Weniger Holzkohle, weniger Rauch – mehr Gesundheit
Promoting Improved Cooking practices, Nigeria
In Nigeria ersetzen verbesserte Kochöfen traditionelle Kochstellen mit Holz oder Holzkohle – oft offene Feuerstellen oder sehr ineffiziente Öfen.
Die verbesserten Öfen kommen mit deutlich weniger Brennstoff aus. Das senkt Rauch in der Küche, reduziert Emissionen und entlastet Haushaltsbudgets. Über die Nutzungsdauer der Öfen entstehen so Jahr für Jahr messbare Treibhausgasminderungen.
Ein Projekt, das zeigt: Technik muss nicht kompliziert sein, um Wirkung zu haben – wenn sie im Alltag funktioniert und sauber dokumentiert ist.
Technische Projektdaten – (GS7312)
Die wichtigsten Fakten zum Kochofenprojekt auf einen Blick.
| Parameter | Beschreibung | Quelle |
|---|---|---|
| Projektstandort | Nigeria, alle Regionen; geografische Referenz (Land): 9° 4' 55.196" N, 8° 40' 30.997" E | PDD, Abschnitt A.2 (Location of project) / Monitoring Report, Abschnitt A.2 |
| Projekttyp | Verbreitung hocheffizienter Toyola-Kochöfen als Ersatz für ineffiziente Kochstellen / offene Feuer | Monitoring Report, Abschnitt A.1 (General description of project) |
| Projektstandard | Gold Standard for the Global Goals (GS4GG) | PDD, Deckblatt/Key Project Information (GS4GG) |
| Methodologie | Technologies and Practices to Displace Decentralized Thermal Energy Consumption, Version 3.1 | Monitoring Report, Abschnitt A.3 |
| Projektbeginn | Projektaktivität im GS-Kontext ab Start der Kreditierungsperiode (s. Crediting Period) | Monitoring Report, Abschnitt A.4 |
| Crediting Period | 1. Kreditierungsperiode: 24.10.2017 – 23.10.2022, 5 Jahre, zweimal verlängerbar | Monitoring Report, Abschnitt A.4 |
| Projektstatus | Zertifiziertes Gold-Standard-Projekt (im Monitoring aktiv berichtet) | PDD (Key Project Information) + Monitoring Report |
| Art der Technologie | Nicht-elektrische Kochöfen (Haushalt & gewerblich), mehrere Größen – gleiche Grundtechnologie, als homogene Projektpopulation behandelt | Monitoring Report, Abschnitt B.1 |
| Anzahl der Ofenmodelle | 5 Modellgrößen: Household Small/Medium/Large (HS/HM/HL) + Community/Commercial Small/Large (CS/CL) | PDD, Abschnitt A.3 (Technologies/measures) |
| Brennstofftyp | Holzkohle (charcoal) | Monitoring Report, Abschnitt B.1 |
| Thermische Effizienz | Projektstove: Ø 34,87 % (aus WBT-Ergebnissen; modellbezogene Werte im PDD) | PDD, Monitoring-/Methodikteil (Hinweis „Project stove thermal efficiency … 34.87% from WBT results“) |
| Maximale Lebensdauer der Öfen | Technische Lebensdauer: 10 Jahre (Herstellerangabe) | PDD, Technik-/Stove-Spezifikation (direkt nach Effizienz-Tabelle) |
| Verteilte Kochöfen (gesamt) | 494.837 verkaufte/verteilte Öfen bis 31.12.2022 | Monitoring Report, Abschnitt A.2 (Sales Summary) |
| Kochöfen im aktuellen Monitoringzeitraum | 426.495 Öfen als crediting-fähig im Monitoring (nach Korrekturfaktor für Mehrfachöfen pro Haushalt) | Monitoring Report, Abschnitt A.2 (Eligibility / correction factor) |
| Hauptwirkungsmechanismus | Weniger Holzkohle durch effizientere Öfen; Emissionsminderung u. a. über Nicht-Erneuerbarkeit der Biomasse (fNRB: 93 %) und reduzierten Brennstoffbedarf | Monitoring Report, Daten-/Parameterteil (fNRB-Wert) |
| Monitoring & Verifizierung | Monitoring u. a. über regelmäßige Surveys (Nutzung/Adoption), konservative Annahmen & Nachweisführung; unabhängige Prüfung im Rahmen GS-Verifizierung | PDD, Monitoringbeschreibung (jährliche Surveys) + Monitoring Report |
| Carbon-Credit-Rating | Derzeit kein externes projektbezogenes Rating ausgewiesen | Projektunterlagen (PDD/MR): keine Ratingangabe |
| Carbon-Credit-Rating-Typ | Keine externe Rating-Methodik angewendet/ausgewiesen | Projektunterlagen (PDD/MR): keine Ratingangabe |
| Artikel-6-Autorisierung (Pariser Abkommen) | Keine Autorisierung ausgewiesen | Projektunterlagen (PDD/MR): keine Artikel-6-Angabe |
| CCP-Status (ICVCM) | Keine CCP-Klassifizierung ausgewiesen | Projektunterlagen (PDD/MR): keine CCP-Angabe |
| Umgang mit Doppelzählungsrisiken | Gold-Standard-Regelwerk; zusätzlich: Carbon-Rights/Waiver in der Endkundendokumentation (Übertragung der Carbon Credit Rights an Projektträger) | PDD, Abschnitt A.2 (Carbon Credit Rights / waiver in sales record) |
| Zusätzlichkeit | Zusätzlichkeit/Finanzbedarf im Rahmen GS4GG-Regeln dargelegt (deemed additional / financial need nach GS-Anforderungen) | PDD, Abschnitt B.5 (Demonstration of additionality) |
| Langfristigkeit der Emissionsminderung | Wirkung über mehrjährige Nutzung der Öfen (Lebensdauer + Adoption/Usage-Monitoring) | PDD (10 Jahre Lebensdauer + Monitoringlogik) |
| Permanenz der Klimawirkung | Nutzungsabhängige Emissionsvermeidung (keine physische Permanenz wie bei Senkenprojekten) | Projekttyp-Einordnung (Kochofenmethodik/GS-Logik) |
| Risikomanagement & Absicherung | Korrekturfaktoren (z. B. Mehrfachöfen je Haushalt), konservative Abgrenzung des Monitoringzeitraums, laufendes Monitoring der Nutzung | Monitoring Report, Abschnitt A.2 (correction factor) + Monitoringteil |
| Soziale & ökologische Safeguards | Gold-Standard-Safeguarding Principles + projektspezifische Bewertung (inkl. Gender-Aspekte) | PDD, Abschnitt D (Safeguarding/Gender) |
Was das Projekt beitragen kann
Hier fassen wir zusammen, was das Projekt tatsächlich erreichen soll und welche praktischen Veränderungen dadurch möglich werden.
- 1
Effizient kochen statt auf alten Kochstellen
In Nigeria ersetzt das Projekt traditionelle, ineffiziente Kochstellen durch verbesserte Kochöfen. Weil pro Mahlzeit weniger Brennstoff nötig ist, sinken Emissionen aus der Verbrennung messbar. So entsteht Klimawirkung in einem Bereich, der im Alltag riesig ist – aber oft unterschätzt wird.
- 2
Haushalte entlasten – Zeit, Geld, Aufwand
Wenn der Brennstoffbedarf sinkt, sinken auch die laufenden Kosten. Gleichzeitig reduziert sich der Aufwand für Beschaffung und Lagerung. Das ist keine „nice-to-have“-Wirkung, sondern für viele Familien schlicht spürbare Entlastung – jeden Tag.
- 3
Weniger Druck auf Holz- und Holzkohleressourcen
Weniger Verbrauch heißt: weniger Nachfrage. Das kann den Druck auf lokale Biomasseressourcen senken – besonders dort, wo Holzkohle und Holz knapp werden oder immer weiter beschafft werden müssen. Klimaschutz hier ist auch Ressourcenschutz.
- 4
Lokale Strukturen stärken – Markt statt Einmalaktion
Das Projekt setzt auf Verbreitung über lokale Produktion/Vertrieb und Qualitätssicherung. Damit entsteht nicht nur eine Lieferung von Öfen, sondern ein stabilerer Markt für effiziente Kochtechnologien – inklusive Jobs, Know-how und Service vor Ort.
- 5
Weniger Rauch in Innenräumen – weniger Belastung
Effizientere Verbrennung bedeutet meist auch: weniger Rauch und Ruß in der Küche. Das verbessert die Luftqualität in Innenräumen und senkt Gesundheitsrisiken, besonders für Menschen, die viel am Kochplatz sind – häufig Frauen und Kinder. Gleichzeitig sinkt die lokale Umweltbelastung.
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Globale Klimabedeutung
Emissionsminderung
Effiziente Kochöfen sind ein direkter Hebel für messbare Emissionsminderung im Haushaltssektor. In Nigeria entsteht die Klimawirkung vor allem dadurch, dass pro Kochvorgang weniger Brennstoff verbrannt wird – und damit weniger CO₂e anfällt. Die Einsparung wird über Monitoring und Verifizierung nachvollziehbar gemacht und in CO₂-Zertifikaten abgebildet.
Weniger Brennstoff – weniger Druck auf Ressourcen
Der wichtigste Mechanismus ist simpel: weniger Verbrauch. Wenn ein Haushalt für die gleiche Mahlzeit deutlich weniger Holzkohle benötigt, sinkt die Nachfrage nach nicht erneuerbarer Biomasse. Das wirkt nicht nur auf Emissionen, sondern entlastet auch die lokalen Brennstoffketten – besonders dort, wo Holzkohle knapp oder teuer wird.
Sauberere Verbrennung, weniger Rauch
Verbesserte Öfen arbeiten effizienter als traditionelle Kochstellen. Das führt in der Regel zu einer saubereren Verbrennung – mit weniger Rauch und Schadstoffen in Innenräumen. Gleichzeitig sinken Emissionen, die bei ineffizienter Verbrennung entstehen. Klimaschutz und lokale Umweltwirkung laufen hier gemeinsam – nicht nacheinander.
Zusätzlichkeit
Der flächige Aufbau von Produktion, Vertrieb und Qualitätssicherung für effiziente Kochöfen passiert nicht „von allein“. Die Erlöse aus dem Klimaschutzmarkt sind ein zentraler Finanzierungstreiber: Sie ermöglichen Reichweite, Standards und Monitoring – und damit erst die Größenordnung, in der die Wirkung messbar und dauerhaft wird. Ohne diese Klimafinanzierung wäre das Programm typischerweise kleiner, langsamer oder wirtschaftlich nicht tragfähig.
Sustainable Development Goals (SDGs) - Die relevanten und die ergänzenden Beiträge
Neben der CO₂-Wirkung hat das Nigeria-Kochofenprojekt typische Zusatznutzen im Haushalt: weniger Brennstoffbedarf, saubereres Kochen, Entlastung im Alltag – und (je nach Umsetzung) Effekte in Vertrieb/Produktion vor Ort. Die stärksten, direkt ableitbaren Beiträge liegen bei SDG 7 und SDG 13. Weitere SDGs werden sekundär unterstützt oder sind eher Randbeiträge (weil sie indirekt wirken und stark vom lokalen Kontext abhängen).
Das Projekt bringt effizientere Kochtechnologie in Haushalte und kleine Betriebe. Dadurch wird Energie beim Kochen besser genutzt – mit weniger Brennstoff pro Mahlzeit.
Beitrag: Effizientere Energienutzung im Alltag und geringerer Verbrauch von Brennstoff (z. B. Holzkohle).Weniger Brennstoffverbrauch bedeutet weniger Emissionen aus der Verbrennung. Die Einsparung wird über Monitoring erfasst und als CO₂-Minderung ausgewiesen.
Beitrag: Messbare Treibhausgasminderung durch effizientere Kochmethoden.Kochofenprogramme dieser Art bauen meist Vertrieb, Service und teils auch Produktion/Assemblierung lokal auf. Das kann Einkommen und Jobs in Liefer- und Servicenetzen stärken.
Beitrag: Lokale Wertschöpfung über Verkauf, Distribution, Wartung und Schulung.Der reduzierte Brennstoffbedarf führt zu einem sparsameren Ressourceneinsatz im Haushalt – nicht als „Verzicht“, sondern als Effizienzgewinn.
Beitrag: Ressourcenschonenderer Umgang mit Biomasse/Brennstoff im Haushaltssektor.Effizientere Verbrennung kann die Rauchbelastung in Innenräumen verringern – das verbessert Kochbedingungen und kann Gesundheitsrisiken reduzieren.
Beitrag: Indirekter Gesundheitseffekt durch weniger Rauch/Feinstaub in der Küche.Wenn weniger Brennstoff nachgefragt wird, kann das den Druck auf Wald- und Biomasseressourcen senken. Das ist ein unterstützender Effekt – kein direkter Naturschutzmechanismus.
Beitrag: Potenziell geringerer Druck auf Holzressourcen durch reduzierten Brennstoffverbrauch.
So entsteht die CO₂-Einsparung
Saubere Kochöfen verbrauchen deutlich weniger Brennstoff als traditionelle Feuerstellen. Dadurch wird weniger Holz, Holzkohle oder andere Biomasse verbrannt – und genau das reduziert CO₂-Emissionen.
Die eingesparte Brennstoffmenge lässt sich erfassen und bildet die Grundlage für CO₂-Zertifikate.
Herkömmliche Kochstellen sind oft ineffizient und benötigen große Mengen Holz oder Kohle. Effiziente Öfen nutzen Wärme besser aus, verbrennen sauberer und verkürzen die Kochzeit. Jede eingesparte Brennstoffeinheit bedeutet weniger Emissionen aus der Verbrennung.
Je nach Region und genutztem Brennstoff gibt es klar definierte Emissionsfaktoren, die angeben, wie viel CO₂ pro Kilogramm Holz oder Kohle entsteht.
Für Projekte wird berechnet, wie viel Brennstoff ohne den sauberen Ofen verbraucht worden wäre (Baseline) und wie viel tatsächlich benötigt wird. Die Differenz zeigt, wie viele Emissionen vermieden wurden. Diese Werte werden geprüft und regelmäßig aktualisiert – und daraus entstehen die CO₂-Zertifikate.
Einordnung und Transparenz
Dieses Kochofenprojekt ist nach dem Gold Standard for the Global Goals registriert und wird regelmäßig überwacht und verifiziert. Die ausgewiesenen Emissionsminderungen basieren auf geprüften Monitoringberichten sowie anerkannten Methoden zur Berechnung von Treibhausgasreduktionen im Haushaltssektor.
Das Projekt steht exemplarisch für Klimaschutzmaßnahmen im Haushaltssektor, die messbar, nachvollziehbar und langfristig angelegt sind.