Skip to content
Natureoffice logoZur Homepage

Vermeidung geplanter Entwaldung und ihre Klimawirkung

Location:Para state, Brasilien
SDG:Waldschutz und Aufforstung
Zertifikatstyp:VCSDatenbank

Cikel Brazilian Amazon REDD APD Project Avoiding Planned Deforestation, Brasilien

Das Waldschutzprojekt CIKEL in Brasilien verfolgt das Ziel, geplante Entwaldung zu verhindern und dadurch den langfristigen Erhalt bestehender Waldflächen sicherzustellen.

Durch den Erhalt bestehender Waldflächen bleibt der in Biomasse und Böden gespeicherte Kohlenstoff langfristig gebunden. Die Vermeidung geplanter Entwaldung verhindert, dass große Mengen CO₂ freigesetzt werden, die andernfalls durch die Umwandlung der Flächen entstanden wären. Auf diese Weise entstehen messbare Emissionsminderungen durch den Schutz bestehender Kohlenstoffspeicher.

Der Waldschutz erfolgt im Rahmen langfristiger Nutzungs- und Bewirtschaftungskonzepte, die auf den Erhalt der Waldflächen und die Vermeidung von Entwaldung ausgerichtet sind. So verbindet das Projekt den Schutz bestehender Ökosysteme mit einer klar definierten Klimawirkung und zeigt, wie Waldschutz wirksam und langfristig zum Klimaschutz beitragen kann – nachvollziehbar umgesetzt und mit messbarer Wirkung.

Technische Projektdaten – VCS832

Die wichtigsten Fakten zum Waldschutzprojekt auf einen Blick.

ParameterBeschreibungQuelle
ProjektstandortBrasilien; Bundesstaat Pará, Gemeinde Paragominas (östlicher Amazonas)Project Description (PD), Section 1.9
ProjekttypREDD-Projekt zur Vermeidung geplanter Entwaldung (Avoided Planned Deforestation, APD) im AFOLU-SektorProject Description, Section 1.2
ProjektstandardVerified Carbon Standard (VCS)VCS Program
ZusatzstandardClimate, Community & Biodiversity Standard (CCB)CCB Validation Report, Executive Summary
ProjektentwicklerCIKEL Brasil Verde Madeiras Ltda.Project Description, Section 1.3
ProjektflächeCa. 27.435 ha tropischer WaldflächenProject Description, Section 1.9
Technologie / AnsatzVermeidung geplanter Entwaldung durch langfristige Landnutzungsplanung, Schutzmaßnahmen und Monitoring bestehender WaldflächenProject Description, Sections 1.2 & 2
Baseline-SzenarioUmsetzung genehmigter Forst- und Landnutzungspläne mit signifikanter Waldumwandlung und CO₂-FreisetzungProject Description, Section 2.3
MethodologieVM0007 – REDD Methodology Framework (REDD-MF), Avoiding Planned DeforestationMonitoring Report, Section 2
ProjektbeginnBeginn der Kreditierungsperiode gemäß Projektregistrierung (2009)Project Description, Section 1.6
Crediting PeriodMehrjährige Kreditierungsperiode gemäß VCS-Registrierung (laufend)Monitoring Report, Section 1.7
ProjektstatusRegistriertes und regelmäßig verifiziertes VCS-ProjektVerra Registry
Jährliche EmissionsminderungenProjektspezifisch je Monitoringperiode; ausgewiesen in den jeweiligen Monitoring- und VerifizierungsberichtenMonitoring Reports, Section 3
HauptwirkungsmechanismusVermeidung von CO₂-Emissionen durch den Erhalt bestehender Waldkohlenstoffspeicher in Biomasse und BodenProject Description, Sections 2 & 3
Monitoring & VerifizierungRegelmäßiges Monitoring der Waldflächen, Fernerkundung und Vor-Ort-Kontrollen; unabhängige Verifizierung durch akkreditierte VVBsMonitoring Report, Sections 4 & 5
ZusätzlichkeitUmsetzung der Waldschutzmaßnahmen wirtschaftlich durch Erlöse aus dem Klimaschutzmarkt ermöglichtProject Description, Section 2.5
Permanenz & RisikomanagementAbsicherung der Klimawirkung über das VCS-AFOLU-Pufferkonto gemäß RisikobewertungNon-Permanence Risk Report, Sections 4.1–4.2
Carbon-Credit-RatingKein externes, unabhängiges Carbon-Credit-Rating veröffentlichtVerra Registry
Carbon credit rating typeKeine projektbezogene externe Bewertung (z. B. BeZero, Sylvera)
Artikel-6-Autorisierung (Pariser Abkommen)Keine Autorisierung gemäß Artikel 6 ausgewiesenVerra Registry
CCP-Status (ICVCM)Keine CCP-Klassifizierung veröffentlichtICVCM
Umgang mit DoppelzählungsrisikenEindeutige Zuordnung und Registrierung der VCUs im Verra-RegisterVCS Rules
Risikomanagement (AFOLU)Systematische Bewertung von Nicht-Permanenz-Risiken (u. a. Entwaldung, Feuer, Landnutzungsänderungen) und Absicherung über das VCS-PufferkontoNon-Permanence Risk Report, Sections 4.1–4.2
Monitoring-AnsatzKombination aus Fernerkundung, GIS-Analysen, Stichprobenkontrollen und modellbasierter Emissionsberechnung gemäß VCS-VorgabenMonitoring Report, Sections 3 & 4
Projektlaufzeit / LangfristigkeitLangfristig angelegtes Waldschutzprojekt mit mehrjähriger Kreditierungs- und MonitoringstrukturProject Description, Section 1.6
Beitrag zur nationalen KlimastrategieBeitrag zur Emissionsminderung im AFOLU-Sektor ohne nationale Anrechnung nach Artikel 6Project Description, Section 1.10

Was das Projekt beitragen kann

Hier fassen wir zusammen, was das Projekt tatsächlich erreichen soll und welche praktischen Veränderungen dadurch möglich werden.

  1. 1

    Bestehende Wälder langfristig erhalten

    Das CIKEL-Projekt schützt bestehende tropische Waldflächen im brasilianischen Amazonas vor geplanter Entwaldung. Dadurch bleiben großflächige, intakte Waldökosysteme erhalten, die sonst schrittweise umgewandelt worden wären.

  2. 2

    Freisetzung von Kohlenstoff vermeiden

    Durch die Vermeidung von Entwaldung bleibt der in Biomasse und Böden gespeicherte Kohlenstoff langfristig gebunden. Die Klimawirkung entsteht nicht durch zusätzliche Bindung, sondern durch die Vermeidung erheblicher CO₂-Emissionen, die bei einer Waldumwandlung freigesetzt würden.

  3. 3

    Waldnutzung neu ausrichten

    Das Projekt basiert auf einer angepassten Landnutzungs- und Bewirtschaftungsstrategie, die auf den Erhalt der Waldflächen ausgerichtet ist. So werden wirtschaftliche Interessen und Klimaschutz miteinander in Einklang gebracht, ohne zusätzliche Flächen zu erschließen.

  4. 4

    Ökologische Funktionen sichern

    Der Schutz bestehender Wälder erhält zentrale ökologische Funktionen wie Kohlenstoffspeicherung, Wasserregulierung und Lebensräume für zahlreiche Arten. Gleichzeitig bleibt die Widerstandsfähigkeit der Landschaft gegenüber klimatischen Veränderungen erhalten.

  5. 5

    Klimawirkung langfristig absichern

    Die Emissionsminderungen werden durch kontinuierliches Monitoring, unabhängige Verifizierung und ein AFOLU-spezifisches Risikomanagement abgesichert. Dazu gehört auch die Absicherung über das VCS-Pufferkonto, um Nicht-Permanenz-Risiken zu adressieren.

    Jetzt Informationen dazu anfordern

Globale Klimabedeutung

  • Wirkung über die Projektregion hinaus

    Treibhausgase wirken unabhängig vom Ort ihrer Entstehung oder Vermeidung. Die durch den Waldschutz vermiedenen Emissionen tragen daher über die Projektregion hinaus zur Stabilisierung des globalen Klimasystems bei.

  • Schutz kritischer Kohlenstoffspeicher

    Tropische Wälder zählen zu den größten natürlichen Kohlenstoffspeichern der Erde. Ihr Erhalt hat eine besondere Bedeutung für das globale Klima, da einmal verlorene Waldkohlenstoffspeicher nur über sehr lange Zeiträume wieder aufgebaut werden können.

  • Stabilisierung großräumiger Waldlandschaften

    Der Schutz zusammenhängender Waldflächen stärkt die Stabilität ganzer Waldlandschaften. Große, unfragmentierte Wälder sind widerstandsfähiger gegenüber Störungen und behalten ihre klimarelevanten Funktionen langfristig.

  • Zusätzlich durch Klimafinanzierung

    Erlöse aus dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt ermöglichen die Umsetzung von Schutzmaßnahmen, Monitoring und Risikomanagement. Diese Finanzierung schafft die Voraussetzungen, um Waldschutz langfristig und überprüfbar umzusetzen.

Sustainable Development Goals (SDGs) - Die relevanten und die ergänzenden Beiträge

Neben der Vermeidung von Treibhausgasemissionen trägt das CIKEL-Projekt zum langfristigen Erhalt bestehender Waldökosysteme, zur Sicherung ökologischer Funktionen und zum Schutz großflächiger tropischer Waldlandschaften bei. Durch die Vermeidung geplanter Entwaldung bleiben zentrale Klima- und Ökosystemleistungen erhalten. Damit unterstützt das Projekt mehrere Ziele der UN-Nachhaltigkeitsagenda (Sustainable Development Goals). Die wichtigsten Beiträge liegen bei SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz) und SDG 15 (Leben an Land). Weitere Ziele werden ergänzend oder indirekt unterstützt. Einige SDGs sind als Randbeiträge einzuordnen, da sie nicht zum unmittelbaren Projektkern gehören.

  • Das CIKEL-Projekt trägt zum Klimaschutz bei, indem geplante Entwaldung vermieden wird. Dadurch bleiben große Mengen an Kohlenstoff, die in Biomasse und Böden gespeichert sind, langfristig gebunden und werden nicht als CO₂ in die Atmosphäre freigesetzt. 

    Die Klimawirkung entsteht durch die Vermeidung von Emissionen, die andernfalls durch die Umwandlung von Waldflächen entstanden wären.

    Beitrag:
    Vermeidung von Treibhausgasemissionen durch den Erhalt bestehender Waldkohlenstoffspeicher.

  • Durch den Schutz bestehender tropischer Wälder bleiben vielfältige Ökosysteme und ihre Funktionen erhalten. Dazu zählen unter anderem Lebensräume für zahlreiche Arten, Bodenstabilität und natürliche Regulationsprozesse in der Landschaft.

    Der Erhalt zusammenhängender Waldflächen trägt zur langfristigen Stabilität und Resilienz dieser Ökosysteme bei.

    Beitrag:
    Erhalt und Stabilisierung bestehender Landökosysteme durch Vermeidung geplanter Entwaldung.

  • Das Projekt schafft Beschäftigung im Rahmen von Waldschutzmaßnahmen, Monitoring, Verwaltung und Projektumsetzung. Diese Tätigkeiten unterstützen lokale wirtschaftliche Aktivitäten, ohne zusätzliche Entwaldungsanreize zu setzen.

    Beitrag:
    Unterstützung lokaler Beschäftigung und wirtschaftlicher Aktivitäten im Bereich Waldschutz und Projektumsetzung.

  • Durch die Anpassung von Landnutzungs- und Bewirtschaftungsstrategien wird der langfristige Erhalt der Waldflächen priorisiert. Kurzfristige Nutzungsinteressen werden zugunsten eines nachhaltigen Umgangs mit Waldressourcen zurückgestellt.

    Beitrag:
    Ressourcenschonender Umgang mit Waldflächen durch langfristig ausgerichtete Landnutzungsstrategien.

  • Der Erhalt großflächiger Waldgebiete wirkt sich positiv auf den regionalen Wasserhaushalt aus. Wälder tragen zur Regulierung von Abfluss, Versickerung und Bodenerosion bei und unterstützen damit stabile hydrologische Prozesse.

    Beitrag:
    Indirekte Unterstützung eines stabileren Wasserhaushalts durch den Erhalt natürlicher Waldstrukturen.

  • Der Schutz großräumiger Waldlandschaften trägt indirekt zur Stabilisierung ländlicher Regionen bei, indem ökologische Grundlagen und langfristige Nutzungsperspektiven erhalten bleiben. Ein direkter Bezug zu urbaner Entwicklung besteht jedoch nicht.

    Beitrag:
    Indirekte Unterstützung stabiler ländlicher Lebensräume ohne expliziten Fokus auf Städte.

  • Das Projekt trägt zur Etablierung langfristiger Strukturen für Waldschutz, Monitoring und Landnutzungsplanung bei. Diese Strukturen unterstützen eine nachhaltige Organisation von Waldflächen, stehen jedoch nicht im Mittelpunkt des Projekts.

    Beitrag:
    Beitrag zur Entwicklung langfristiger Organisations- und Monitoringstrukturen im Bereich Waldschutz.

So entsteht die CO₂-Einsparung

Wälder und Böden speichern Kohlenstoff. Wenn sie geschützt, wiederbewaldet oder besser bewirtschaftet werden, bleibt dieser Kohlenstoff erhalten und gelangt nicht als CO₂ in die Atmosphäre.

Diese vermiedenen Emissionen lassen sich erfassen und bilden die Grundlage für CO₂-Zertifikate.

Landnutzungs- und Forstprojekte verändern die Entwicklung eines Gebietes. Ohne das Projekt würden Wälder degradiert, abgeholzt oder weniger Kohlenstoff im Boden speichern. Mit dem Projekt bleibt mehr Kohlenstoff gebunden – oder es wird zusätzlicher Kohlenstoff eingelagert, etwa durch neue Bäume.

Je nach Region, Vegetation und Bodenart gibt es klare Faktoren dafür, wie viel Kohlenstoff ein Wald oder Boden im Durchschnitt speichern kann.

Für jedes Projekt wird berechnet, wie sich das Gebiet ohne die Maßnahmen entwickeln würde (Baseline) und wie viel Kohlenstoff mit den Maßnahmen tatsächlich erhalten oder zusätzlich gebunden wird. Die Differenz zeigt die vermiedenen bzw. zusätzlich gespeicherten Emissionen. Diese Werte werden geprüft und regelmäßig aktualisiert – und daraus entstehen die CO₂-Zertifikate.

Einordnung und Transparenz

Das Waldschutzprojekt CIKEL ist nach dem Verified Carbon Standard (VCS) registriert und wird regelmäßig überwacht sowie unabhängig verifiziert. Die ausgewiesenen Emissionsgutschriften beruhen auf geprüften Monitoring- und Verifizierungsberichten sowie anerkannten Methodologien zur Quantifizierung vermiedener Treibhausgasemissionen aus geplanter Entwaldung.

Rechtssichere CO₂-Kompensation und glaubwürdiger CO₂-Ausgleich

CO₂-Ausgleich steht heute unter deutlich mehr Beobachtung als früher – durch strengere Regeln, kritischere Öffentlichkeit und neue Anforderungen an Umweltclaims. Wer mit klimaneutral, CO₂-neutral oder kompensiert kommuniziert, braucht belastbare Grundlagen: eine saubere CO₂-Bilanz (Corporate Carbon Footprint, CCF), bei Produkten idealerweise einen Product Carbon Footprint (PCF), und eine nachvollziehbare Dokumentation darüber, was ausgeglichen wurde – und wie.

Für rechtssichere Kompensation sind vor allem drei Punkte entscheidend:

  1. Transparente Methodik (Bilanzierung und Projektlogik nachvollziehbar)
  2. Unabhängige Prüfung (z. B. Monitoring und Verifizierung nach anerkannten Standards)
  3. Saubere Kommunikation (keine Überversprechen, klare Begriffe, prüfbare Aussagen)

natureOffice unterstützt Unternehmen dabei, CO₂-Ausgleich so aufzusetzen, dass er fachlich stimmig ist und Greenwashing-Risiken reduziert – von der CO₂-Bilanz über die Auswahl geeigneter Projekte bis zur robusten Textlogik für Website, Bericht und Angebote.