Sauberes Brunnenwasser – weniger Aufwand, weniger Emissionen
Eritrea Community Boreholes, Eritrea
Das Projekt setzt in ländlichen Regionen Eritreas bestehende Brunnenanlagen (Boreholes mit Handpumpen) wieder instand und hält sie über ein Wartungs- und Reparatursystem dauerhaft betriebsbereit. So wird aus „irgendwie Wasser bekommen“ wieder eine verlässliche Versorgung.
Haushalte erhalten dadurch Zugang zu sauberem Wasser aus funktionierenden Brunnen – und müssen es deutlich seltener über dem Feuer abkochen. Genau hier entsteht die Klimawirkung: weniger Feuerholz für die Wasseraufbereitung bedeutet weniger Emissionen aus der Verbrennung.
Die Emissionsminderungen werden im Gold-Standard-Prozess über Monitoring (u. a. Nutzer-/Versorgungsnachweise, Wasserqualitätstests und regelmäßige Vor-Ort-Kontrollen an den Brunnen) erfasst und unabhängig verifiziert.
Technische Projektdaten – GS5125
Die wichtigsten Fakten zum Brunnenprojekt auf einen Blick.
| Parameter | Beschreibung | Quelle |
|---|---|---|
| Projektstandort | Eritrea; Regionen Zoba Maekel, Zoba Debub, Zoba Anseba | PDD, Abschnitt A.2.2 |
| Projekttyp | Rehabilitation & Betrieb/Wartung von Community-Brunnen (Boreholes), um sicheren Trinkwasserzugang bereitzustellen und Abkochen zu vermeiden | Verification Report, Project Description |
| Projektstandard | Gold Standard for the Global Goals (GS4GG) | Verification Report, Basic Information |
| Methodologie | Emission Reductions from Safe Drinking Water Supplies (ERSDWS), Version 1 | Validation Report (Renewal), Methodology |
| Projektbeginn | Startdatum im Projekt-/Crediting-Kontext: 22.09.2016 (Beginn CP1) | Validation Report (Renewal), Abschnitt D.3 |
| Crediting Period | CP1: 22.09.2016 – 21.09.2023; CP2: 22.09.2023 – 21.09.2030 | Validation Report (Renewal), Abschnitt D.3 |
| Projektstatus | Gold-Standard-Projekt; Monitoring/Verifizierung je Monitoringperiode (z. B. MP4/MP5 berichtet) | Project Annual Report, Monitoring Summary |
| Art der Technologie | Brunnen (Boreholes) mit Handpumpen; Versorgung ohne Brennstoffbedarf für die Wasserbereitstellung | PDD, Abschnitt A.3 |
| Art der Wasserstellen / Pumpentypen | Schwerpunkt India Mark II; weitere mögliche Pumpentypen u. a. India Mark III, Afridev, U3 modified | PDD, Abschnitt A.3 |
| Wirkungsansatz (Safe Water) | Vermiedenes Abkochen durch sicheren Brunnenzugang → weniger Feuerholz → weniger Emissionen aus Verbrennung | Verification Report, Project Description |
| Anzahl rehabilitierter Wasserstellen (gesamt) | Bis Ende des verifizierten Zeitraums: 163 rehabilitierte Boreholes (für ER-Berechnung genutzt) | Verification Report, Summary/Findings |
| Funktionsfähigkeit der Wasserstellen (Monitoring) | Pumpen werden durch In-Country-Team geprüft; bei Ausfällen Wartung/Reparatur | Project Annual Report, Monitoring Summary |
| Versorgte Haushalte/Personen (Monitoring) | Beispiel MP4: 50.055 zusätzliche Personen mit Zugang zu sicherem Wasser (SDG-Ergebnis) | Verification Report, SDG Results |
| Wasserqualität & Compliance (Monitoring) | Water Quality Tests (Boreholes & Haushalte) werden durchgeführt und dokumentiert | Project Annual Report, Monitoring Summary |
| Jährliche Emissionsreduktion | Beispiel verifizierter Zeitraum 31.08.2022 – 21.09.2023: 94.928 tCO₂e | Verification Report, Summary |
| Hauptwirkungsmechanismus | Safe-Water-Versorgung ersetzt Abkochen: weniger Feuerholzverbrauch im Haushalt → weniger Verbrennungsemissionen | Verification Report, Project Description |
| Monitoring & Verifizierung | Monitoring u. a. Project/Usage Surveys, Water Quality Tests, 5-Minute Stroke Tests; unabhängige Verifizierung | Project Annual Report, Monitoring Summary / Verification Report, Sampling & Tests |
| Carbon-Credit-Rating | Kein externes, projektbezogenes Rating ausgewiesen | Gold Standard Registry (Projektseite): keine Ratingangabe |
| Carbon-Credit-Rating-Typ | Keine externe Rating-Methodik ausgewiesen; Einordnung über Gold-Standard-Regelwerk | Gold Standard Registry (Projektseite) |
| Artikel-6-Autorisierung (Pariser Abkommen) | Keine Artikel-6-Autorisierung / kein CA ausgewiesen | Gold Standard Registry (Projektseite) |
| CCP-Status (ICVCM) | Kein CCP-Status ausgewiesen | Projektangaben/ICVCM: nicht ausgewiesen |
| Umgang mit Doppelzählungsrisiken | Eindeutige Zuordnung über GS-Register (Serialnummern, Issuance & Retirement); Boreholes sind über Projektlogik eindeutig identifizierbar (IDs/Koordinaten) | PDD, Abschnitt A.2.4 |
| Zusätzlichkeit | Umsetzung/Erhalt der Brunnen über Klimafinanzierung begründet (Erlöse aus Zertifikaten als Ermöglicher) | PDD, Abschnitt A.1 |
| Langfristigkeit der Emissionsminderung | Wirkung über mehrjährige Verfügbarkeit sicheren Wassers (Betrieb/Wartung als Kern des Ansatzes) | Verification Report, Project Description |
| Permanenz der Klimawirkung | Nutzungsabhängige Emissionsvermeidung (Avoidance; keine physische Permanenz wie bei Senken) | Methodology (ERSDWS v1), General approach |
| Risikomanagement & Absicherung | Wartung/Reparaturen; Monitoringtests (u. a. 5MST) und konservative Ansätze inkl. dokumentierter Abweichungen/Entscheide | Project Annual Report, Monitoring Summary / Verification Report, Deviations/Tests |
| Soziale & ökologische Safeguards | Gold-Standard-Safeguard-System inkl. Stakeholder-/Beschwerdemechanismen | Local Stakeholder Consultation Report / Gold Standard Safeguards |
Was das Projekt beitragen kann
Hier fassen wir zusammen, was das Projekt tatsächlich erreichen soll und welche praktischen Veränderungen dadurch möglich werden.
- 1
Brunnen wieder nutzbar machen – Versorgung stabilisieren
In Eritrea werden Community-Brunnen (Boreholes mit Handpumpen) repariert und wieder in Betrieb genommen. Der Fokus liegt nicht auf „neu bauen“, sondern auf dem, was oft entscheidend ist: vorhandene Infrastruktur so herstellen, dass sie wieder zuverlässig Wasser liefert.
- 2
Abkochen reduzieren – Feuerholzverbrauch senken
Wenn Wasser aus dem Brunnen sicher verfügbar ist, wird es im Haushalt seltener über dem Feuer aufbereitet. Dadurch sinkt der Bedarf an Feuerholz/Biomasse – und damit Emissionen aus der Verbrennung.
- 3
Alltag entlasten – Zeit, Wege, Kosten
Ein funktionierender Brunnen in erreichbarer Nähe kann Wasserwege verkürzen und den täglichen Aufwand reduzieren. Gleichzeitig fällt weniger Aufwand für Brennstoffbeschaffung an, wenn Abkochen zurückgeht. Das macht Versorgung planbarer – gerade in ländlichen Gemeinden.
- 4
Wirkung langfristig sichern – Wartung statt Einmalreparatur
Das Projekt setzt auf Betrieb über Jahre: Kontrollen, Reparaturen und klare Zuständigkeiten sorgen dafür, dass Brunnen nicht nach kurzer Zeit wieder ausfallen. Genau diese „Betriebslogik“ entscheidet über die dauerhafte Wirkung.
- 5
Gesundheit unterstützen – durch sauberes Wasser
Sicherer Zugang zu Trinkwasser reduziert Risiken, die mit unsicheren Wasserquellen verbunden sind. Zusätzlich kann weniger Abkochen die Rauchbelastung senken – wo Kochen/Heizen mit Biomasse bislang Alltag ist.
Globale Klimabedeutung
Klimaschutz über „Avoidance“ – ein eigener, relevanter Hebel
Nicht jeder Klimabeitrag entsteht über neue Energieanlagen. Safe-Water-Projekte wirken über vermiedene Emissionen: Wenn weniger Feuerholz fürs Abkochen gebraucht wird, sinken Emissionen dort, wo sie tatsächlich entstehen – im Alltag.
Skalierbar, weil es vorhandene Infrastruktur nutzt
Das Projekt setzt nicht auf „alles neu“, sondern auf Reaktivierung bestehender Brunnen. Dieser Ansatz ist in vielen Regionen übertragbar: Defekte Wasserstellen gibt es massenhaft – und Reparatur + Betrieb ist oft schneller skalierbar als Neubau.
Klimawirkung plus Resilienz – weniger Abhängigkeit von Brennstoffketten
Wenn Haushalte weniger abkochen müssen, sind sie weniger abhängig von Feuerholz-Verfügbarkeit und Brennstoffpreisen. Das macht Versorgung robuster – gerade bei Krisen, Knappheit oder steigenden Kosten. Klimawirkung und Resilienz laufen hier parallel.
Ein Projekt, das „Proof-Logik“ in einen Alltagssektor bringt
Haushaltsnahe Projekte gelten oft als schwer greifbar. Hier wird der Effekt aber in eine standardisierte Nachweislogikübersetzt (Gold Standard, Monitoring, Verifizierung, Registerprozesse). Das macht den Beitrag vergleichbar – und für Unternehmen besser nutzbar.
Sustainable Development Goals (SDGs) - Die relevanten und die ergänzenden Beiträge
Neben der dokumentierten Treibhausgasminderung durch vermiedenes Abkochen von Trinkwasser stärkt das Projekt in Eritrea ganz konkret die Grundversorgung im Alltag: reparierte Brunnen, verlässlicher Zugang zu sauberem Wasser und ein Betriebskonzept, das Funktion und Wartung mitdenkt. Damit unterstützt das Projekt mehrere Ziele der UN-Nachhaltigkeitsagenda (Sustainable Development Goals). Die wichtigsten Beiträge liegen bei SDG 6 (Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen) und SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz). Weitere Ziele werden ergänzend oder indirekt unterstützt; einige sind Randbeiträge.
Das Projekt setzt Community-Brunnen (Boreholes mit Handpumpen) instand und hält sie durch Wartung und Reparaturen betriebsbereit. So entsteht verlässlicher Zugang zu sicherem Wasser – nicht nur punktuell, sondern dauerhaft.
Beitrag: Verbesserter Zugang zu sauberem Trinkwasser durch funktionierende Brunnen.Die Klimawirkung entsteht über einen klaren Mechanismus: Wenn Wasser nicht regelmäßig abgekocht werden muss, sinkt der Bedarf an Feuerholz/Biomasse – und damit Emissionen aus der Verbrennung. Die Emissionsminderungen werden im Gold-Standard-Prozess nachvollziehbar ausgewiesen.
Beitrag: Messbare Treibhausgasminderung durch vermiedenen Brennstoffeinsatz zur Wasseraufbereitung.Sicheres Trinkwasser reduziert Risiken durch verunreinigtes Wasser. Zusätzlich kann weniger Abkochen die Rauchbelastung in Haushalten senken – dort, wo das vorher Alltag war.
Beitrag: Indirekter Gesundheitsnutzen durch sicheren Wasserzugang und potenziell weniger Rauch.Wasserholen und Wasseraufbereitung liegen vielerorts stark bei Frauen und Mädchen. Ein funktionierender Brunnen in erreichbarer Nähe kann Zeit- und Wegeaufwand reduzieren und Alltagsbelastung senken.
Beitrag: Mögliche Entlastung von Zeitaufwand und Wegezeiten (kontextabhängig, typisch für Wasserprojekte).Vermiedenes Abkochen führt zu geringerem Brennstoffverbrauch. Das verändert keine Konsummuster „im großen Stil“, ist aber ein klarer Effizienzgewinn im Alltag.
Beitrag: Ressourcenschonenderer Einsatz von Biomasse/Brennstoff durch geringeren Bedarf.Wenn weniger Feuerholz benötigt wird, kann das den Druck auf lokale Holzressourcen reduzieren. Das ist unterstützend – aber kein eigenständiger Naturschutzmechanismus des Projekts.
Beitrag: Potenziell geringerer Druck auf Holzressourcen durch reduzierten Brennstoffbedarf.
So entsteht die CO₂-Einsparung
Sicheres Trinkwasser aus funktionsfähigen Brunnen verändert einen ganz konkreten Alltagsschritt: Wasser muss seltener über dem Feuer aufbereitet werden. Genau hier entsteht die Klimawirkung. Wenn weniger Feuerholz oder andere Biomasse verbrannt wird, sinken die Emissionen aus der Verbrennung.
Diese vermiedene Brennstoffmenge ist erfassbar – und bildet die Grundlage für CO₂-Zertifikate.
In vielen Gemeinden ist Abkochen üblich, sobald Wasserquellen unsicher oder unzuverlässig sind. Das Projekt setzt deshalb beim System an: Es bringt Community-Brunnen (Boreholes mit Handpumpen) wieder in Betrieb und sorgt über Wartung, Kontrollen und Reparaturen dafür, dass die Wasserstellen auch langfristig funktionieren. Je verlässlicher der Brunnenzugang, desto seltener wird abgekocht – und desto geringer ist der Brennstoffbedarf im Haushalt.
Für die Berechnung werden zwei Situationen gegenübergestellt: Ohne Projekt (Baseline): typisches Abkochverhalten und der dafür nötige Brennstoffeinsatz. Mit Projekt (Projektfall): veränderte Wasseraufbereitung durch sicheren Zugang zu Brunnenwasser.
Aus der Differenz ergibt sich die vermiedene Brennstoffmenge und – über anerkannte Emissionsfaktoren – die vermiedenen CO₂e-Emissionen. Annahmen und Ergebnisse werden überprüft und regelmäßig aktualisiert. Daraus entstehen die CO₂-Zertifikate.
Einordnung und Transparenz
Das Brunnenprojekt ist unter dem Gold Standard for the Global Goals (GS4GG) registriert. Die ausgewiesenen Emissionsminderungen basieren auf geprüften Monitoringdaten und einer anerkannten Safe-Water-Methodik (ERSDWS v1 – Emission Reductions from Safe Drinking Water Supplies). Die Wirkung wird über Monitoring (u. a. Funktionsfähigkeit der Brunnen, Nutzungsnachweise, Wasserqualitätsprüfungen) erfasst und im Rahmen des Standards unabhängig verifiziert.
Rechtssichere Kompensation
Klimaschutz braucht heute vor allem eins: Belege, die halten – intern wie extern. natureOffice unterstützt Unternehmen dabei, Emissionen sauber zu bilanzieren und Kompensation so umzusetzen, dass sie prüfbar und kommunikationsfestbleibt.
Dafür sorgen wir zuerst für eine belastbare Datenbasis: Corporate Carbon Footprint (CCF) und Product Carbon Footprint (PCF) nach gängigen Standards – als Grundlage für Reporting (z. B. VSME) und eine klare, nachvollziehbare Kommunikation.
Und bei der Kompensation achten wir auf die Punkte, die später wirklich zählen: Stilllegung im Register, saubere Projektunterlagen, nachvollziehbare Methodik und eine Dokumentation, die Sie einfach weitergeben können. Gold-Standard-Projekte wie dieses Brunnenprojekt in Eritrea stehen genau für diese Proof-Logik: Wirkung im Alltag – und ein Nachweisweg, der transparent bleibt.