Windstrom aus der Rotmeer-Region – Ras Ghareb
Ras Ghareb Wind Energy Project, Ägypten
Das Ras Ghareb Wind Energy Project liegt in Ägypten im Red Sea Governorate, rund 20 km westlich von Ras Ghareb am Golf von Suez. Es ist ein netzgekoppelter Windpark mit 262,5 MW installierter Leistung (125 Windenergieanlagen) und speist den erzeugten Strom in das ägyptische Stromnetz ein; die Elektrizität wird an die staatliche Netzgesellschaft EETC geliefert.
Durch die Einspeisung von Windstrom kann rechnerisch Strom aus dem bestehenden Netz-Mix ersetzt werden, der ohne das Projekt weiterhin auch durch konventionelle, emissionsintensive Kraftwerke bereitgestellt würde. Genau dort entsteht die Klimawirkung: im Stromsystem – weil die tatsächlich ins Netz gelieferte Strommenge gemessen und dokumentiert wird und sich die vermiedenen Emissionen so nachvollziehbar quantifizieren lassen (Methodologie ACM0002).
Ein Projekt, das zeigt, wie großskalige Windenergie dauerhaft zur klimafreundlicheren Stromversorgung beitragen kann – als Infrastruktur im laufenden Betrieb, mit klarer Verdrängungslogik und messbarer Wirkung über die Netzeinspeisung.
Technische Projektdaten – GS 11557
Die wichtigsten Fakten zum Windkraftprojekt auf einen Blick.
| Parameter | Beschreibung | Quelle |
|---|---|---|
| Projektstandort | Ägypten; Red Sea Governorate; ca. 20 km westlich von Ras Ghareb (Golf von Suez); Projektgrenze & Koordinaten dokumentiert. | TRF, Section A.2–A.3; MR, Koordinaten-/Anlagenübersicht |
| Projekttyp | Netzgekoppeltes Onshore-Windenergieprojekt (Sectoral Scope 01 – Energy Industries). | MR, Project/Key information; PDD, Section A.1 |
| Projektstandard | Gold Standard for the Global Goals (GS4GG) (Gold Standard). | MR, Header/Key information; FVR/Verification Report, Header |
| Zusatzstandard | Kein zusätzlicher Standard in den vorliegenden Unterlagen ausgewiesen. | Projektunterlagen |
| Projektentwickler | Project Developer/Proponent: Ras Ghareb Wind Energy S.A.E. (RGWE); Stromverkauf/Netzeinspeisung an Egyptian Electricity Transmission Company (EETC). | MR, Section A.1; PDD, Section A.1; TRF, Ownership/PPA |
| Technologie / Ansatz | Betrieb eines Windparks mit 125 Windenergieanlagen (je 2,1 MW; gesamt 262,5 MW); Netzeinspeisung ins nationale Netz (u. a. Umspannwerk/Netzanbindung; SCADA & Zählerkonzept dokumentiert). | MR, Section A.1 & Monitoring/Technical description; TRF, Section A.3 |
| Baseline-Szenario | Ohne Projekt würde die entsprechende Strommenge durch das bestehende Stromsystem bereitgestellt (inkl. fossiler, THG-intensiver Erzeugung im Netz). | MR, Baseline/Project purpose; PDD, Section A.1 |
| Methodologie | ACM0002 – Grid-connected electricity generation from renewable sources (in Unterlagen für CP1/Transition u. a. Version 20.0; für CP-Renewal u. a. Version 22.0 referenziert). | MR/Transition Request, Methodology; PDD CP-Renewal, Methodology |
| Projektbeginn | Crediting-Period-Start: 22.12.2020 (Start der anrechenbaren Emissionsminderungen im GS-Kontext; Zeitstrahl/Meilensteine dokumentiert). | MR, Timeline/Key dates; Transition/Verification summary |
| Crediting Period | Gesamt 15 Jahre: 22.12.2020–21.12.2035; Certification Renewal Cycles in 5-Jahres-Schritten (z. B. 22.12.2020–21.12.2025; 22.12.2025–21.12.2030). | FVR/Verification Report, Crediting period; MR/PDD, Crediting cycles |
| Projektstatus | Windpark im Betrieb; Transition von CDM zu GS4GG dokumentiert; Issuance/GSVER-Ausgabe für Monitoringperioden ausgewiesen. | MR, Status/Timeline; FVR/Verification Report, Conclusion |
| Jährliche Emissionsminderungen | Für Monitoringperiode 1 (22.12.2020–31.07.2022): insgesamt 1.092.909 tCO₂e (Aufteilung nach Jahren im MR enthalten). | MR, Emission reductions summary/table |
| Hauptwirkungsmechanismus | Verdrängung emissionsintensiver Netzstromerzeugung durch gemessene Einspeisung von Windstrom ins nationale Stromnetz. | MR, Project purpose/baseline; PDD, Section A.1 |
| Monitoring & Verifizierung | Monitoring über Strommessung (Haupt-/Backup-Zähler), SCADA/Datenmanagement und Dokumentation der Netzeinspeisung; unabhängige Verifizierung im GS-Prozess. | MR, Monitoring approach; Verification Report, Scope/Opinion |
| Zusätzlichkeit | Zusätzlichkeit wird über die in ACM0002 vorgesehenen Tools adressiert (u. a. Additionality-/Investment-/Common-Practice-Tools im Projektkontext referenziert). | PDD, Additionality/tools; MR, Methodology/tools |
| Permanenz & Risikomanagement | Keine Permanenz-Problematik wie bei AFOLU; Risiken v. a. Mess-/Datenqualität, adressiert über Monitoring-Setup und Verifizierung. | MR, Monitoring controls; Verification Report, Findings/approach |
| Carbon-Credit-Rating | Kein externes Carbon-Credit-Rating in den vorliegenden Projektdokumenten ausgewiesen. | Projektunterlagen |
| Carbon credit rating type | Keine projektbezogene externe Bewertung (z. B. BeZero, Sylvera) ausgewiesen. | – |
| Artikel-6-Autorisierung (Pariser Abkommen) | Keine Angabe in den vorliegenden Projektdokumenten. | Projektunterlagen |
| CCP-Status (ICVCM) | Keine Angabe in den vorliegenden Projektdokumenten. | Projektunterlagen |
| Umgang mit Doppelzählungsrisiken | Keine parallelen Programme/Credits für dieselben Zeiträume beansprucht; Transition von CDM zu GS4GG dokumentiert; Ausgabe/Serialisierung über Gold-Standard-Registerprozesse. | FVR/Verification Report, Double counting check; MR, Transition/statement |
| Monitoring-Ansatz | Netzeinspeisung über Haupt-/Backup-Zähler, Plausibilisierung über SCADA; Reporting je Monitoringperiode; Verifizierung via Dokumenten- und Vor-Ort-Prüfung. | MR, Monitoring approach; Verification Report, Audit/assessment |
| Projektlaufzeit / Langfristigkeit | Erwartete technische Lebensdauer ca. 20 Jahre (als Annahme ausgewiesen); GS-Crediting in Zyklen innerhalb der Gesamtlaufzeit. | TRF, Useful life; PDD/MR, Crediting cycles |
| Beitrag zur nationalen Klimastrategie | Beitrag über Ausbau erneuerbarer Erzeugungskapazität im ägyptischen Stromsystem und Verringerung fossiler Stromerzeugung (über Netzeinspeisung/Verdrängungslogik). | MR/PDD, Project purpose & baseline |
Was das Projekt beitragen kann
Hier fassen wir zusammen, was das Projekt tatsächlich erreichen soll und welche praktischen Veränderungen dadurch möglich werden.
- 1
Erneuerbaren Netzstrom in Ägypten ausbauen
Der Windpark liefert kontinuierlich Strom ins nationale Netz. Für die Region am Golf von Suez heißt das: erneuerbare Erzeugung ist nicht „Pilot“, sondern echte Infrastruktur – mit spürbarer Menge im System.
- 2
Fossile Stromerzeugung im Alltag ersetzen
Jede Kilowattstunde Windstrom, die ins Netz geht, reduziert den Bedarf, Strom aus konventionellen Kraftwerken bereitzustellen. Das ist der direkte Hebel im Stromsystem – dort, wo die Versorgung tatsächlich stattfindet.
- 3
Versorgung robuster machen – gerade bei wachsendem Bedarf
Mehr verlässliche Einspeisung aus Wind hilft, die Stromversorgung breiter aufzustellen. Das macht das System weniger abhängig von einzelnen fossilen Quellen und reduziert das Risiko, dass Versorgungslücken nur durch „mehr fossil“ geschlossen werden.
- 4
Regionale Betriebs- und Serviceketten stärken
Ein Windpark dieser Größe braucht laufend Wartung, Instandhaltung, Logistik, Sicherheitsprozesse und Technikpersonal. Das sind wiederkehrende Aufgaben – und damit reale, dauerhafte Effekte in der Region, nicht nur während der Bauphase.
- 5
Importabhängigkeit und Brennstoffdruck senken
Windstrom kommt ohne Brennstoffkette aus. Weniger fossile Erzeugung heißt: weniger Bedarf an Gas/Öl/anderen Brennstoffen im Strommix – ein praktischer Systemeffekt, der gerade in Zeiten schwankender Brennstoffpreise und Importkosten zählt.
Globale Klimabedeutung
Stromsektor dekarbonisieren – globaler Hebel
Der Stromsektor zählt weltweit zu den größten Emissionsquellen. Jede zusätzliche Kilowattstunde Windstrom im Netz kann rechnerisch konventionelle, emissionsintensive Stromerzeugung ersetzen – und vermeidet Emissionen dort, wo sie systemisch entstehen.
Sauberer Netzstrom als Schlüssel für die Energiewende
Ohne sauberen Strom lässt sich kaum etwas sauber machen: weder E-Mobilität noch Wärmepumpen noch Teile der Industrie. Windenergie wirkt im Kern des Systems – und unterstützt damit die Grundlage für breitere Dekarbonisierung über Sektoren hinweg.
Wirkung über Jahre statt Einmaleffekt
Ein Windpark ist Infrastruktur. Die Klimawirkung entsteht nicht einmalig, sondern durch fortlaufende Einspeisung – und damit durch wiederholte Verdrängung konventioneller Erzeugung, solange die Anlage betrieben wird.
Klimafinanzierung kann Tempo und Stabilität erhöhen
Große Windprojekte brauchen hohe Anfangsinvestitionen und langfristige Planungssicherheit. Erlöse aus dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt können dazu beitragen, solche Projekte wirtschaftlich abzusichern – und erneuerbare Kapazitäten verlässlicher und früher ins System zu bringen.
Sustainable Development Goals (SDGs) - Die relevanten und die ergänzenden Beiträge
Neben der Reduktion von Treibhausgasemissionen stärkt das Ras Ghareb Windprojekt die erneuerbare Stromversorgung im ägyptischen Netz und bringt begleitende Effekte über Betrieb, Services und lokale Aktivitäten mit. Die wichtigsten Beiträge liegen bei SDG 7 (Bezahlbare und saubere Energie) und SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz). Zusätzlich wird SDG 4 (Hochwertige Bildung) im Projektkontext ausdrücklich adressiert; weitere SDGs sind eher sekundär bzw. Randbeiträge.
Das Projekt erzeugt erneuerbaren Strom aus Windenergie und speist ihn in das öffentliche Netz ein. Dadurch wird zusätzliche saubere Erzeugungskapazität im Stromsystem bereitgestellt – als dauerhaft betriebene Infrastruktur.
Beitrag: Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung und Unterstützung der Versorgungssicherheit.Durch die Netzeinspeisung von Windstrom kann rechnerisch konventionelle, emissionsintensive Stromerzeugung im Netz ersetzt werden. Die Emissionsminderungen entstehen damit direkt im Stromsektor.
Beitrag: Reduktion von Treibhausgasemissionen durch erneuerbare Stromproduktion.Within the project context, education/support measures (e.g., scholarships or other forms of assistance) are предусмотрены / documented as an SDG contribution. This is not a core mechanism of the climate impact, but it is a clearly stated accompanying aspect.
Contribution: Complementary education support in the project area.Bau, Betrieb und Wartung eines Windparks benötigen laufend Fachkräfte, Serviceleistungen und Logistik. Das kann regionale Beschäftigung und Wertschöpfung stützen – als Begleiteffekt, nicht als Projektzweck.
Beitrag: Begleitende Beschäftigungs- und Serviceeffekte im Anlagenbetrieb.Großskalige Windenergie erfordert Netzanschluss, Betriebstechnik, Instandhaltung und standardisierte Prozesse. Das stärkt die Energieinfrastruktur und die Fähigkeit, erneuerbare Erzeugung dauerhaft zu integrieren.
Beitrag: Stärkung moderner Energieinfrastruktur und Betriebsprozesse.Im Projektkontext sind Bildungs-/Fördermaßnahmen (z. B. Stipendien/Unterstützung) als SDG-Beitrag vorgesehen bzw. dokumentiert. Das ist kein Kernmechanismus der Klimawirkung, aber ein klar benannter Begleitaspekt.
Beitrag: Begleitende Bildungsförderung im Projektumfeld.Wenn Windstrom konventionelle Erzeugung ersetzt, sinken indirekt Luftschadstoffe aus Verbrennung (je nach ersetzter Kraftwerksart). Das ist kein ausgewiesener Kernnutzen, aber ein plausibler Nebeneffekt.
Beitrag: Indirekter Beitrag über weniger verbrennungsbasierte Stromerzeugung.
So entsteht die CO₂-Einsparung
Sauber erzeugter Strom ersetzt fossile Energiequellen. Die dadurch vermiedenen Emissionen lassen sich messen und bilden die Grundlage für CO₂-Zertifikate.
Erneuerbare Energien verändern den Energiemix. Jede Kilowattstunde aus Wind, Sonne oder Wasser sorgt dafür, dass konventionelle Kraftwerke weniger produzieren müssen.
Je nach Land und Brennstoff fällt dabei eine bestimmte Menge CO₂ pro erzeugter Kilowattstunde an.
Für Projekte wird berechnet, wie hoch dieser fossile Anteil ohne den erneuerbaren Strom gewesen wäre. Die so ermittelte Differenz zeigt, wie viele Emissionen tatsächlich vermieden wurden. Dieser Wert wird geprüft und regelmäßig aktualisiert – und daraus entstehen die CO₂-Zertifikate.
Einordnung und Transparenz
Dieses Windenergieprojekt ist unter dem Gold Standard for the Global Goals (GS4GG) registriert und wird im Rahmen des Standards regelmäßig überwacht sowie unabhängig verifiziert. Die ausgewiesenen Emissionsminderungen basieren auf geprüften Monitoringberichten und der anerkannten Methodologie ACM0002 zur Berechnung von Emissionen, die durch netzeingespeisten Windstrom gegenüber konventioneller Stromerzeugung im Netz vermieden werden.
Rechtssichere Kompensation
In Zeiten strengerer Regulatorik ist Klimaschutz keine Frage des guten Willens mehr, sondern der Rechtssicherheit. natureOffice unterstützt Unternehmen dabei, Greenwashing-Risiken zu minimieren und Nachhaltigkeit transparent zu kommunizieren. Alles beginnt mit einer belastbaren Datenbasis: Wir erstellen Ihren Corporate Carbon Footprint (CCF) und Product Carbon Footprint (PCF) nach internationalen Standards. Dies bildet das Fundament für Ihre Nachhaltigkeitsberichte (z. B. nach VSME) und eine rechtssichere Nachhaltigkeitskommunikation.
Ein kritischer Punkt für Unternehmen ist die rechtssichere Kompensation. Durch den Einsatz moderner Wasserkraft-Technologien fördern wir eine emissionsfreie globale Energieinfrastruktur. Diese technologischen Projekte sind ein essenzieller Hebel zur Dekarbonisierung und erfüllen höchste Anforderungen an Zusätzlichkeit und Transparenz – entscheidend, um den Anforderungen der Green Claims Directive gerecht zu werden.
Die Qualität unseres Ansatzes zeigt sich in unserem eigenen PROJECT TOGO. Hier verbinden wir Klimaschutz mit einer sozialen Transformation, die direkt auf 12 von 17 SDGs einzahlen.
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