Gas im Netz statt in der Luft – Methan-Lecks reduzieren in Bangladesch
Reducing gas leakages within the Bakharad Gas Distribution Network in Bangladesh
Das Projekt arbeitet im Erdgas-Verteilnetz der Bakhrabad Gas Distribution Company (BGDCL) in Bangladesch. Es ist ein Leak-Detection-and-Repair-Projekt (LDAR): Leckagen werden systematisch gesucht, gemessen und repariert, damit weniger Methan aus dem Netz entweicht. Das Verteilnetz umfasst rund 4.000 km und liegt in mehreren Distrikten, u. a. Comilla, Brahmanbaria, Chandpur, Lakshmipur, Noakhali und Feni.
Durch das Auffinden und Abdichten von Leckagen wird verhindert, dass Methan aus dem Gasnetz unkontrolliert in die Atmosphäre entweicht. So entstehen Emissionsminderungen direkt dort, wo sie sonst „unsichtbar“ bleiben würden: bei diffusen Netzverlusten im laufenden Betrieb. Das Projekt nutzt dafür ein LDAR-Verfahren mit Messung und Quantifizierung (u. a. Hi-Flow-Sampler) und anschließender Reparatur der Leckstellen.
Ein Projekt, das zeigt, wie praktische Instandhaltung im Gasnetz einen messbaren Klimabeitrag leisten kann – technisch etabliert, wiederholbar und auf reale Emissionsquellen fokussiert.
Technische Projektdaten – VCS2736
Die wichtigsten Fakten zum Methan-Leckageprojekt im Gasverteilnetz auf einen Blick.
| Parameter | Beschreibung | Quelle |
|---|---|---|
| Projektstandort | Bangladesch; oberirdisches Gas-Verteilnetz der Bakhrabad Gas Distribution Company Limited (BGDCL) in den Distrikten Comilla, Brahmanbaria, Chandpur, Lakshmipur, Noakhali und Feni (HQ: Chapapur, Comilla; Koordinaten dokumentiert). | PD, Section 1.12, p. 8; FVR, Section 1.4, p. 9 |
| Projekttyp | Methaneminderungsprojekt durch Lecksuche & Reparatur (LDAR) im Gas-Übertragungs-/Verteilnetz (Sectoral Scope 10 – Fugitive emissions from fuels). | PD, Section 1.2, p. 5; FVR, Section 1.4, p. 9 |
| Projektstandard | Verified Carbon Standard (VCS) (Verra). | PD, Title page, p. 1; FVR, Section 1 (Requirements), p. 8 |
| Zusatzstandard | Kein Zusatzstandard ausgewiesen. | Projektunterlagen (PD/FVR) |
| Projektentwickler | Projektträger/Project Proponent: EcoGas Asia Limited (Rechte an VCUs); weitere Beteiligte/Finanzierung u. a. Ecoeye Co., Ltd. (in den Verifizierungsunterlagen genannt). | PD, Section 1.5, p. 6; FVR, Section 1.4, p. 9 & p. 17; FVR, Appendix (Evidence), p. 43 |
| Technologie / Ansatz | Systematische Lecksuche, Quantifizierung und Reparatur mit „advanced“ Mess-/Reparaturtechnik (u. a. Hi-Flow Sampler, Gasurveyor) sowie Schulung von Personal; Fokus auf Ventile, Flansche, Regler, Isolierverbindungen etc. | PD, Section 1.1, pp. 4–5; FVR, Section 1.4, p. 9; FVR, Appendix (Tech specs), p. 43 |
| Baseline-Szenario | Ohne Projekt: keine geplante, flächige Lecksuche; Reparaturen primär aus Sicherheitsgründen; Leckortung über Geruch/Seifenlauge, begrenzte Aussage zur Leckgröße; fehlende moderne Reparaturmaterialien. | PD, Section 1.13, p. 10 |
| Methodologie | CDM-Methodologie AM0023, Version 04.0.0 (unter VCS als zulässige Methodologie genutzt). | PD, Section 1.1/Footnote & Section 1.3, p. 5; FVR, Section 1 (Requirements), p. 8 |
| Projektbeginn | Baseline Survey/Startdatum (für Projektabgrenzung) dokumentiert: 28/01/2019 (Baseline Survey; bildet die Projektgrenze). | FVR, Section 1.4, p. 17; FVR, Appendix 1.1 (Ref /03/), p. 42 |
| Crediting Period | In den Unterlagen als 10 Creditingsjahre ausgewiesen (Projektlogik/Planung). | PD, Section 1.10, p. 8; FVR, audit history (VCS validation), p. 22 |
| Projektstatus | In den vorliegenden Unterlagen: verifiziert (Monitoringperiode 01/01/2022–31/12/2022) und Issuance beantragt (VCU-Ausgabe wird durch Verra nach erfolgreichem Prozess möglich). | FVR, Conclusion/Certification statement, p. 42; FVR, Monitoring period, p. 3 |
| Jährliche Emissionsminderungen | Für 01/01/2022–31/12/2022: 1.479.035 tCO₂e (verifiziert; ex-ante 1.520.824 tCO₂e, Abweichung -2,75%). | FVR, ER summary, p. 42 |
| Hauptwirkungsmechanismus | Vermeidung von Methanemissionen durch Auffinden, Messen und Abdichten/Reparieren von Lecks in Gas-Komponenten (Methan als sehr wirksames Treibhausgas). | PD, Section 1.1, p. 4; FVR, Section 1.4, p. 9 |
| Monitoring & Verifizierung | Monitoring über Leak-Datenbank, GPS/Foto-Nachweise und Messprotokolle; Kalibrierung/QA/QC; unabhängige Verifizierung (VVB) inkl. Vor-Ort-Audit und Dokumentenprüfung. | FVR, Scope/Method, pp. 3–4; FVR, Evidence list, p. 43 |
| Zusätzlichkeit | In der vorliegenden PD-Draft ist das Kapitel als „blank“ gekennzeichnet; zusätzlichkeitsbezogene Herleitung ist nicht im Auszug enthalten. | PD, Section 3.5, p. 13 |
| Permanenz & Risikomanagement | Keine physische Permanenz-Problematik wie bei AFOLU. Relevante Risiken liegen v. a. in Daten-/Messqualität und Abgrenzung; adressiert über Kalibrierung, QA/QC, klare Abgrenzung (keine Emergency Repairs; keine „einfachen“ Reparaturen; keine neuen Netzabschnitte). | PD, Section 1.13, p. 10; FVR, Section 1.4, p. 17; FVR, Appendix/Evidence, p. 42–43 |
| Carbon-Credit-Rating | Kein externes Carbon-Credit-Rating in den vorliegenden Projektdokumenten ausgewiesen. | Projektunterlagen (PD/FVR) |
| Carbon credit rating type | Keine projektbezogene externe Bewertung (z. B. BeZero, Sylvera) in den vorliegenden Projektdokumenten ausgewiesen. | – |
| Artikel-6-Autorisierung (Pariser Abkommen) | Keine Angabe in den vorliegenden Projektdokumenten. | Projektunterlagen (PD/FVR) |
| CCP-Status (ICVCM) | Keine Angabe in den vorliegenden Projektdokumenten. | Projektunterlagen (PD/FVR) |
| Umgang mit Doppelzählungsrisiken | Erklärung/Prüfung, dass im Monitoringzeitraum keine parallele Inanspruchnahme anderer Programme erfolgt; Hinweis auf CDM-Registrierung (10559), aber keine CER-Beanspruchung für die überlappende Periode (MR dort „withdrawn“ laut Prüfung). VCUs werden über Verra registriert/serialisiert. | PD, Section 1.15, p. 11; FVR, double counting/other programs check, pp. 21–22 |
| Monitoring-Ansatz | Wiederkehrende Lecksuche + Messung (inkl. Geräte-/Kalibrierunterlagen), Datenbankführung (Leak code, GPS, Fotos, Rohdaten), Plausibilitäts-/Quervergleiche; Vor-Ort-Verifikation mit Stichproben. | FVR, Scope/Method, pp. 3–4; FVR, Evidence list, p. 43 |
| Projektlaufzeit / Langfristigkeit | Infrastruktur-/Betriebsprojekt: LDAR-Prozesse sind auf fortlaufenden Betrieb ausgelegt; Creditingsystem in den Unterlagen mit 10 Jahren beschrieben. | PD, Section 1.10, p. 8; FVR, audit history (VCS validation), p. 22 |
| Beitrag zur nationalen Klimastrategie | Praktischer Beitrag über Methan-Minderung im Energiesektor (Lecksuche & Reparatur im Gasverteilnetz). Eine Artikel-6-Autorisierung ist in den vorliegenden Projektdokumenten nicht ausgewiesen. | PD, Section 1.14, p. 10; Projektunterlagen (PD/FVR) |
Was das Projekt beitragen kann
Hier fassen wir zusammen, was das Projekt tatsächlich erreichen soll und welche praktischen Veränderungen dadurch möglich werden.
- 1
Methan-Leckagen systematisch reduzieren
Das Projekt setzt genau dort an, wo viele Emissionen sonst „nebenbei“ entstehen: bei Leckagen im laufenden Betrieb eines Gasverteilnetzes. Lecks werden gezielt identifiziert und anschließend repariert, damit weniger Methan in die Atmosphäre entweicht.
- 2
Emissionen an einer direkten Quelle vermeiden
Die Klimawirkung entsteht nicht über Umwege, sondern über eine klare Logik: Was nicht entweicht, verursacht keine Emissionen. Dadurch werden Treibhausgasemissionen direkt im Energiesektor vermieden – mit Fokus auf Methan als besonders wirksames Treibhausgas.
- 3
Instandhaltung im Gasnetz professionalisieren
Lecksuche & Reparatur werden als wiederkehrender Prozess etabliert – mit moderner Messtechnik und klaren Abläufen. Das verbessert die Qualität von Wartung und Instandhaltung im Netz und macht Netzverluste besser steuerbar.
- 4
Gasverluste senken und Effizienz im Betrieb erhöhen
Undichtigkeiten bedeuten nicht nur Emissionen, sondern auch verlorenes Gas. Wenn Lecks behoben werden, sinken diese Verluste – ein praktischer Effekt im Betrieb, zusätzlich zur Klimawirkung.
- 5
Messbarkeit und nachvollziehbare Wirkung etablieren
Lecks werden gemessen und dokumentiert (u. a. Quantifizierung mit geeigneter Messtechnik), die Emissionsminderungen werden methodisch berechnet und im Standardprozess unabhängig geprüft. So wird Wirkung nachvollziehbar – nicht nur behauptet.
Globale Klimabedeutung
Methan vermeiden – schneller Klimahebel
Das Projekt setzt bei Methan-Leckagen im Gasverteilnetz an. Methan ist ein besonders wirksames Treibhausgas – deshalb zählt jede vermiedene Leckage als direkter Beitrag zur Begrenzung der Erwärmung.
Klimaschutz an einer „unsichtbaren“ Emissionsquelle
Viele Emissionen entstehen nicht nur in Kraftwerken, sondern auch durch diffuse Verluste in Energieinfrastrukturen. Genau diese Emissionsquelle macht das Projekt sichtbar – und reduziert sie durch systematische Lecksuche und Reparatur im laufenden Netzbetrieb.
Wirkung durch Wiederholung statt Einmaleffekt
Lecksuche und Reparatur sind kein einmaliger Eingriff, sondern ein wiederkehrender Prozess. Dadurch kann die Emissionsminderung kontinuierlich fortgeführt werden – solange die Maßnahmen im Netz betrieben und angewendet werden.
Ermöglicht durch Klimafinanzierung
Die systematische Lecksuche mit moderner Messtechnik und die anschließenden Reparaturen sind aufwändig und kostenintensiv. Die Finanzierung über den freiwilligen Kohlenstoffmarkt hilft, diese Prozesse aufzubauen und durchzuführen – damit Klimaschutz im Alltag einer Energieinfrastruktur praktisch umsetzbar wird.
Sustainable Development Goals (SDGs) - Die relevanten und die ergänzenden Beiträge
Neben der Reduktion von Treibhausgasemissionen trägt das Projekt in Bangladesch dazu bei, Methanverluste im Gasverteilnetz zu verringern und damit eine bislang oft „unsichtbare“ Emissionsquelle im Energiesektor praktisch anzugehen. Gleichzeitig werden Instandhaltungsprozesse im Netz professionalisiert und technische Abläufe im laufenden Betrieb gestärkt. Damit unterstützt das Projekt mehrere Ziele der UN-Nachhaltigkeitsagenda (Sustainable Development Goals). Die wichtigsten Beiträge liegen bei SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz) und – als sekundärer Effekt – bei SDG 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur). Weitere Ziele werden ergänzend oder indirekt unterstützt; einige SDGs sind eher Randbeiträge und nicht im Projektkern verankert.
Das Projekt trägt zum Klimaschutz bei, indem Methan-Leckagen im Gasverteilnetz systematisch gefunden und repariert werden. So wird verhindert, dass Methan als besonders wirksames Treibhausgas unkontrolliert in die Atmosphäre entweicht.
Beitrag:
Vermeidung von Treibhausgasemissionen durch Reduktion von Methan-Leckagen im Energiesektor.Das Projekt stärkt die Qualität und Zuverlässigkeit von Energieinfrastruktur, indem es Instandhaltung und Leckmanagement als systematischen Prozess etabliert. Moderne Mess- und Reparaturtechnik sowie standardisierte Abläufe machen Netzverluste besser steuerbar.
Beitrag:
Stärkung technischer Infrastrukturprozesse durch professionelles Leckmanagement (LDAR) im Gasnetz.Undichte Stellen bedeuten nicht nur Emissionen, sondern auch verlorenes Gas. Indem Lecks reduziert werden, sinken Verluste – das ist ein indirekter Beitrag zu effizienterer Ressourcennutzung in der Energieversorgung.
Beitrag:
Indirekte Verringerung von Ressourcenverlusten durch Reduktion von Gasverlusten im Netz.Für Lecksuche, Messung, Reparatur und Dokumentation werden technische Tätigkeiten und laufende Betriebsprozessebenötigt. Das kann Beschäftigung im Rahmen des Betriebs und der Instandhaltung stützen – als Begleiteffekt, nicht als Projektkern.
Beitrag:
Begleitende Beschäftigungseffekte durch technische Betriebs- und Instandhaltungsprozesse.Das Projekt erzeugt keine Energie, kann aber indirekt dazu beitragen, dass die Energieversorgung effizienter wird, weil weniger Gas ungenutzt entweicht. Dieser Effekt ist unterstützend, aber nicht der zentrale Projektzweck.
Beitrag:
Indirekter Beitrag über effizientere Energieinfrastruktur durch geringere Netzverluste.
So entsteht die CO₂-Einsparung
Durch das Auffinden und Abdichten von Leckagen wird verhindert, dass Methan aus dem Gasnetz in die Atmosphäre entweicht. Die vermiedenen Emissionen werden gemessen bzw. quantifiziert und bilden die Grundlage für CO₂-Zertifikate.
Dazu gehören zum Beispiel Verfahren, die Methan einfangen, Leckagen verhindern oder industrielle Prozesse präziser steuern. Die nachweisbar vermiedenen Emissionen bilden die Grundlage für CO₂-Zertifikate.
Oft entstehen Treibhausgase durch technische Verluste, ungenaue Prozesse oder fehlende Messsysteme. Moderne Technologien schließen diese Lücken: Sie fangen Gase ein, die sonst in die Atmosphäre gelangen würden, oder reduzieren Emissionen durch effizientere Abläufe.
Je nach Technologie wird berechnet, wie viele Emissionen ohne die Maßnahme entstanden wären. Dazu gibt es klare Faktoren und definierte Methoden – etwa für Methanbindung, Prozessoptimierung oder digitale Überwachungssysteme.
Die Differenz zwischen „Emissionen ohne Projekt“ und „Emissionen mit Projekt“ zeigt, wie viele Treibhausgase tatsächlich vermieden wurden. Diese Werte werden geprüft, verifiziert und regelmäßig aktualisiert – und daraus entstehen die CO₂-Zertifikate.
Einordnung und Transparenz
Dieses Projekt zur Reduktion von Methan-Leckagen im Gasverteilnetz ist unter dem Verra Verified Carbon Standard (VCS) registriert und wird im Rahmen des Standards regelmäßig überwacht sowie unabhängig verifiziert. Die ausgewiesenen Emissionsminderungen basieren auf geprüften Monitoringberichten und der anerkannten Methodologie AM0023 (Leak Detection and Repair), mit der Emissionen berechnet werden, die durch das Auffinden und Abdichten von Leckagen im Gasnetz gegenüber dem Baseline-Szenario vermieden werden.
Rechtssichere Kompensation
In Zeiten strengerer Regulatorik ist Klimaschutz keine Frage des guten Willens mehr, sondern der Rechtssicherheit. natureOffice unterstützt Unternehmen dabei, Greenwashing-Risiken zu minimieren und Nachhaltigkeit transparent zu kommunizieren. Alles beginnt mit einer belastbaren Datenbasis: Wir erstellen Ihren Corporate Carbon Footprint (CCF) und Product Carbon Footprint (PCF) nach internationalen Standards. Dies bildet das Fundament für Ihre Nachhaltigkeitsberichte (z. B. nach VSME) und eine rechtssichere Nachhaltigkeitskommunikation.
Ein kritischer Punkt für Unternehmen ist die rechtssichere Kompensation. Durch den Einsatz moderner Wasserkraft-Technologien fördern wir eine emissionsfreie globale Energieinfrastruktur. Diese technologischen Projekte sind ein essenzieller Hebel zur Dekarbonisierung und erfüllen höchste Anforderungen an Zusätzlichkeit und Transparenz – entscheidend, um den Anforderungen der Green Claims Directive gerecht zu werden.
Die Qualität unseres Ansatzes zeigt sich in unserem eigenen PROJECT TOGO. Hier verbinden wir Klimaschutz mit einer sozialen Transformation, die direkt auf 12 von 17 SDGs einzahlen.
Ob durch hochwertige Klimaschutz-Zertifikate oder individuelle Strategien: Wir bieten Lösungen, die technologische Innovation mit sozialem Impact vereinen und Ihr Unternehmen regulatorisch auf die sichere Seite führen.