Wasserkraft als Beitrag zur emissionsarmen Stromerzeugung
Kishanganga Hydroelectric Project, am Fluß Teesta, Jammu & Kashmir, Indien
Das Projekt nutzt die Teesta bei Kalijhora in Westbengalen. Es ist ein Laufwasserkraftwerk mit betonierter Schwergewichtsmauer (ca. 45 m) und einem Kraftwerk mit vier Kaplan-Turbinen zu je 40 MW. Geplant sind 160 MW installierte Leistung und rund 720.000 MWh Jahreserzeugung. Der Strom geht ins staatliche Netz, Teil des NEWNE-Systems.
Durch die Erzeugung von Strom aus Wasserkraft wird konventionelle, emissionsintensive Stromerzeugung ersetzt. So entstehen Emissionsminderungen direkt im Energiesektor, während gleichzeitig eine langfristig verfügbare, erneuerbare Energiequelle genutzt wird. Die Stromproduktion erfolgt ohne Verbrennungsprozesse und mit vergleichsweise geringen laufenden Emissionen.
Ein Projekt, das zeigt, wie Wasserkraft einen verlässlichen Beitrag zur klimafreundlichen Stromversorgung leisten kann – dauerhaft ausgelegt, technisch etabliert und mit nachvollziehbarer Klimawirkung.
Technische Projektdaten – VCS1892
Die wichtigsten Fakten zum Wasserkraftprojekt auf einen Blick.
| Parameter | Beschreibung | Quelle |
|---|---|---|
| Projektstandort | Indien; Unionsterritorium Jammu & Kashmir, Kishanganga River Basin | Project Description (PDD), Section A.2, pp. 8–10 |
| Projekttyp | Laufwasserkraftwerk (Hydroelectric Power Project, grid-connected) | PDD, Section A.1, pp. 6–7 |
| Projektstandard | Verified Carbon Standard (VCS) | Validation Representation, p. 1 |
| Projektentwickler | NHPC Limited (National Hydroelectric Power Corporation) | PDD, Project Proponent Section, p. 5 |
| Installierte Leistung | 330 MW Wasserkraft | PDD, Project Overview, p. 6 |
| Technologie | Laufwasserkraft mit Staumauer, Druckstollen und Turbinen | PDD, Technology Description, pp. 11–13 |
| Netzanbindung | Einspeisung in das indische Stromnetz (Northern Grid) | PDD, Section A.4, pp. 14–15 |
| Methodologie | ACM0002 – Grid-connected electricity generation from renewable sources (VCS) | PDD, Methodology Section, pp. 18–20 |
| Projektbeginn | Projektaktivitäten vor Beginn der ersten Kreditierungsperiode | PDD, Section A.1, p. 7 |
| Crediting Period | Aktive Kreditierungsperiode gemäß VCS; erneuerbar | VCS Project Details & Monitoring Reports |
| Projektstatus | Registriertes und verifiziertes VCS-Projekt, aktiv | Verification Representation, pp. 1–2 |
| Jährliche Stromerzeugung | Stromerzeugung gemäß verifizierten Monitoringzeiträumen | Monitoring Report (Apr 2021–Jun 2022), pp. 6–9 |
| Jährliche Emissionsminderungen | Emissionsreduktionen durch Verdrängung fossiler Stromerzeugung | Verification Representation, pp. 3–5 |
| Hauptwirkungsmechanismus | Substitution emissionsintensiver Stromerzeugung im regionalen Strommix durch erneuerbare Wasserkraft | PDD, Impact Section, pp. 21–23 |
| Monitoring & Verifizierung | Regelmäßiges Monitoring der Stromerzeugung und unabhängige Verifizierung nach VCS | Monitoring & Verification Reports, pp. 1–6 |
| Zusätzlichkeit | Wirtschaftliche Umsetzung durch Erlöse aus dem Klimaschutzmarkt unterstützt | PDD, Additionality Section, pp. 24–26 |
| Carbon-Credit-Rating | Derzeit kein externes Carbon-Credit-Rating für das Projekt ausgewiesen | – |
| Art der Bewertung (Carbon-Credit-Rating-Type) | Keine projektbezogene externe Bewertung durch spezialisierte Ratingagenturen veröffentlicht | – |
| Artikel-6-Autorisierung (Pariser Abkommen) | Keine Autorisierung gemäß Artikel 6 des Pariser Abkommens ausgewiesen | VCS Project Registry |
| CCP-Status (ICVCM) | Derzeit keine Einstufung als Core Carbon Principle (CCP) veröffentlicht | ICVCM / Projektangaben |
| Umgang mit Doppelzählungsrisiken | Emissionsminderungen werden eindeutig dem Projekt zugeordnet und gemäß VCS-Regelwerk bilanziert | VCS Rules & Guidance |
| Langfristigkeit der Emissionsminderung | Dauerhafte Emissionsvermeidung über die technische Lebensdauer der Wasserkraftanlage | Project Description |
| Permanenz der Klimawirkung | Sehr hoch; Emissionsminderungen entstehen kontinuierlich über Jahrzehnte im laufenden Betrieb | Project Design Document |
| Risikomanagement & Absicherung | Technische Sicherheitsstandards, regelmäßige Wartung, regulatorische Überwachung und VCS-Verifizierung | Project Documentation |
| Projekt-Lebensdauer (technisch) | Langfristiger Betrieb ausgelegt; typische Lebensdauer von Wasserkraftanlagen mehrere Jahrzehnte | Project Description / Industry Standard |
Was das Projekt beitragen kann
Hier fassen wir zusammen, was das Projekt tatsächlich erreichen soll und welche praktischen Veränderungen dadurch möglich werden.
- 1
Erneuerbaren Strom bereitstellen
Das Kishanganga-Wasserkraftprojekt nutzt die natürliche Fließkraft des Wassers, um Strom zu erzeugen und in das öffentliche Netz einzuspeisen. Damit entsteht zusätzliche erneuerbare Erzeugungskapazität im Stromsystem
- 2
Fossile Stromerzeugung ersetzen
Der erzeugte Wasserkraftstrom verdrängt Strom aus fossilen Kraftwerken. Dadurch sinken Emissionen direkt im Stromsektor – dort, wo der Energiebedarf tatsächlich gedeckt wird.
- 3
Versorgungssicherheit verbessern
Mit seiner installierten Leistung trägt das Projekt zur Stabilisierung der regionalen Stromversorgung bei. Es schafft verlässlich verfügbare Erzeugungskapazitäten in einer Region mit wachsendem Strombedarf.
- 4
Erneuerbare Energie langfristig verankern
Wasserkraft ist eine etablierte, langlebige Technologie. Das Projekt zeigt, wie erneuerbare Energie dauerhaft in das Energiesystem integriert werden kann – ohne Brennstoffe, ohne Verbrennung und mit stabiler Leistung über viele Jahre.
- 5
Dauerhafte Klimawirkung ermöglichen
Das Kraftwerk ist auf einen langfristigen Betrieb ausgelegt. Über Jahrzehnte hinweg trägt es kontinuierlich zur Emissionsminderung und zur Transformation des Stromsektors bei.
Globale Klimabedeutung
Erneuerbaren Strom erzeugen, Emissionen senken
Das Wasserkraftprojekt erzeugt Strom ohne fossile Brennstoffe und ersetzt konventionelle Stromerzeugung im Netz. Die Emissionsminderungen entstehen direkt dort, wo Strom produziert und verbraucht wird – messbar und nachvollziehbar.
Klimawirkung im Energiesektor
Der Stromsektor zählt weltweit zu den größten Emissionsquellen. Jede Kilowattstunde erneuerbarer Wasserkraft trägt dazu bei, den Anteil fossiler Erzeugung zu senken und den Umbau des Energiesystems voranzubringen.
Langfristige Emissionsvermeidung
Wasserkraftanlagen sind auf einen dauerhaften Betrieb ausgelegt. Über viele Jahre hinweg liefert das Projekt kontinuierlich erneuerbaren Strom und vermeidet so Emissionen, die andernfalls immer wieder neu entstehen würden.
Zusätzlich durch Klimafinanzierung
Erlöse aus dem Klimaschutzmarkt unterstützen die wirtschaftliche Umsetzung und den langfristigen Betrieb des Projekts. Sie tragen dazu bei, erneuerbare Erzeugungskapazitäten früher und verlässlicher bereitzustellen, als es ohne diese Unterstützung möglich wäre.
Sustainable Development Goals (SDGs) - Die relevanten und die ergänzenden Beiträge
Neben der Reduktion von Treibhausgasemissionen trägt das Kishanganga-Wasserkraftprojekt zur Stärkung der Energieversorgung, zur Emissionsminderung im Stromsektor und zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Region bei. Damit unterstützt das Projekt mehrere Ziele der UN-Nachhaltigkeitsagenda (Sustainable Development Goals). Die wichtigsten Beiträge liegen bei SDG 7 (Bezahlbare und saubere Energie) und SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz). Weitere Ziele werden ergänzend oder indirekt unterstützt. Einige SDGs gelten als Randbeiträge, die unterstützend wirken, jedoch nicht im Projektkern verankert sind.
Das Projekt erzeugt Strom aus erneuerbarer Wasserkraft und speist ihn in das öffentliche Stromnetz ein. Dadurch wird saubere Energie in einem Energiesystem bereitgestellt, das bislang stark von fossiler Stromerzeugung geprägt ist.
Beitrag: Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung und Verbesserung der Versorgungssicherheit.Durch die Erzeugung von Wasserkraftstrom wird fossile Stromerzeugung verdrängt. Die Emissionsminderungen entstehen direkt im Stromsektor und sind messbar dokumentiert.
Beitrag: Reduktion von Treibhausgasemissionen durch erneuerbare Stromproduktion.Bau, Betrieb und Wartung der Wasserkraftanlage schaffen Beschäftigung und stärken regionale Wertschöpfungsketten.
Beitrag: Temporäre Arbeitsplätze während der Bauphase sowie dauerhafte Stellen im laufenden Betrieb.Großskalige Wasserkraftprojekte tragen zum Ausbau moderner Energieinfrastruktur bei und unterstützen die langfristige Integration erneuerbarer Energien in das Stromnetz.
Beitrag: Stärkung der Energieinfrastruktur und Förderung technischer Entwicklung im Energiesektor.Die Stromerzeugung erfolgt ohne Brennstoffe, Verbrennung oder ressourcenintensive Förderketten.
Beitrag: Ressourcenschonendere Form der Energieproduktion, ohne direkten Einfluss auf Konsumverhalten.
So entsteht die CO₂-Einsparung
Sauber erzeugter Strom ersetzt fossile Energiequellen. Die dadurch vermiedenen Emissionen lassen sich messen und bilden die Grundlage für CO₂-Zertifikate.
Erneuerbare Energien verändern den Energiemix. Jede Kilowattstunde aus Wind, Sonne oder Wasser sorgt dafür, dass konventionelle Kraftwerke weniger produzieren müssen.
Je nach Land und Brennstoff fällt dabei eine bestimmte Menge CO₂ pro erzeugter Kilowattstunde an.
Für Projekte wird berechnet, wie hoch dieser fossile Anteil ohne den erneuerbaren Strom gewesen wäre. Die so ermittelte Differenz zeigt, wie viele Emissionen tatsächlich vermieden wurden. Dieser Wert wird geprüft und regelmäßig aktualisiert – und daraus entstehen die CO₂-Zertifikate.
Einordnung und Transparenz
Dieses Wasserkraftprojekt ist nach dem Verified Carbon Standard (VCS) registriert und wird regelmäßig überwacht sowie unabhängig verifiziert. Die ausgewiesenen Emissionsminderungen basieren auf geprüften Monitoringberichten und anerkannten Methoden zur Berechnung von Treibhausgasreduktionen im Stromsektor.
Das Projekt steht exemplarisch für Klimaschutzmaßnahmen im Energiesektor, die erneuerbare Stromerzeugung mit messbarer Klimawirkung verbinden – transparent dokumentiert, fachlich überprüfbar und auf einen langfristigen Betrieb ausgelegt.