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Drei Personen arbeiten gemeinsam an einem Schreibtisch mit Laptops und Dokumenten.

Science Based Targets Initiative: Was ist das?

Wir entwickeln mit Ihnen Klimaziele, die auch morgen noch Sinn ergeben.

2015: Ein historischer Moment. Mit dem Pariser Klimaabkommen verpflichten sich fast alle Staaten der Welt auf ein gemeinsames Ziel: Die Erderwärmung soll auf unter 2 °C, möglichst 1,5 °C begrenzt werden. Klingt einfach. Ist es aber nicht. Vor allem nicht für Unternehmen, die Ernst machen wollen – mit echten Klimazielen. Genau hier setzt die Science Based Targets Initiative (SBTi) an. Was ist das nun genau? Die Initiative bietet einen verbindlichen Rahmen, der das Pariser Abkommen direkt unterstützt. Wie? Indem sie wissenschaftlich fundierte Klimaziele in den Fokus rückt – und dabei deren Umsetzbarkeit sicherstellt.

Das Science Based Targets Network

Die SBTi entstand aus der Zusammenarbeit von vier Klimaschutz-Schwergewichten: CDP, UN Global Compact, World Resources Institute und WWF. Heute ist daraus das Science Based Targets Network geworden – ein dynamisches Netzwerk aus NGOs, staatlichen Organisationen und Unternehmen.

Das Ziel? Nachhaltige Wirtschaftstransformation. Und zwar nicht nur beim Klima, sondern auch bei Biodiversität, Wasser und Landnutzung. Mit an Bord: das World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) und Global Player aus der Privatwirtschaft.

Das Ergebnis sind klar definierte Standards, damit Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsziele realistisch setzen und erreichen können.

Wissenschaftlich fundierte Klimaziele

Klimaziele setzen – kann jeder. Klimaziele setzen, die mit der Klimawissenschaft im Einklang stehen – das ist eine andere Liga. Science Based Targets basieren auf Erkenntnissen des IPCC (Weltklimarat) und leiten konkrete Reduktionspfade für Treibhausgasemissionen ab. Wer sich verpflichtet, verpflichtet sich richtig.

Das Prinzip ist einfach: Unternehmen legen verbindlich fest, wie stark und wie schnell sie ihre Emissionen reduzieren. Die Berechnungsgrundlagen? Wissenschaftlich geprüft, auf globale Emissionsreduktion abgestimmt und mit dem 1,5-Grad-Ziel kompatibel. Der Unterschied zu freiwilligen Selbstverpflichtungen? Verbindlichkeit und Überprüfung im Detail.

 

Der Netto-Null-Standard: Null Toleranz für Greenwashing

Netto-Null – das klingt erst einmal nach Endzustand. Ist aber vor allem ein Weg. Die Science Based Targets Initiative hat mit dem Corporate Net-Zero Standard erstmals klar definiert, was ein wissenschaftlich fundiertes Netto-Null-Ziel wirklich bedeutet. 

Die Anforderungen im Überblick:

  • Schnelle und tiefe Emissionsreduzierung: Ohne Umwege. Ohne Tricks. CO₂ muss runter – und zwar schnell.
  • Setzung kurz- und langfristiger Klimaziele: Was bis 2030 passiert, zählt. Aber auch, was bis 2050 passieren muss.
  • Kein Netto-Null-Anspruch bis zur tatsächlichen Zielerreichung: Kein Greenwashing. Nur, wer seine Ziele erreicht hat, darf den Netto-Null-Status beanspruchen.
  • Beyond Value Chain Mitigation: Auch jenseits der eigenen Lieferkette investieren – etwa in CO₂-Senken oder Klimaschutzprojekte.

 

Net-Zero Standard 2.0-  jetzt wird's ernst

Mittlerweile existiert eine Version 2.0 des Net-Zero-Standards – als Entwurf. Und mit ihr ein ganzer Schwung an Neuerungen, die Unternehmen direkt betreffen. Der überarbeitete Standard bringt Klarheit – und macht ernst mit Verantwortung.

Hier die Unterschiede im Vergleich:

BereichBisheriger Standard (v1.2)Neuer Entwurf (v2.0)
Net-Zero-ZielSpätestens 2050Keine Änderung
Scope 1 & 2Kombinierte Ziele erlaubtTrennung Pflicht
Scope 367-90 % pauschal abdeckenFokus auf Einflussbereiche
Strombilanzierungstandort- oder marktbasiertmarktbasiertes Ziel oder ein Ziel für CO2-freien Strom
TransformationsplanfreiwilligPflicht in 12 Monaten
Fortschrittsprüfungkeinealle 5 Jahre
Kompensationnur am Zieljahrauch früher möglich
"Klimaziele setzen – kann jeder. Bei uns werden sie wissenschaftlich wasserdicht."

Chancen und Vorteile für Unternehmen

  • Vorsprung

    Unternehmen mit glaubwürdigen Klimazielen punkten bei Kunden, Partnern und Investoren.

  • Risikominimierung

    Wer heute handelt, schützt sich morgen vor regulatorischen und finanziellen Risiken.

  • Vertrauen

    Science Based Targets stärken die Integrität von Nachhaltigkeitsstrategien.

  • Innovationstreiber

    Emissionsreduktion bedeutet auch: Prozesse optimieren, effizientere Technologien einsetzen und neue Geschäftsmodelle entwickeln.

Wie erreichen Unternehmen die Ziele?

Der Weg zu Science Based Targets ist klar definiert – und verläuft in fünf Schritten:

  1. 1

    Verpflichten

    Unternehmen bekunden schriftlich, ein wissenschaftsbasiertes Ziel setzen zu wollen.

  2. 2

    Entwickeln

    Innerhalb von 24 Monaten wird ein Reduktionsziel entwickelt, das den SBTi-Kriterien entspricht.

  3. 3

    Einreichen

    Die Zielsetzung wird zur Validierung bei der Science Based Targets Initiative eingereicht.

  4. 4

    Kommunizieren

    Nach erfolgreicher Validierung wird das Ziel öffentlich bekannt gegeben.

  5. 5

    Informieren

    Unternehmen berichten jährlich über ihre Fortschritte – transparent und nachvollziehbar.

Standards und Tools für echte Ergebnisse

  • Ohne Bilanz, keine Strategie. Ohne Strategie keine Reduktion. Die Science Based Targets basieren auf einem klaren System: dem GHG Protocol (Greenhouse Gas Protocol) – dem weltweit anerkannten Standard für CO₂ Bilanzierung. Unternehmen erfassen hier ihre Emissionen nach Scopes:

    • Scope 1: Direkte Emissionen aus eigenen Quellen (z. B. Fuhrpark, Produktion)
    • Scope 2: Indirekte Emissionen aus bezogener Energie (z. B. Strom, Fernwärme)
    • Scope 3: Alle übrigen indirekten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette

    Im Kontext von Science Based Targets sind alle Scopes relevant – insbesondere Scope 3. Denn hier entstehen oft die größten Emissionen. Auch PCF (Product Carbon Footprint) und CCF (Corporate Carbon Footprint) sind Teil der CO₂-Buchhaltung. Sie helfen, den eigenen CO₂-Fußabdruck systematisch für einzelne Produkte (PCF) oder das gesamte unternehmerische Handeln (CCF) zu erfassen und Handlungsfelder zu identifizieren.

  • Ein Tool, das den Unterschied macht: das X-Degree Compatibility Modell – kurz: XDC. Entwickelt von right. based on science, einem deutschen Unternehmen mit klarem Fokus auf wissenschaftsbasierte Klimadaten. Was das XDC kann? Es macht Klimawirkung messbar. Punktgenau.

    Das Modell berechnet eine Temperatur: Wie viel Grad Erwärmung resultieren aus dem aktuellen Kurs eines Unternehmens? 2,1 °C? 1,8 °C? Oder auf 1,5-Grad-Kurs? So wird auf einen Blick klar, ob die Geschäftsstrategie mit dem Pariser Klimaabkommen vereinbar ist – oder eben nicht.

    Mit dem XDC lassen sich Restbudgets berechnen – wie viel CO₂ bleibt noch, bevor die Klimabilanz kippt? Und noch wichtiger: Wo genau muss angesetzt werden? Scope 1, Scope 2, Scope 3 – das Modell zeigt, wo es brennt. Damit Unternehmen konkrete Reduktionspfade entwickeln und strategisch planen können, statt nur reaktiv zu kompensieren. Klimaziele mit System. Entscheidungen mit Substanz.

Emissionsanalyse und Reduktionsstrategie. Wir machen das schon.

Klimaziele setzen? Klar. Aber wie anfangen? Und wie sicherstellen, dass alles korrekt bilanziert wird?

FAQs: Die Fragen, die sich alle stellen

  • Science Based Targets sind Klimaziele von Unternehmen, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren und mit dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Abkommens kompatibel sind. Sie geben Unternehmen einen klaren Fahrplan zur Emissionsreduktion an die Hand – transparent, überprüfbar und ambitioniert.

  • Die Science Based Targets Initiative (SBTi) ist eine internationale Partnerschaft von CDP, UNGC, WRI und WWF. Sie hilft Unternehmen, wissenschaftsbasierte Klimaziele zu definieren, zu validieren und zu erreichen – und bietet dabei einen klaren Rahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.

  • "Netto-Null" (englisch: "net zero") bezieht sich auf den Zustand, in dem die Menge an Treibhausgasemissionen, die von einer Organisation, einem Land oder einem anderen Entitätsbereich produziert wird, durch Maßnahmen zur Reduzierung und Kompensation auf null reduziert wird. 

    Dies bedeutet, dass die verbleibenden Emissionen durch verschiedene Methoden wie Aufforstung, CO₂-Abscheidung und -Speicherung oder andere Maßnahmen ausgeglichen werden, um ein Gleichgewicht zwischen den produzierten Emissionen und den reduzierten oder ausgeglichenen Emissionen zu erreichen. 

  • Der Corporate Net-Zero Standard definiert klar und wissenschaftlich fundiert, was unter Netto-Null zu verstehen ist und gibt Unternehmensführern die Sicherheit, dass ihre Dekarbonisierungsstrategien der Klimawissenschaft entsprechen.

    Er adressiert die bisherige Uneinheitlichkeit in der Definition und Interpretation von Netto-Null, die zur Verwirrung und Greenwashing-Vorwürfen geführt hat.

    Mit dem Corporate Net-Zero Standard der SBTi können Unternehmen eindeutige wissenschaftsbasierte Netto-Null-Ziele festlegen, ihre Vorreiterrolle im Klimaschutz unterstreichen und ihr Engagement für einen lebenswerten Planeten zeigen. 

    • Vollständigkeit: Umfasst alle Schlüsselemissionen entlang der Wertschöpfungskette.
    • Frühzeitige Maßnahmen: Setzt auf sofortige Maßnahmen, basierend auf der Klimawissenschaft.
    • Ambition: Zielt auf eine Begrenzung der Erwärmung auf 1,5 °C, gestützt durch fundierte Klimamodelle.
    • Zeitrahmen: Verpflichtung zu Netto-Null bis spätestens 2050.
    • Rechenschaft: Unterliegt einem strengen und unabhängigen Überprüfungsprozess.

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