 2
Kohlenstoffspeicher erhalten
Die Wälder bleiben als natürliche Kohlenstoffspeicher bestehen. So wird CO₂ im Wald gebunden und nicht in die Atmosphäre freigesetzt. Der Klimaschutzeffekt entsteht direkt durch den Erhalt vorhandener Biomasse.
- 3
Alternative Einkommenswege schaffen
Gemeinsam mit lokalen Gemeinden fördert das Projekt nachhaltige Nutzungsformen und alternative Einkommensmöglichkeiten. Das reduziert den wirtschaftlichen Druck auf den Wald und stärkt die Lebensgrundlagen vor Ort.
- 4
Ökosysteme stabilisieren
Der Erhalt der Wälder sichert wichtige ökologische Funktionen wie Biodiversität, Wasserhaushalt und Bodenschutz. Intakte Waldökosysteme erhöhen die Widerstandsfähigkeit der Region gegenüber Klimaveränderungen.
- 5
Schutz dauerhaft absichern
Über den unmittelbaren Waldschutz hinaus werden langfristige Strukturen aufgebaut, die den Erhalt der Flächen auch künftig sichern. Dazu gehören lokale Beteiligung, institutionelle Rahmenbedingungen und ein aktives Risikomanagement.
Jetzt Informationen dazu anfordern
Globale Klimabedeutung
Wald erhalten, Emissionen vermeiden
Das Projekt schützt bestehende Regenwälder im Mai-Ndombe-Gebiet und verhindert so Emissionen, die durch Abholzung und Walddegradation entstehen würden. Der Kohlenstoff bleibt im Wald gebunden – statt als CO₂ in die Atmosphäre zu gelangen.
Klimaschutz mit globaler Bedeutung
Die Wälder des Kongobeckens zählen zu den wichtigsten CO₂-Speichern der Erde. Ihr Erhalt wirkt weit über die Region hinaus und trägt zur Stabilisierung des globalen Klimasystems bei.
Schutz vor irreversiblen Verlusten
Ein zerstörter Regenwald lässt sich nicht einfach ersetzen. Das Projekt setzt deshalb früh an und verhindert Emissionen, die später nicht mehr rückgängig zu machen wären.
Zusätzlich durch Klimafinanzierung
Der langfristige Waldschutz ist nur durch Erlöse aus dem Klimaschutzmarkt möglich. Sie finanzieren Schutz, Monitoring und lokale Umsetzung. Ohne diese Unterstützung wäre der Nutzungsdruck deutlich höher.
Sustainable Development Goals (SDGs) - Die relevanten und die ergänzenden Beiträge
Neben der Vermeidung von Treibhausgasemissionen trägt das Mai-Ndombe-Projekt zum Schutz von Ökosystemen, zur Stabilisierung lokaler Lebensgrundlagen und zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen bei. Damit unterstützt das Projekt zentrale Ziele der UN-Nachhaltigkeitsagenda (Sustainable Development Goals). Die wichtigsten Beiträge liegen bei SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz) und SDG 15 (Leben an Land). Weitere Ziele werden ergänzend oder indirekt unterstützt. Einige SDGs gelten als Randbeiträge, die in der Praxis unterstützend wirken, jedoch nicht im Projektkern verankert sind.
Das Projekt schützt großflächige Waldgebiete vor Abholzung und Degradierung. Dadurch bleiben erhebliche Mengen Kohlenstoff langfristig im Wald gebunden und Emissionen werden vermieden, die andernfalls durch Landnutzungsänderungen entstehen würden.
Beitrag: Vermeidung von Treibhausgasemissionen durch langfristigen Waldschutz.Der Erhalt des Regenwaldes im Mai-Ndombe-Gebiet schützt artenreiche Ökosysteme und bewahrt wichtige Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig werden natürliche Waldfunktionen stabilisiert.
Beitrag: Schutz von Biodiversität, Ökosystemen und natürlichen Lebensräumen.Das Projekt schafft Einkommensmöglichkeiten durch Waldschutzmaßnahmen, Monitoring, lokale Projektarbeit und alternative Nutzungsformen. Dadurch werden wirtschaftliche Perspektiven jenseits der Entwaldung gestärkt.
Beitrag: Unterstützung lokaler Beschäftigung und Einkommensquellen.Durch nachhaltige Landnutzungskonzepte und begleitende Maßnahmen wird der Druck auf Waldressourcen reduziert. Der Fokus liegt auf langfristigem Erhalt statt kurzfristiger Nutzung.
Beitrag: Ressourcenschonendere Nutzung von Waldflächen.Stabile Waldökosysteme tragen indirekt zur Sicherung von Lebensgrundlagen und regionaler Stabilität bei – insbesondere für ländliche Gemeinschaften im Projektgebiet.
Beitrag: Indirekte Unterstützung stabiler Lebensräume, ohne direkten städtischen Fokus.
So entsteht die CO₂-Einsparung
Wälder und Böden speichern Kohlenstoff. Wenn sie geschützt, wiederbewaldet oder besser bewirtschaftet werden, bleibt dieser Kohlenstoff erhalten und gelangt nicht als CO₂ in die Atmosphäre.
Diese vermiedenen Emissionen lassen sich erfassen und bilden die Grundlage für CO₂-Zertifikate.
Landnutzungs- und Forstprojekte verändern die Entwicklung eines Gebietes. Ohne das Projekt würden Wälder degradiert, abgeholzt oder weniger Kohlenstoff im Boden speichern. Mit dem Projekt bleibt mehr Kohlenstoff gebunden – oder es wird zusätzlicher Kohlenstoff eingelagert, etwa durch neue Bäume.
Je nach Region, Vegetation und Bodenart gibt es klare Faktoren dafür, wie viel Kohlenstoff ein Wald oder Boden im Durchschnitt speichern kann.
Für jedes Projekt wird berechnet, wie sich das Gebiet ohne die Maßnahmen entwickeln würde (Baseline) und wie viel Kohlenstoff mit den Maßnahmen tatsächlich erhalten oder zusätzlich gebunden wird. Die Differenz zeigt die vermiedenen bzw. zusätzlich gespeicherten Emissionen. Diese Werte werden geprüft und regelmäßig aktualisiert – und daraus entstehen die CO₂-Zertifikate.
Einordnung und Transparenz
Dieses Waldschutzprojekt ist nach dem Verified Carbon Standard (VCS) registriert und wird regelmäßig überwacht sowie unabhängig verifiziert. Die ausgewiesenen Emissionsminderungen beruhen auf geprüften Monitoringberichten und anerkannten Methoden zur Berechnung vermiedener Entwaldungs- und Degradationsemissionen.
Das Projekt steht beispielhaft für Klimaschutzmaßnahmen im Landnutzungssektor, die Waldschutz mit messbarer Klimawirkung verbinden – transparent dokumentiert, fachlich überprüfbar und auf langfristigen Erhalt ausgelegt.