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Was passiert, wenn man nichts macht – und CO₂-Daten fehlen?

28.04.26Lesezeit:

CO₂-Daten tauchen zunehmend dort auf, wo Entscheidungen getroffen werden. Das lässt sich inzwischen in vielen Branchen beobachten. Weniger offensichtlich ist, was geschieht, wenn sie fehlen.

Es funktioniert auch ohne – zumindest eine Zeit lang.

CO₂-Daten lassen sich oft wegargumentieren. Sichtbar wird der Unterschied erst dann, wenn Angebote nebeneinander liegen – und manche diese Information einfach mitliefern.

CO₂-Daten sind selten der Aufhänger.
Meistens stehen sie einfach irgendwann mit in der Anfrage.

Sandra kennt diese Situationen aus zwei Perspektiven:
früher kurz im Einkauf – danach viele Jahre Geschäftsführerin bei natureOffice. 
Heute sprechen wir einfach mal mit ihr darüber.

 

Frage: Sandra, du warst vor vielen Jahren selbst im Einkauf tätig. Welche Rolle haben CO₂-Daten damals gespielt?

Sandra: Gar keine. Das Thema gab es im Alltag schlicht nicht. Weder in Ausschreibungen noch in Gesprächen. Es war einfach kein Kriterium.

Frage: Und heute?
Sandra: Heute ist es genau das Gegenteil – und trotzdem passiert erstmal nichts. Ich kenne das vor allem aus der Arbeit mit unseren Kundinnen und Kunden. Die erzählen uns genau diese Situationen. Da tauchen CO₂-Daten plötzlich auf, stehen irgendwo mit in der Anfrage – aber sie lösen selten direkt etwas aus. Und dann gibt es diese Momente, wo es auf einmal ganz, ganz eilig wird. Weil doch noch eine Angabe gebraucht wird. Oder weil eine Anfrage konkreter wird als gedacht.

Frage: Wie meinst du das?
Sandra: Naja, wenn ein Wert fehlt, passiert ja erstmal nichts.
Angebote werden trotzdem abgegeben, Projekte umgesetzt, Beziehungen laufen weiter. Es gibt keinen Punkt, an dem plötzlich jemand sagt: „Ohne das geht es nicht mehr.“

Frage: Also kein klarer Moment, an dem es kritisch wird?
Sandra: Genau. Es gibt keinen Punkt, an dem es plötzlich kippt. Keinen Umschaltmoment, keine klare Schwelle. Und es ist schon so: In vielen Situationen lässt sich die Nicht-Verfügbarkeit von CCFs – und noch häufiger von PCFs – erstmal wegargumentieren. Mit ein bisschen Einordnung, ein bisschen Erklärung, warum es gerade nicht vorliegt. Das funktioniert oft erstaunlich lange. Der Umgang – oder ehrlich gesagt eher der Nicht-Umgang – mit CO₂-Daten bleibt dadurch lange folgenlos. Zumindest auf den ersten Blick.

Frage: Und trotzdem verändert sich etwas, oder?
Sandra: Ja, genau das ist der Punkt. Es passiert nichts – aber im Hintergrund verschiebt sich etwas. CO₂-Daten stehen plötzlich mit im Raum. Nicht als zentrales Kriterium, aber als zusätzliche Information, die den Vergleich erleichtert. Und im Vergleich wird es dann sichtbar. Dass manche Anbieter diese Angaben einfach mitliefern – und andere nicht. Das ist kein harter Ausschluss.
Aber es macht einen Unterschied in der Wahrnehmung. Nicht, weil die Zahl perfekt ist. Sondern weil sie da ist.

Frage: Was bedeutet das intern für die Unternehmen?
Sandra: Der Aufwand verlagert sich nach innen. Solange die Daten nicht strukturiert vorliegen, wird jede Anfrage einzeln gelöst. Man sucht Informationen zusammen, rechnet unter Zeitdruck, stimmt sich ab. Das wirkt erstmal wie eine Ausnahme. Aber es wiederholt sich. Und mit jeder neuen Anfrage fängt man wieder von vorne an. Nach außen sieht man davon wenig. Da steht einfach ein Angebot. Aber intern entsteht ein Muster. Und das kostet Zeit – vor allem, weil es jedes Mal wieder neu organisiert werden muss.

Frage: Wann wird das zum Problem?
Sandra: Eigentlich nie an einem einzelnen Punkt. Es ist eher die Summe. Eine Rückfrage hier, ein bisschen Mehraufwand dort, ein Angebot, das sich nicht ganz so leicht einordnen lässt. Für sich genommen alles unkritisch. Aber in der Wiederholung verändert es die Abläufe. Und irgendwann merkt man: Es wäre einfacher gewesen, das Thema einmal sauber aufzusetzen.

Frage: Worum geht es am Ende eigentlich?
Sandra: Am Ende geht es ja gar nicht um Vollständigkeit. Sondern darum, ob man mit den Daten umgehen kann. Ob sie nachvollziehbar sind. Und ob man sie wieder bereitstellen kann, wenn sie gebraucht werden. Nicht die einzelne Zahl ist entscheidend. Sondern der Umgang damit. Wie so oft im Leben! ;-)

Wie gehen Sie heute mit Ihren CO₂-Daten um?

Einmal sauber aufsetzen statt immer wieder anfangen

Fragen? Antworten!

Sandra Millei

Kennt die Praxis – und die Fragen, die plötzlich dringend werden.

sandra.millei.ext@natureoffice.com

Ich freue mich auf jede Email...

+49 151 23049431

... und auf jedes Gespräch.