
Thüringer Wald: Waldumbau unter realen Bedingungen
Klimaschutz im Bestand – dort, wo Trockenheit und Schäden bereits sichtbar sind.
03. März 2026 - Projektbesuch
Bei unserem Besuch stand die Renaturierung der historischen Bohrteiche sowie die Entwicklung der Pflanzprojekte aus den vergangenen Jahren im Mittelpunkt.
Gemeinde Grabfeld, nahe dem Ortsteil Jüchsen
Vor Ort konnten wir uns ein Bild davon machen, wie die Maßnahmen umgesetzt wurden – und wie sich die Flächen und Bestände seitdem entwickeln.
Die Region ist geprägt von landwirtschaftlichen Flächen und zusammenhängenden Waldgebieten, in denen der Umgang mit Wasser zunehmend an Bedeutung gewinnt. Gerade hier zeigt sich, wie wichtig funktionierende Strukturen für Wasserrückhalt und Biodiversität im Wald sind.

Die Bohrteiche
Die sogenannten Bohrteiche gehen auf Planungen zurück, die ursprünglich bis ins 17. Jahrhundert reichen und später im Zusammenhang mit dem geplanten Main-Werra-Kanal weiterverfolgt wurden.
Im 20. Jahrhundert entstanden sie durch Probebohrungen für mögliche Tunnel- oder Hebewerklösungen – wurden nach dem Ende der Planungen jedoch nicht weiter genutzt und verlandeten zunehmend.
Heute gewinnen diese Flächen wieder an Bedeutung.
Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Wasserrückhalt im Wald und schaffen Lebensräume für wasserabhängige Tier- und Pflanzenarten.
Im Winter 2025/26 wurde ein erstes Teichsegment wieder instand gesetzt.
Dazu gehörten die Entfernung ungeeigneter Vegetation, das Ausbaggern des Teichbereichs sowie die Sicherung und Abdichtung der Staumauer.

Was vor Ort passiert ist
→ Entfernung der Vegetation, insbesondere von Nadelgehölzen
→ Ausbaggern des ehemaligen Teichbereichs
→ Stabilisierung und Verdichtung der Staumauer
→ Beseitigung von Undichtigkeiten
Die Maßnahmen wurden gezielt umgesetzt, um die ursprüngliche Funktion des Teichsystems wiederherzustellen und den Wasserhaushalt im Wald zu stabilisieren.

Warum das wichtig ist
Die wiederhergestellten Teiche tragen dazu bei, Wasser im Wald zu halten und damit die Flächen langfristig zu stabilisieren. Gleichzeitig entstehen neue Lebensräume für wasserabhängige Tiere und Pflanzen.
Mit der Zeit entwickelt sich hier zudem ein Ort, der auch für Besucherinnen und Besucher Ruhe und Naturerlebnis bietet.
Ausblick
Als nächster Schritt ist die Instandsetzung des unteren Bohrteichs geplant.
Dafür sind weitere Maßnahmen wie Ausbaggern, Neuvernässung und Steuerung des Wasserstands vorgesehen.
Die Gemeinde hofft, dieses Vorhaben ebenfalls mit Unterstützung von DeutschlandPlus umsetzen zu können.

Pflanzprojekte der Vorjahre
Die Pflanzflächen werden durch Zaunanlagen geschützt.
So sind nicht nur die gesetzten Bäume gesichert, sondern auch die natürliche Verjüngung, die sich innerhalb der Flächen entwickelt.
Die Ergebnisse zeigen eine hohe Artenvielfalt – ein bewusster Ansatz.
Denn welche Baumarten langfristig am besten mit dem Klimawandel zurechtkommen, lässt sich heute nicht sicher vorhersagen. Vielfalt ist hier die stabilste Lösung.
Stimme aus dem Revier
„Wir wissen nicht genau, welche Baumarten in 50 Jahren am besten an den Klimawandel angepasst sein werden – daher ist Vielfalt im Wald unsere beste Absicherung.“
— Jan-Philipp Ohrndorf, Revierleiter FBG Jüchsen

Klimaschutzprojekte kombinieren:
CO₂-Ausgleich und zusätzliche Maßnahmen
Der CO₂-Ausgleich bildet die Grundlage.
Auf Basis einer CO₂-Bilanz nach dem GHG Protocol werden Emissionen ermittelt und über zertifizierte Projekte ausgeglichen – z. B. nach dem Gold Standard. Die Emissionsminderungen sind messbar, geprüft und im Register dokumentiert.
Das Kombiprojekt erweitert diesen Ansatz. Neben dem Ausgleich fließen zusätzliche Mittel in Klimaschutzprojekte in Deutschland und in PROJECT TOGO.
In Deutschland unterstützen wir Waldökologieprojekte – von Aufforstung bis zum Umbau klimaresilienter Wälder. In Togo setzen wir eigene Maßnahmen um: sauberes Wasser, effiziente Kochöfen, Aufforstung und Schulungen.
So entsteht ein klar aufgebautes System: globale Emissionsminderung im Stromsektor und konkrete Umsetzung vor Ort.