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Flusswasser nutzen, Emissionen sparen: Wasserkraft für das Stromnetz

Location:Indien: Uri, Tehsil Uri, Distrikt Baramulla, Jammu und Kashmir
SDG:Wasserkraft
Zertifikatstyp:VCSDatenbank

Uri II Hydroelectric Project, Indien

Das Wasserkraftprojekt Uri II in Indien zielt darauf ab, erneuerbaren Strom aus Laufwasserkraft in das nationale Stromnetz einzuspeisen und damit fossil geprägte Stromerzeugung zu verdrängen.

Durch die Einspeisung von Strom aus Wasserkraft ersetzt das Projekt Uri II Strom, der andernfalls im indischen Netz häufig aus fossilen Kraftwerken stammen würde. Dadurch werden Treibhausgasemissionen gar nicht erst verursacht – die Klimawirkung entsteht als vermeidene Emissionen im Stromsektor.

Die Anlage ist als langfristige Infrastruktur ausgelegt: Sie nutzt die natürliche Flusskraft (Run-of-the-river) zur kontinuierlichen Stromerzeugung und bildet ihre Klimawirkung über ein klar definiertes Monitoring- und Berechnungskonzept ab. So verbindet das Projekt erneuerbare Stromerzeugung mit einer nachvollziehbaren, überprüfbaren Emissionsminderung – transparent dokumentiert und über den Projektstandard fachlich abgesichert.

Technische Projektdaten – VCS1424

Die wichtigsten Fakten zum Wasserkraftprojekt auf einen Blick.

ParameterBeschreibungQuelle
ProjektstandortIndien; Bundesstaat Jammu & Kashmir; Bezirk Baramulla; nahe Uri, am Jhelum RiverProject Description, S. 3 (Abschnitt 1.9)
ProjekttypNetzgekoppeltes Wasserkraftprojekt (Run-of-River) zur StromerzeugungProject Description, S. 3 (Abschnitt 1.2)
ProjektstandardVerified Carbon Standard (VCS), Version 3Project Description, S. 1 (Deckblatt: „VCS Version 3“)
ProjektentwicklerNHPC LimitedProject Description, S. 3 (Abschnitt 1.3)
Installierte Leistung240 MW (4 × 60 MW)Project Description, S. 3 (Abschnitt 1.1)
Technologie / AnsatzLaufwasserkraft: Nutzung des Flussabflusses am Jhelum River zur Stromerzeugung und NetzeinspeisungProject Description, S. 3 (Abschnitt 1.1 / 1.2)
Erwartete Jahresstromerzeugungca. 1.083,31 MU/Jahr (≈ 1.083 GWh/Jahr)Project Description, S. 3 (Abschnitt 1.1)
Projektbeginn / InbetriebnahmeDatum der Inbetriebnahme: 25.09.2013Project Description, S. 3 (Abschnitt 1.4)
Kreditierungsperiode10 Jahre, renewable; Start: 25.09.2013; (max. 2 Erneuerungen möglich)Project Description, S. 3 (Abschnitt 1.6)
Baseline-SzenarioStrombereitstellung über das Netz ohne Projekt; Emissionen aus dem bestehenden Strommix werden angesetzt (Verdrängungslogik)Project Description, S. 16 (Abschnitt 2.4)
MethodologieACM0002 – Grid-connected electricity generation from renewable sources (Version 15)Project Description, S. 13–14 (Abschnitt 2.1)
ProjektstatusVCS-Projekt mit dokumentierten Verifizierungen (Beispiel: Verifizierungsbericht 2024)Final Verification Report (31.07.2024), S. 1–3 (VVB/Verifizierung)
Verifizierte Emissionsminderungen (Beispiel)7.997.421 tCO₂e für Monitoringperiode 29.09.2014–31.08.2020Final Verification Report (31.07.2024), S. 1 (Summary / Quantity)
HauptwirkungsmechanismusVermeidung von CO₂-Emissionen durch Netzeinspeisung erneuerbarer Wasserkraft und Verdrängung konventioneller StromerzeugungProject Description, S. 13–16 (Abschnitt 2.1–2.4)
Monitoring & VerifizierungMonitoring der relevanten Daten (Strommengen) gemäß Methodologie; unabhängige Verifizierung durch akkreditierte Stelle (VVB)Final Verification Report (31.07.2024), S. 1–3
ZusätzlichkeitZusätzlichkeit wird u. a. über Barrieren-/Finanzargumentation und Sensitivitätsanalysen (IRR) begründetZusätzlichkeit
Projektlaufzeit / LangfristigkeitWirtschaftlichkeitsannahme: Projektlebensdauer 35 Jahre (für IRR/Finanzanalyse)Project Description, S. 20 (Abschnitt 3.3.2)
Permanenz & RisikomanagementTechnische Emissionsvermeidung über den Anlagenbetrieb; „Permanenz“ wie bei Waldprojekten nicht relevant – zentral sind Betrieb, Monitoring und VerifizierungAbleitung aus Projekttyp + Verifizierungslogik: Project Description (Methodik/Monitoring) S. 13–16; Final Verification Report (31.07.2024), S. 1–3
Carbon-Credit-RatingKein externes, unabhängiges Carbon-Credit-Rating projektbezogen ausgewiesenIn den vorliegenden Projekt-/Verifizierungsunterlagen nicht ausgewiesen (Project Description; Final Verification Report 2024)
Carbon-Credit-Rating-TypKeine externe Klassifizierung (z. B. BeZero/Sylvera) ausgewiesenIn den vorliegenden Projekt-/Verifizierungsunterlagen nicht ausgewiesen (Project Description; Final Verification Report 2024)
Artikel-6-Autorisierung (Paris Agreement)Keine Autorisierung in den vorliegenden Unterlagen ausgewiesenIn den vorliegenden Projekt-/Verifizierungsunterlagen nicht ausgewiesen (Project Description; Final Verification Report 2024)
CCP-Status (ICVCM)Keine CCP-Klassifizierung in den vorliegenden Unterlagen ausgewiesenIn den vorliegenden Projekt-/Verifizierungsunterlagen nicht ausgewiesen (Project Description; Final Verification Report 2024)
Umgang mit DoppelzählungsrisikenVerifizierungsprozess enthält Erklärungen/Prüfschritte zur Abgrenzung gegenüber anderen GHG-Programmen und zur Vermeidung von DoppelanrechnungFinal Verification Report (31.07.2024), S. 2 (Undertaking / No double claiming)
Beitrag zur nationalen Klimastrategie (Einordnung)Beitrag zur Emissionsminderung im indischen Stromsektor durch erneuerbare Netzeinspeisung; keine Artikel-6-Anrechnung ausgewiesenProject Description, S. 3 (Stromerzeugung/Netzbezug) + „keine Art.-6-Angabe“: in Unterlagen nicht ausgewiesen

Was das Projekt beitragen kann

Hier fassen wir zusammen, was Uri II praktisch bewirkt – und warum das klimarelevant ist.

  1. 1

    Erneuerbaren Strom ins Netz bringen

    Uri II erzeugt Strom aus Laufwasserkraft und speist ihn ins Netz ein. Damit entsteht zusätzliche erneuerbare Erzeugung genau dort, wo Strom sonst häufig konventionell bereitgestellt wird.

  2. 2

    Fossile Stromerzeugung verdrängen

    Die Klimawirkung entsteht durch Verdrängung: Jede eingespeiste MWh Wasserkraft ersetzt im Baseline-Fall Strom aus dem bestehenden Strommix – und vermeidet so Emissionen, die andernfalls im Stromsektor anfallen würden.

  3. 3

    Verlässliche Erzeugung als Teil des Energiemixes liefern

    Als Wasserkraftanlage liefert Uri II Strom über den Betrieb hinweg kontinuierlich und unterstützt damit eine stabilere Stromversorgung – als Ergänzung zu wetterabhängigen erneuerbaren Energien.

  4. 4

    Langfristige Infrastruktur im Betrieb verankern

    Das Projekt ist auf einen langfristigen Betrieb ausgelegt. Die Klimawirkung entsteht nicht einmalig, sondern über Jahre hinweg – über kontinuierliche Stromproduktion und sauberes Anlagenmanagement.

  5. 5

    Messbarkeit und Nachvollziehbarkeit absichern

    Erzeugung und Netzeinspeisung werden als Monitoringdaten erfasst und die Emissionsminderungen nach anerkannter Methodologie berechnet. Die Ergebnisse werden im VCS-Prozess unabhängig geprüft/verifiziert – damit ist die Klimawirkung belastbar dokumentiert.

    Jetzt Informationen dazu anfordern

Globale Klimabedeutung

  • Klimawirkung zählt weltweit

    Treibhausgase wirken global. Vermeidene Emissionen aus dem Stromsektor tragen unabhängig vom Ort zur Stabilisierung des Klimasystems bei.

  • Dekarbonisierung dort, wo viel Strom gebraucht wird

    Erneuerbare Netzeinspeisung hat eine hohe Relevanz in Stromsystemen, in denen fossile Erzeugung weiterhin eine große Rolle spielt – weil Verdrängungseffekte dort besonders klimawirksam sein können.

  • Erneuerbare Erzeugung mit Systemnutzen

    Wasserkraft kann als verlässliche erneuerbare Quelle zur Stabilisierung des Strommixes beitragen und damit den Ausbau weiterer Erneuerbarer im System unterstützen. 

  • Langfristige Emissionsvermeidung durch langlebige Anlagen

    Als Infrastrukturprojekt entfaltet Uri II seine Wirkung über lange Zeiträume: Jede Betriebsstunde mit erneuerbarer Einspeisung bedeutet vermiedene Emissionen gegenüber dem Baseline-Strommix – kontinuierlich, nicht punktuell.

Sustainable Development Goals (SDGs) - Die relevanten und die ergänzenden Beiträge

Neben der Vermeidung von Treibhausgasemissionen stärkt Uri II vor allem die Bereitstellung erneuerbarer Elektrizität im Stromsystem. Das Projekt speist netzgekoppelten Wasserkraftstrom ein und trägt damit zur Reduktion von Emissionen im Energiesektor bei. Die wichtigsten Beiträge liegen bei SDG 7 (Bezahlbare und saubere Energie) und SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz). Weitere Ziele werden ergänzend unterstützt; einige sind als Randbeiträge einzuordnen.

  • Uri II erzeugt erneuerbaren Strom aus Laufwasserkraft und speist ihn in das Netz ein. Damit erweitert das Projekt den Energiemix um eine verlässliche erneuerbare Quelle und trägt zur Bereitstellung sauberer Elektrizität bei. 

    Beitrag:
    Das Projekt liefert erneuerbaren, netzgekoppelten Strom aus Wasserkraft und stärkt damit eine saubere Stromversorgung im Energiesystem. 

  • Die Klimawirkung entsteht durch vermeidene Emissionen im Stromsektor: Wasserkraftstrom ersetzt im Baseline-Fall Strom aus dem bestehenden Strommix. Die Emissionsminderungen werden nach ACM0002 auf Basis der eingespeisten Strommengen quantifiziert und im VCS-Prozess nachvollziehbar dokumentiert.

    Beitrag:
    Vermeidung von Treibhausgasemissionen durch Einspeisung erneuerbaren Wasserkraftstroms und Verdrängung konventioneller Stromerzeugung im Netz.

  • Als Infrastrukturprojekt stärkt Uri II die Energieinfrastruktur durch den Ausbau erneuerbarer Erzeugungskapazität und einen langfristig angelegten Anlagenbetrieb. 

    Beitrag:
    Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energieinfrastruktur durch eine langlebige Wasserkraftanlage mit netzgekoppelter Stromerzeugung. 

  • Bau, Betrieb und Wartung eines Wasserkraftwerks erfordern Personal, Betriebsketten und technische Dienstleistungen. Diese Effekte sind unterstützend, aber nicht der eigentliche Projektkern.

    Beitrag:
    Unterstützung von Beschäftigung und wirtschaftlicher Aktivität im Umfeld von Betrieb, Wartung und Infrastrukturmanagement im Energiesektor.

  • Eine stabilere, diversifizierte Stromversorgung wirkt sich indirekt positiv auf Versorgungssicherheit aus. Ein direkter Fokus auf Stadtentwicklung ist jedoch nicht Bestandteil des Projekts.

    Beitrag:
    Indirekte Unterstützung von Versorgungssicherheit durch zusätzliche erneuerbare Netzeinspeisung – ohne expliziten Stadtbezug.

So entsteht die CO₂-Einsparung

Im Stromsektor entstehen Emissionen vor allem dann, wenn Elektrizität aus Kohle, Gas oder Öl erzeugt wird. Ein Wasserkraftprojekt wie Uri II setzt genau dort an: Es erzeugt erneuerbaren Strom und speist ihn ins Netz ein. Dadurch muss ein Teil des Stroms, der sonst konventionell erzeugt worden wäre, nicht mehr produziert werden.

Die CO₂-Einsparung wird über einen Vergleich ermittelt: Was wäre ohne das Projekt passiert (Baseline) – und was passiert mit dem Projekt tatsächlich. Ohne Uri II würde die gleiche Strommenge im Netz typischerweise durch den bestehenden Strommix bereitgestellt. Mit Uri II kommt diese Strommenge als Wasserkraft hinzu. Die Differenz entspricht den vermeidenden Emissionen.

Damit daraus CO₂-Zertifikate werden, wird die erzeugte und eingespeiste Strommenge kontinuierlich gemessen und nach einer anerkannten Methodologie (ACM0002) in Emissionsminderungen umgerechnet. Diese Berechnung basiert auf dokumentierten Monitoringdaten und wird anschließend unabhängig geprüft. Erst nach dieser Verifizierung werden die Emissionsminderungen als Zertifikate im Register ausgewiesen.

Einordnung und Transparenz

Das Wasserkraftprojekt Uri II ist nach dem Verified Carbon Standard (VCS) registriert und unterliegt einem regelmäßigen Monitoring sowie unabhängigen Verifizierungen durch akkreditierte Prüfstellen. Die ausgewiesenen Emissionsminderungen beruhen auf dokumentierten Monitoringdaten (insbesondere zur erzeugten und ins Netz eingespeisten Strommenge) und werden nach einer anerkannten Methodologie für netzgekoppelte erneuerbare Stromerzeugung quantifiziert. Erst auf Basis der geprüften Monitoring- und Verifizierungsberichte werden die Emissionsminderungen als Zertifikate im Register ausgewiesen.

Rechtssichere CO₂-Kompensation – mit belastbarer Datenbasis und sauberer Claim-Logik

CO₂-Ausgleich ist längst kein „Nice to have“ mehr. Wer heute Begriffe wie CO₂-kompensiert, CO₂-neutral oder klimaneutral nutzt, steht unter deutlich mehr Beobachtung: durch strengere Anforderungen an Umweltclaims, kritischere Stakeholder und eine wachsende Erwartung an Transparenz. Entscheidend ist deshalb nicht der Claim – sondern die Nachweisqualität dahinter.

Ein rechtssicherer Ansatz beginnt mit einer soliden Grundlage: Wir erstellen Ihren Corporate Carbon Footprint (CCF)und – wenn es um Produkte geht – Ihren Product Carbon Footprint (PCF) nach internationalen Standards. Daraus entsteht die Datenbasis für Nachhaltigkeitsberichte (z. B. VSME) und für eine Kommunikation, die auf prüfbaren Fakten statt auf Behauptungen beruht.

Beim CO₂-Ausgleich selbst sind drei Punkte zentral, um Greenwashing-Risiken zu minimieren:

  • Transparente Methodik: klare Bilanzgrenzen, saubere Projektlogik, nachvollziehbare Wirkmechanismen
  • Unabhängige Prüfung: Monitoring, Verifizierung und Registerführung nach anerkannten Standards
  • Saubere Kommunikation: präzise Begriffe, keine Überversprechen, eindeutige Aussagen zu „was“ und „wie“ kompensiert wurde

So wird CO₂-Kompensation ein fachlich sauber eingeordneter Baustein im CO₂-Management – inklusive Unterstützung bei Projektwahl, Dokumentation und einer claim-sicheren Textlogik für Website, Angebote und Reporting.