METHODENRAHMEN | ECOZOOM-BILANZIERUNGEN
Wie wir Bilanzierungsmethoden in ecozoom umsetzen, prüfen und versionieren
CO₂-Bilanzen können mit Software schneller, konsistenter und für wiederkehrende Anwendungsfälle skalierbar erstellt werden. Die Software entscheidet jedoch nicht selbst, was bilanziert wird. Hinter jedem Ergebnis stehen fachliche Festlegungen: zum Bilanzgegenstand, zur Bezugsgröße, zur Systemgrenze, zu Daten und Emissionsfaktoren, zu Annahmen sowie zur Berechnungs- und Ergebnislogik.
In ecozoom werden diese Festlegungen in Bilanzierungstemplates übersetzt. Ein Template verbindet methodische Regeln, Eingabefelder, Auswahlmöglichkeiten, Emissionsfaktoren und Berechnungsformeln zu einem versionierten Rechenmodell. Es kann für wiederkehrende Standardanwendungen, für einen angepassten Anwendungsfall oder individuell für einen bestimmten Kunden und Prozess entwickelt werden.
Dieser Methoden- und Qualitätsrahmen beschreibt, wie natureOffice solche Templates konzipiert, dokumentiert, technisch umsetzt, testet, freigibt und weiterentwickelt. Er ergänzt die Methodenrahmen für Product und Corporate Carbon Footprints. Er ersetzt sie nicht.
Kurz gesagt: Der PCF- oder CCF-Methodenrahmen gibt die fachlichen Regeln vor. Das ecozoom-Template setzt sie in ein konkretes Rechenmodell um. Der einzelne Bilanznachweis zeigt, welche Daten, Optionen und Versionen für das konkrete Ergebnis verwendet wurden.
Methodische Grundlage
Der jeweils anwendbare natureOffice Methodenrahmen für PCF oder CCF sowie die dort ausgewiesenen Standards, Product Rules und ergänzenden Vorgaben.
Template-Arten
Standardtemplates, angepasste Standardtemplates und individuell entwickelte Bilanzierungsmodelle.
Qualitätssicherung
Dokumentierte Berechnungslogik, definierte Eingaben, Plausibilitätsregeln, Testfälle, Freigabe, Versionierung und Änderungsverfolgung.
Prüfstatus
Die methodische Freigabe eines Templates ist nicht gleichbedeutend mit der fachlichen Prüfung jeder damit erstellten Einzelbilanz.
Vier Ebenen der Nachvollziehbarkeit
Die Nachvollziehbarkeit einer softwaregestützten Bilanz entsteht auf mehreren Ebenen:
1. PCF- oder CCF-Methodenrahmen
Die allgemeinen fachlichen Regeln für die jeweilige Bilanzart.
2. Template-Methodenspezifikation
Die Übersetzung dieser Regeln in ein bestimmtes ecozoom-Rechenmodell: Anwendungsbereich, Systemgrenze, Eingaben, Faktoren, Formeln, Annahmen, Auswahlregeln und Grenzen.
3. Bilanz- oder Ergebnisnachweis
Die konkrete Anwendung: Bilanzgegenstand, Zeitraum, Eingabedaten, aktivierte Module, verwendete Versionen, Ergebnis und Prüfstatus.
4. Revalidierungsprotokoll
Die erneute fachliche Prüfung einer bestehenden Bilanz, soweit eine Revalidierung durch natureOffice beauftragt und durchgeführt wurde.
Ein allgemeiner Methodenrahmen kann deshalb nicht allein erklären, wie ein bestimmter Kundenwert entstanden ist. Umgekehrt ersetzt eine einzelne Zahl auf einer Datenseite weder die Template-Dokumentation noch die zugrunde liegende PCF- oder CCF-Methodik.
Der Methodenrahmen regelt das Verfahren. Das Template bildet es ab. Der Bilanznachweis dokumentiert die konkrete Berechnung.
Der Rahmen gilt für Bilanzierungsmodelle, die natureOffice in ecozoom bereitstellt, konfiguriert oder individuell entwickelt. ecozoom ist dabei die gemeinsame Bezeichnung für die hier erfassten Bilanzierungslösungen. Unterschiedliche Anwendungsfälle werden nicht über voneinander getrennte Methodenrahmen, sondern über den jeweils passenden CCF- oder PCF-Rahmen und das konkrete Template gesteuert.
Der Rahmen beschreibt insbesondere:
- wie Zweck und Anwendungsbereich eines Templates festgelegt werden,
- wie PCF- und CCF-Regeln in Datenfelder, Systemgrenzen, Module und Formeln übersetzt werden,
- wie Eingabedaten und Emissionsfaktoren miteinander verknüpft werden,
- wie Annahmen, Standardwerte, Proxys, Schätzungen und Datenlücken behandelt werden,
- wie Templates dokumentiert, geprüft, freigegeben und versioniert werden,
- wie Änderungen, historische Ergebnisse und Fehlerkorrekturen behandelt werden,
- welche Verantwortung natureOffice und welche der Kunde beziehungsweise Anwender trägt,
- welche Informationen in Keyfactsheet, Tracking und vertraulicher Dokumentation erscheinen.
Dieser Rahmen definiert keine zusätzliche Bilanzart. Ob ein Ergebnis ein CCF, PCF, partieller PCF, Modulwert, Screening oder eine andere Kennzahl ist, richtet sich nach Bilanzzweck, Systemgrenze und dem jeweils angewendeten CCF- oder PCF-Methodenrahmen.
Die Bewertung von Klimaschutzprojekten und die Dokumentation eines freiwilligen Projekt-Engagements sind nicht Bestandteil der Bilanzmethodik. Sie werden getrennt geregelt.
Merksatz: ecozoom setzt dokumentierte Bilanzmethodik technisch um. Die Software ist weder eine eigene Bilanznorm noch ein Nachhaltigkeitssiegel.
Ein Template ist ein versioniertes Rechenmodell für einen definierten Anwendungsbereich. Es verbindet:
- die Beschreibung des Bilanzgegenstands,
- zulässige Bezugsgrößen und Systemgrenzen,
- vorgegebene und kundenseitig einzugebende Daten,
- Pflichtfelder, Auswahlmöglichkeiten und Module,
- hinterlegte Emissionsfaktoren und Datenquellen,
- Berechnungs-, Allokations- und Zuordnungsregeln,
- Einheiten, Umrechnungen und Rundungen,
- technische Pflichtfeldprüfungen,
- die Struktur der Ergebnisdarstellung.
Jedes Template besitzt eine eindeutige technische Identität. Die Template-ID wird gespeichert und in ecozoom angezeigt. Name, Sprache oder Darstellung können sich ändern, ohne dass dadurch die historische Zuordnung verloren geht. Ändert sich die Rechenlogik oder der methodische Umfang, wird ein neuer Versionsstand angelegt.
Ein Template kann einen vollständigen CCF oder PCF, einen partiellen PCF, ein einzelnes Modul oder einen wiederkehrenden Berechnungsfall abbilden. Sein Umfang wird deshalb ausdrücklich bezeichnet.
Das Template ist nicht mit der fertigen Bilanz gleichzusetzen. Es stellt die Rechenlogik bereit. Das konkrete Ergebnis entsteht erst aus Template, aktiver Faktorgrundlage, kundenseitigen Eingaben und Auswahlentscheidungen.
Jedes Template wird einem fachlichen Bilanzrahmen zugeordnet. Für Product Carbon Footprints gilt der natureOffice-Methodenrahmen PCF. Für Corporate Carbon Footprints gilt der natureOffice-Methodenrahmen CCF. Dort werden Bilanzgrenzen, Datenanforderungen und anzuwendende Standards näher erläutert.
Je nach Bilanzart und Auftrag können insbesondere zugrunde liegen:
- der GHG Protocol Corporate Accounting and Reporting Standard,
- die GHG Protocol Scope 2 Guidance,
- der GHG Protocol Corporate Value Chain (Scope 3) Standard und die zugehörige Calculation Guidance,
- der GHG Protocol Product Life Cycle Accounting and Reporting Standard,
- ISO 14064-1 für organisationsbezogene Treibhausgasinventare,
- ISO 14067 sowie ISO 14040 und ISO 14044 für produktbezogene Bilanzierungen,
- anwendbare Product Rules, Branchenregeln oder vertraglich festgelegte Berechnungsvorgaben,
- weitere gesetzliche oder programmbezogene Anforderungen des konkreten Anwendungsfalls.
Je nach Bilanzart erfolgt die Berechnung auf Grundlage der einschlägigen GHG-Protocol-Standards beziehungsweise der genannten ISO-Normen. Die konkrete Grundlage wird in der Bilanzdokumentation benannt. ecozoom setzt diese methodischen Regeln technisch um; die Software selbst wird nicht als vom GHG Protocol geprüft oder zertifiziert dargestellt. Ebenso wird eine Template-Freigabe nicht mit einer unabhängigen Prüfung der kundenseitigen Eingangsdaten gleichgesetzt.
ISO 14064-1:2018 und ISO 14067:2018 sind derzeit weiterhin die veröffentlichten internationalen Normfassungen. Neue Entwürfe werden beobachtet, aber erst nach ihrem anwendbaren Inkrafttreten als neue Grundlage verwendet.
Für die Nachvollziehbarkeit werden drei Dokumentationsebenen unterschieden:
Allgemeiner CCF- oder PCF-Methodenrahmen
Er beschreibt die übergeordneten fachlichen Regeln für die jeweilige Bilanzart. Diese allgemeinen Regeln müssen nicht in jedem Template erneut vollständig wiederholt werden.
Templatebezogene Methodendokumentation
ecozoom kann die wesentlichen Angaben eines Methodensteckbriefs automatisch aus dem hinterlegten Template erzeugen. Dazu gehören insbesondere Template-ID, Template-Typ, Anwendungsbereich, Systemgrenze, Bezugsgröße, Methoden- und Faktorstand, GWP-Grundlage und Version.
Für komplexe Standard-, Branchen- oder Individualtemplates wird die Dokumentation entsprechend dem methodischen Umfang vertieft. Sie kann beispielsweise Prozesslandkarten, Eingabestrukturen, Allokationen, Szenarien, Formeln und besondere Ausschlussregeln umfassen.
Bilanzbezogene Dokumentation
Sie beschreibt die konkrete Anwendung des Templates. Je nach Bilanzart und Leistungsumfang gehören dazu Bilanzgegenstand, Bezugszeitraum, Eingaben beziehungsweise Datenquellen, Systemgrenze, wesentliche Annahmen und Ausschlüsse, Ergebnis und Dokumentationsdatum.
Eine erneute fachliche Prüfung oder Aktualisierung einer konkreten Bilanz ist ein gesonderter Leistungsumfang. Gegenstand, Datengrundlage, Prüfungstiefe und Ergebnis werden im Auftrag beziehungsweise Angebot vereinbart.
ecozoom unterscheidet drei grundlegende Formen:
Standardtemplate
Ein Standardtemplate wird für einen wiederkehrenden und hinreichend einheitlichen Anwendungsfall entwickelt. Mehrere Kunden verwenden dieselbe methodische Grundlogik. Kundenspezifisch sind insbesondere Eingabedaten und die daraus entstehenden Ergebnisse.
Branchenspezifisches Template
Ein branchenspezifisches Template bildet typische Prozesse, Datenstrukturen, Systemgrenzen oder Berechnungsregeln einer Branche ab. Es kann standardisiert bei mehreren Unternehmen einer Branche eingesetzt oder für einen konkreten Anwendungsfall weiter angepasst werden.
Individuelles Template
Ein Individualtemplate wird für einen bestimmten Kunden, Produktionsprozess, eine Dienstleistung oder eine besondere Datenstruktur entwickelt. Es besitzt einen abgegrenzten Anwendungsbereich, eine eigene Template-ID und einen eigenen Versionsstand.
Reine Sprach-, Darstellungs- oder Berechtigungsvarianten können dieselbe methodische Identität verwenden, wenn Formeln, Faktoren, Systemgrenze und Auswahlregeln unverändert bleiben. Eine Änderung, die das Ergebnis oder den Bilanzumfang beeinflussen kann, wird dagegen als neue methodisch relevante Template-Version behandelt.
Die Entwicklung eines Templates umfasst grundsätzlich:
- Anwendungsfall und vorgesehenen Zweck klären,
- Bilanzart und anzuwendenden Methodenrahmen festlegen,
- Bezugsgröße, Systemgrenze, Prozesse und Datenanforderungen spezifizieren,
- Datenfelder, Einheiten, Pflichtangaben und Auswahlmöglichkeiten definieren,
- Formeln, Faktorverknüpfungen und Ergebnislogik technisch umsetzen,
- Pflichtfeld- und Funktionsprüfungen durchführen,
- fachliche und technische Ergebnisse prüfen,
- Template aktivieren und versionieren,
- Änderungen, Fehler und Rückmeldungen im Betrieb bewerten.
Die fachliche Verantwortung liegt beim zuständigen Projektteam. Spezifikation, technische Umsetzung, Prüfung und Aktivierung werden projektbezogen zugeordnet und dokumentiert. Ein Template wird erst aktiviert, wenn Rechenlogik, Systemgrenze, Faktorverknüpfungen und Ergebnisdarstellung für den vorgesehenen Anwendungsbereich geprüft wurden.
Vor der Umsetzung wird beschrieben, für welche Bilanz, Entscheidung, Auswertung oder Kommunikation ein Template vorgesehen ist. Der Zweck beeinflusst Detailtiefe, Systemgrenze, Datenanforderungen und Ergebnisdarstellung.
Der Anwendungsbereich nennt insbesondere:
- die Bilanzart und den betrachteten Gegenstand,
- vorgesehene Branchen, Produkte, Prozesse, Standorte oder Organisationstypen,
- zulässige Bezugsgrößen und Zeiträume,
- die System-, Organisations- oder Berichtsgrenze,
- abgedeckte und nicht abgedeckte Emissionsquellen,
- zulässige Eingabe- und Berechnungsmethoden,
- bekannte Fälle, für die das Template nicht geeignet ist.
Ein Template wird nicht außerhalb dieses Anwendungsbereichs eingesetzt, ohne zuvor zu prüfen, ob Datenmodell, Systemgrenze, Faktoren und Formeln weiterhin sachgerecht sind.
Beispielsweise kann ein Template für ein Zwischenprodukt einen cradle-to-gate-PCF berechnen. Daraus folgt nicht, dass es ohne Erweiterung einen vollständigen cradle-to-grave-PCF für ein Endprodukt erzeugen kann. Ebenso wird ein vereinfachtes Screening nicht allein durch die Ausgabe eines Gesamtwerts zu einer vollständigen Bilanz.
Der Methodensteckbrief wird aus den in ecozoom hinterlegten Angaben erzeugt. Er kann insbesondere enthalten:
- Template-Name und eindeutige Template-ID,
- Template-Art und fortlaufende Template-Version,
- zugehöriger CCF- oder PCF-Methodenrahmen,
- angewendete Standards und ergänzende Regeln,
- vorgesehener Anwendungsbereich,
- Bilanzgegenstand und Bezugsgröße,
- System-, Organisations- oder Berichtsgrenze,
- Daten- und Faktorstand,
- GWP-Grundlage,
- Template-Status,
- Datum des Versionsstands,
- bekannte wesentliche Grenzen,
- fachlich verantwortliches Projektteam.
Bei komplexeren Templates können zusätzlich Prozesslandkarte, Lebenszyklusmodule, Scopes und Kategorien, Ein- und Ausschlussregeln, Eingabestruktur, Standardwerte, Proxys, Szenarien, Formeln, Allokationen und Änderungshistorie dokumentiert werden.
Umfang und Tiefe der weiterführenden Spezifikation richten sich nach Komplexität und Anwendungsbereich des Templates. Der automatisch erzeugbare Methodensteckbrief bildet die gemeinsame Mindestdokumentation.
Eingabefelder werden so gestaltet, dass fachlich erkennbar ist, welche Information benötigt wird. Dazu gehören insbesondere Feldbezeichnung, Erläuterung, Einheit, Bezugszeitraum und Pflichtstatus.
Je nach Template können zusätzlich hinterlegt sein:
- geografischer, technischer oder zeitlicher Bezug,
- Eingabe als Einzelwert, Summe, Durchschnitt, Anteil oder Auswahl,
- Zuordnung zu Produkt, Standort, Scope, Kategorie, Prozess oder Lebenszyklusphase,
- Verwendung als Aktivitätsdatum, Primärdatum, Sekundärdatum, Proxy, Standardwert oder Szenario,
- Abhängigkeiten zu anderen Feldern,
- Verwendung in der Berechnung.
Einheiten werden an der Eingabe sichtbar angegeben. Notwendige Umrechnungen werden über die dokumentierte Rechenlogik ausgeführt. Die zentrale Formeldokumentation ermöglicht fachlichen Mitarbeitenden, die Verwendung der Eingaben in der Berechnung nachzuvollziehen.
Welche Angaben und Module erforderlich sind, wird über die Systemgrenze und die Logik des jeweiligen Templates gesteuert. ecozoom unterscheidet dabei zwischen erforderlichen Feldern und Angaben, die für einen konkreten Bilanzfall nicht benötigt werden.
Pflichtfelder müssen ausgefüllt werden. Fehlt eine erforderliche Eingabe, weist das System darauf hin. Dokumente können erst aus einem aktiven Bilanzstand heruntergeladen werden.
Ein nicht einbezogenes Modul ist keine beliebige Möglichkeit, bekannte Emissionen auszublenden. Maßgeblich ist, ob der Prozess innerhalb der festgelegten Systemgrenze liegt und für den Bilanzfall anwendbar ist. Die Aktivierung oder Nichtberücksichtigung eines Moduls muss daher zur ausgewiesenen Systemgrenze passen.
Merksatz: Nicht die technische Auswahlmöglichkeit entscheidet über den Bilanzumfang, sondern die zuvor festgelegte Systemgrenze.
ecozoom kann unterschiedliche Datenarten verarbeiten:
Aktivitäts- und Verbrauchsdaten
Dazu gehören beispielsweise Materialmengen, Energieverbräuche, Brennstoffmengen, Transportdistanzen, Personenkilometer, Abfallmengen, Bearbeitungszeiten oder Stückzahlen.
Lieferanten- und prozessspezifische Daten
Hierzu zählen geeignete lieferantenspezifische PCF, standort- oder technologiespezifische Faktoren und andere ausreichend dokumentierte Prozessdaten.
Sekundärdaten
Durchschnitts- oder Hintergrunddaten stammen aus verwendeten Datenbanken, Behördenquellen, wissenschaftlichen Veröffentlichungen oder anderen fachlich geeigneten Quellen.
Spend-based Daten
Ausgaben werden mit monetären Emissionsfaktoren verknüpft. Spend-based Berechnungen sind in ecozoom nur im Ausnahmefall zulässig, wenn keine sachgerechteren mengen-, aktivitäts- oder lieferantenspezifischen Daten verfügbar sind und die Methode für den Bilanzzweck geeignet ist.
Proxys, Schätzungen und Standardwerte
Sie können verwendet werden, wenn geeignetere Daten nicht mit vertretbarem Aufwand verfügbar sind. Auswahl und Eignung liegen in der fachlichen Verantwortung des Projektteams und werden bei Bedarf mit dem Kunden abgestimmt.
Grundsätzlich werden möglichst spezifische und für Technologie, Region und Zeitraum repräsentative Daten verwendet. Für große oder entscheidungsrelevante Emissionsquellen wird eine bessere Datengrundlage priorisiert.
Die im Regelfall benötigten Emissionsfaktoren werden aus den in ecozoom angebundenen beziehungsweise verwendeten Datenbanken ausgewählt. Nur in begründeten Einzelfällen legen natureOffice-Administratoren zusätzliche Faktoren an.
Für einen Faktor werden – soweit verfügbar – insbesondere Quelle beziehungsweise Datenbank, Bezugsjahr, Einheit und fachliche Zuordnung hinterlegt. Die Auswahl richtet sich nach Bilanzart, Prozess, Region, Technologie, Zeitraum und Systemgrenze.
ecozoom verwendet 100-Jahres-GWP. Es wird möglichst die aktuellste für die Berechnung anwendbare GWP-Fassung genutzt. Enthält eine Datenbank bereits charakterisierte CO₂e-Werte, bleibt die in der jeweiligen Datenbankversion enthaltene GWP-Grundlage maßgeblich. Unterschiedliche Grundlagen werden soweit praktisch möglich nicht unbemerkt vermischt.
Bei lizenzierten Daten werden im Keyfactsheet beziehungsweise in der externen Dokumentation grundsätzlich die Datenbankquelle und die Jahresangabe ausgewiesen. Einzelne lizenzierte Faktorwerte werden nur im zulässigen Rahmen und nach Abstimmung mit einer berechtigten Prüfinstanz offengelegt.
Neue Faktorversionen verändern historische Ergebnisse nicht rückwirkend. Eine Neuberechnung erfolgt mit einem nachvollziehbaren aktuellen Faktorstand und erzeugt einen neuen Ergebnisstand.
Die häufigste Grundform einer Emissionsberechnung lautet:
Aktivitätsdatum × Emissionsfaktor = Treibhausgasemissionen
Je nach Bilanzfall können zusätzlich direkte Messungen, Massen- und Energiebilanzen, stöchiometrische Berechnungen, Allokationen oder andere fachlich geeignete Verfahren eingesetzt werden.
Die Formeln sind zentral dokumentiert und können von fachlichen Mitarbeitenden geprüft werden. Die Dokumentation umfasst die verwendeten Eingaben, Recheneinheiten, Faktorverknüpfungen, Umrechnungen, Zuordnungen und Aggregationen.
Zwischenergebnisse werden mit ausreichender Rechengenauigkeit geführt. Für die Ergebnisdarstellung gelten folgende Standardrundungen:
- Gesamtergebnisse in Tonnen CO₂e: drei Nachkommastellen,
- Ergebnisse je funktioneller Einheit in Kilogramm CO₂e: zwei Nachkommastellen.
Abweichende Ausgabeeinheiten können verwendet werden, wenn sie für die Größenordnung und Aussage des Ergebnisses geeigneter sind. Die Einheit wird eindeutig ausgewiesen. Eine hohe Zahl von Nachkommastellen wird nicht als Beleg für eine entsprechend hohe Datengenauigkeit dargestellt.
Nicht jeder Bilanzfall verfügt von Beginn an über vollständig spezifische Daten. Templates können deshalb Annahmen, Standardwerte, Proxys und Szenarien enthalten. Diese werden nicht als gemessene Tatsachen dargestellt.
Das zuständige Projektteam entscheidet fachlich, ob ein Wert für den Anwendungsfall ausreichend repräsentativ ist. Dabei werden insbesondere Quelle, technologische, geografische und zeitliche Passung, Systemgrenze und mögliche Ergebniswirkung berücksichtigt.
Annahmen und Standardwerte werden bei Bedarf und nach Abstimmung mit dem Kunden angepasst. Ein Proxy für ein bestimmtes Material oder einen Prozess wird nicht ohne fachliche Prüfung auf andere Materialien, Lieferanten oder Technologien übertragen.
Eine qualitative Kundenaussage kann eine vorläufige Annahme begründen, ersetzt aber keine tatsächlich erhobene mengenmäßige Datengrundlage. Für wesentliche Quellen wird die Verbesserung der Datenbasis priorisiert, soweit dies für Bilanzzweck und Leistungsumfang erforderlich ist.
Leere Eingaben werden in ecozoom nicht in die Berechnung einbezogen. Bei Pflichtfeldern weist das System darauf hin, dass eine Eingabe erforderlich ist.
„Leer“, „null“, „nicht anwendbar“, „geschätzt“ und „ausgeschlossen“ besitzen unterschiedliche fachliche Bedeutungen:
- Leer: Es wurde kein Wert eingegeben; das Feld wird nicht berechnet.
- Null: Die Aktivität wurde geprüft und beträgt im betrachteten Fall tatsächlich null.
- Nicht anwendbar: Der Prozess findet im Bilanzfall nicht statt oder liegt außerhalb der festgelegten Systemgrenze.
- Geschätzt beziehungsweise Proxy: Die Quelle wird mit einer Annahme, Hochrechnung oder Ersatzgröße berechnet.
- Ausgeschlossen: Eine grundsätzlich relevante Quelle wird nicht berechnet; der Ausschluss ist zu begründen.
Die Software kann aus einem leeren Feld nicht ableiten, ob die Aktivität tatsächlich null, nicht anwendbar oder nur noch nicht erfasst ist. Die richtige und vollständige Eingabe liegt deshalb beim Kunden beziehungsweise Anwender. Pflichtfelder, Systemgrenze und Ergebnisbezeichnung werden im Template so miteinander verbunden, dass der vorgesehene Bilanzumfang erkennbar bleibt.
Wenn ein Prozess, Verbrauch oder Emissionswert mehreren Produkten, Standorten, Organisationseinheiten oder Berichtsperioden gemeinsam zuzurechnen ist, kann eine Allokation erforderlich sein.
Je nach Template wird dokumentiert:
- welche Größe verteilt wird,
- warum keine direkte Zuordnung verwendet wird,
- auf welche Bilanzgegenstände verteilt wird,
- welcher Allokationsschlüssel gilt,
- aus welchen Daten der Schlüssel abgeleitet wird,
- wann eine Aktualisierung des Schlüssels erforderlich ist.
Mögliche Schlüssel sind beispielsweise Masse, Energieverbrauch, Maschinenzeit, Fläche, Stückzahl, physikalische Eigenschaften oder – wenn sachlich begründet – wirtschaftliche Werte. Die zulässige Hierarchie richtet sich nach dem CCF- oder PCF-Methodenrahmen und gegebenenfalls einer anwendbaren Product Rule.
Eine technisch hinterlegte Allokation ist nicht allein aufgrund ihrer Automatisierung fachlich richtig. Sie muss zum tatsächlichen Produktions- oder Organisationszusammenhang passen. Der Kunde stellt daher die für die Auswahl oder Aktualisierung erforderlichen Informationen bereit.
ecozoom berechnet Ergebnisse aus der aktiven Template-Version, den zugeordneten Faktorständen, den eingegebenen Daten und den getroffenen Auswahlentscheidungen.
Je nach Bilanzart können Ergebnisse insbesondere umfassen:
- Gesamtwert in Gramm, Kilogramm oder Tonnen CO₂e,
- Ergebnis je funktioneller Einheit, Referenzfluss oder andere Bezugsgröße,
- Ergebnis je Produkt, Auftrag, Standort, Organisation oder Berichtsjahr,
- Gliederung nach Lebenszyklusphasen, Prozessen, Scopes oder Scope-3-Kategorien,
- market-based und location-based Scope-2-Ergebnisse,
- absolute und intensitätsbezogene Kennzahlen,
- Beiträge wesentlicher Emissionsquellen.
Unterschiedliche Ergebnislogiken werden eindeutig bezeichnet. Market-based und location-based Scope-2-Werte werden parallel dargestellt, aber nicht addiert. Ein cradle-to-gate-PCF wird nicht als vollständiger cradle-to-grave-PCF bezeichnet.
Ein freiwilliges Engagement für Klimaschutzprojekte wird nicht in den CCF oder PCF eingerechnet. Es verändert weder den Bilanzwert noch die zugrunde liegende Ergebnisversion.
ecozoom führt die Berechnung innerhalb der für das jeweilige Template festgelegten Struktur aus. Hinterlegte Formeln, Einheiten, Faktorverknüpfungen, Pflichtfelder und Zugriffsrechte sichern einen konsistenten technischen Ablauf. Fehlt eine erforderliche Angabe, weist das System den Anwender darauf hin.
Der Umfang automatisierter Kontrollen richtet sich nach Aufbau und Anwendungsbereich des Templates. Technische Prüfungen können jedoch nicht beurteilen, ob eine Kundeneingabe die tatsächlichen betrieblichen Verhältnisse vollständig und sachlich richtig abbildet. Diese Unterscheidung ist zentral: ecozoom kontrolliert die hinterlegte Berechnungslogik; die Verantwortung für die bereitgestellten Aktivitäts- und Unternehmensdaten bleibt beim Kunden.
Merksatz: Ein technisch konsistenter Rechenweg und eine belastbare Datengrundlage gehören zusammen – erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
Neue und methodisch geänderte Templates werden vor ihrer Aktivierung fachlich und technisch geprüft. Umfang und Tiefe richten sich nach Komplexität, Anwendungsbereich und möglicher Ergebniswirkung.
Geprüft werden insbesondere:
- Formeln und Faktorverknüpfungen,
- Einheiten und Umrechnungen,
- Systemgrenze und Modulzuordnung,
- Aggregationen und Ergebnisdarstellung,
- Pflichtfelder und zulässige Auswahlmöglichkeiten,
- Auswirkungen methodisch relevanter Änderungen.
Die fachliche Freigabe liegt beim zuständigen Projektteam. Die Aktivierung bestätigt, dass das Template für seinen dokumentierten Anwendungsbereich eingesetzt werden kann. Sie bestätigt nicht die sachliche Richtigkeit späterer Kundeneingaben und stellt keine unabhängige Verifizierung jeder damit berechneten Einzelbilanz dar.
Für Templates beziehungsweise produktiv nutzbare Berechnungsstände verwendet ecozoom die Status:
- Entwurf: Das Template oder der Stand befindet sich in Bearbeitung und kann nicht für neue veröffentlichungsfähige Bilanzen verwendet werden.
- Aktiv: Das Template beziehungsweise der Bilanzstand kann im vorgesehenen Anwendungsbereich genutzt werden. Nur aus einem aktiven Stand können Kunden Dokumente herunterladen.
- Veraltet: Der Stand wurde ersetzt und kann nicht für neue Bilanzen verwendet werden.
Der Status „aktiv“ beschreibt die technische Nutzbarkeit des Templates beziehungsweise Bilanzstands. Er ist keine Bestätigung der Vollständigkeit oder Richtigkeit kundenseitiger Eingaben. Wird eine konkrete Bilanz zusätzlich fachlich oder extern geprüft, werden Gegenstand und Umfang dieser Prüfung gesondert vereinbart und dokumentiert.
Templates werden mit fortlaufenden Versionsnummern gespeichert, beispielsweise Version 1, Version 2 und Version 3. Dadurch bleibt die zeitliche Abfolge der freigegebenen Rechenstände eindeutig nachvollziehbar.
Eine neue Version wird angelegt, wenn Rechenlogik, Faktoren, Systemgrenze, Datenanforderungen oder andere ergebnisrelevante Bestandteile geändert werden. Redaktionelle Änderungen ohne Einfluss auf Berechnung oder Anwendung können innerhalb der Dokumentation nachvollzogen werden.
Emissionsfaktoren werden mit ihrem jeweils verwendeten beziehungsweise aktuellen Versions- oder Datenstand gekennzeichnet. Die Template-ID bleibt als technische Identität bestehen; die Versionsnummer kennzeichnet den jeweiligen Entwicklungsstand.
Eine neue Template- oder Faktorversion verändert bereits berechnete Ergebnisse nicht rückwirkend. Eine erneute Berechnung erzeugt einen neuen Bilanzstand.
Berechnete Ergebnisse werden rückwirkend nicht stillschweigend geändert. Historische Versionen bleiben als eigene Berechnungsstände nachvollziehbar.
Eingabedaten freigegebener Bilanzstände werden im regulären Versionsprozess nicht durch spätere Aktualisierungen überschrieben oder gelöscht. Gesetzliche, vertragliche und datenschutzrechtliche Vorgaben bleiben davon unberührt. Eine exakte historische Neuberechnung ist möglich, wenn die damals verwendeten Eingaben, Faktoren, Template- und Datenstände vollständig dokumentiert und weiterhin verfügbar sind.
Für die Nachvollziehbarkeit werden insbesondere gespeichert beziehungsweise referenziert:
- Template-ID und Template-Version,
- verwendete Eingabedaten,
- Faktor- und Datenstand,
- Bilanzgegenstand, Bezugsgröße und Zeitraum,
- wesentliche Auswahlentscheidungen,
- Ergebnis und Dokumentationsdatum.
Bei älteren Templates oder Bilanzständen wird die vollständige technische Reproduzierbarkeit im Einzelfall geprüft. Einschränkungen werden transparent benannt und nicht durch eine Neuberechnung mit aktuellen Faktoren verdeckt. Technische Regelungen zu Datensicherheit, Backups und Wiederherstellung werden in der dafür vorgesehenen Leistungs- und Sicherheitsdokumentation beschrieben.
Eine Template-Aktualisierung und die Neuberechnung einer konkreten Bilanz sind unterschiedliche Vorgänge.
Template-Aktualisierung
natureOffice verändert das Rechenmodell, beispielsweise aufgrund neuer Faktoren, geänderter GWP-Grundlagen, neuer Standards, technischer Weiterentwicklungen, Kundenanforderungen oder erkannter Fehler.
Bilanz-Aktualisierung
Eine konkrete Bilanz wird mit neuen Aktivitätsdaten, einer neuen Template- oder Faktorversion oder korrigierten Angaben neu berechnet. Sie erhält einen neuen Bilanzstand.
Ein aktualisiertes Template verändert bestehende Bilanzen nicht automatisch. Eine Neuberechnung wird erforderlich, wenn der bestehende Bilanzstand für Produkt, Unternehmen, Zeitraum oder Verwendungszweck nicht mehr hinreichend repräsentativ ist.
Ob zusätzlich eine erneute fachliche Prüfung erfolgt, richtet sich nach dem vereinbarten Leistungsumfang. Gegenstand, Prüfungstiefe und Dokumentation werden im Angebot beziehungsweise Auftrag festgelegt.
Die Qualität eines Ergebnisses hängt nicht nur von technisch korrekten Formeln ab. Entscheidend sind auch Vollständigkeit, zeitliche, geografische und technologische Repräsentativität sowie die Verlässlichkeit der verwendeten Daten.
Das zuständige Projektteam berücksichtigt diese Merkmale bei der Auswahl und fachlichen Einordnung von Daten und Faktoren. Wesentliche Annahmen, Proxys, Schätzungen, Szenarien und spend-based Berechnungen werden – soweit für den Bilanzfall relevant – kenntlich gemacht.
natureOffice verwendet keinen pauschalen öffentlichen Gesamtscore, der unterschiedliche Datenqualitäten zu einer scheinbar eindeutigen Zahl verdichtet. Eine solche Kennzahl könnte gerade bei wichtigen Emissionsquellen Schwächen verdecken. Entscheidend bleibt deshalb die fachliche Einordnung der tatsächlich verwendeten Datenbasis.
ie Verantwortung wird zwischen natureOffice und dem Kunden beziehungsweise Anwender getrennt.
natureOffice beziehungsweise das zuständige Projektteam ist insbesondere verantwortlich für:
- methodische Konzeption und Dokumentation des Templates,
- Auswahl und technische Zuordnung zentral hinterlegter Faktoren,
- Umsetzung und fachliche Prüfung der dokumentierten Formeln,
- technische Struktur von Einheiten, Pflichtfeldern und Auswahlregeln,
- Template-ID, Status und Versionierung,
- Bewertung und Korrektur erkannter methodischer oder technischer Fehler,
- zusätzliche fachliche Prüfungen, soweit diese ausdrücklich beauftragt sind.
Der Kunde beziehungsweise Anwender ist insbesondere verantwortlich für:
- richtige und vollständige Beschreibung des Bilanzgegenstands,
- Richtigkeit, Vollständigkeit und zeitliche Zuordnung seiner Eingabedaten,
- Auswahl der tatsächlich zutreffenden Produkt-, Prozess-, Standort- und Lieferantenangaben,
- Nutzung des Templates innerhalb seines vorgesehenen Anwendungsbereichs,
- Aktualisierung veränderter Produktions-, Organisations- und Lieferantendaten,
- Bereitstellung vereinbarter Nachweise und Erläuterungen,
- sachgerechte Verwendung der erzeugten Ergebnisse und Dokumente.
Kunden besitzen in ecozoom Admin- oder Userrechte mit unterschiedlichen Zugriffsmöglichkeiten. Methodisch relevante Template- und Faktoränderungen bleiben den dafür vorgesehenen natureOffice-Rollen vorbehalten.
Die konkrete Form der Datenbereitstellung und einer gegebenenfalls vereinbarten kundenseitigen Bestätigung wird im Angebot beziehungsweise Auftrag festgelegt. Spätere wesentliche Datenänderungen erzeugen einen neuen Bilanzstand und sind erneut fachlich einzuordnen.
Das Keyfactsheet enthält insbesondere:
- Art und Gegenstand der Bilanz,
- Bezugsgröße und Bezugszeitraum,
- System-, Organisations- oder Berichtsgrenze,
- angewendeten CCF- oder PCF-Methodenrahmen,
- Ergebnis und wesentliche Ergebnisgliederung,
- Rolle wesentlicher Primär-, Sekundär-, Proxy- oder spend-based Daten,
- wesentliche Annahmen, Szenarien und Ausschlüsse,
- Faktor- beziehungsweise Datenbankquelle und Jahresangabe in lizenzrechtlich zulässiger Form,
- Dokumentationsdatum.
Die Template-ID und der technische Versionsstand werden in ecozoom gespeichert und sichern die interne Nachvollziehbarkeit des Berechnungsstands. Das Keyfactsheet ordnet das Ergebnis fachlich ein; es ist kein Prüfprädikat und kein Nachhaltigkeitssiegel.
Im öffentlichen Tracking können Emissionsdaten und die für ihre Einordnung vorgesehenen Informationen dargestellt werden. Weitergehende Unterlagen werden DSGVO-konform und gegebenenfalls unter Passwortschutz, Zugangsbeschränkung oder einer Vertraulichkeitsvereinbarung bereitgestellt.
Vertraulich bleiben insbesondere:
- Rezepturen, Stücklisten und konkrete Prozessparameter,
- Einkaufs- und Lieferantenkonditionen,
- personenbezogene oder sicherheitsrelevante Informationen,
- lizenzgeschützte Einzelfaktorwerte,
- interne Testprotokolle und technische Systemdetails.
Vertraulichkeit darf nicht dazu genutzt werden, Bilanzgegenstand, Bezugsgröße, Systemgrenze oder wesentliche Ausschlüsse irreführend darzustellen.
Ein freiwilliges Engagement für Klimaschutzprojekte ist kein Bestandteil der CCF- oder PCF-Berechnung. Es wird technisch, rechnerisch und kommunikativ vom Bilanzwert getrennt behandelt.
Das bedeutet:
- Der berechnete CCF oder PCF wird ohne Abzug eines Projekt-Engagements ausgewiesen.
- Projektunterstützung wird nicht als negativer Emissionswert in die Bilanz eingestellt.
- Es wird kein Netto-PCF, Netto-CCF oder Ergebnis nach Projekt-Engagement berechnet.
- Das Engagement macht ein Produkt oder Unternehmen nicht emissionsfrei oder klimaneutral.
- Änderungen am Engagement verändern die zugrunde liegende Bilanzversion nicht.
Das Tracking bildet diese Trennung entsprechend ab. Ein gesonderter Climate Engagement Record dokumentiert das freiwillige Engagement und die zugehörigen Projektinformationen. Er ordnet das Engagement nicht rechnerisch einem Produkt oder dessen Emissionen zu und verändert weder PCF noch CCF.
Für Projektbewertung, Nachweis und Kommunikation gilt der gesonderte natureOffice-Rahmen für freiwilliges Projekt-Engagement.
Wird ein möglicher Formel-, Faktor- oder Zuordnungsfehler entdeckt, wird er fachlich und technisch bewertet. Der vorgesehene Ablauf umfasst:
- Ursache und mögliche Ergebniswirkung untersuchen,
- betroffene Template- und Bilanzversionen identifizieren,
- die weitere Nutzung eines fehlerhaften Stands bei Bedarf verhindern,
- eine korrigierte Template-Version prüfen und aktivieren,
- Änderungen und Ergebniswirkung dokumentieren,
- betroffene Kunden gezielt informieren,
- erforderliche Neuberechnungen abstimmen.
Der Methoden- und Qualitätsrahmen wird versioniert und regelmäßig überprüft. Anpassungen können insbesondere durch neue Standards, Änderungen der CCF- oder PCF-Methodik, neue Datenbanken, technische Weiterentwicklungen, Kundenfeedback, Fehler oder neue Template-Arten erforderlich werden.
Die fachliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Projektteam. Methodisch oder technisch wesentliche Änderungen werden zwischen den beteiligten fachlichen und technischen Rollen abgestimmt.
Bei neuen und wesentlich geänderten Templates wird der jeweils aktuelle Methoden- und Qualitätsrahmen zugrunde gelegt. Historische Bilanzen werden nicht rückwirkend umgeschrieben, sondern behalten ihre damalige Template-, Daten- und Faktorgrundlage.
Eine Änderung dieses allgemeinen Rahmens verändert bestehende Ergebnisse nicht automatisch. Entscheidend ist, ob die bisherige Berechnung für ihren Bilanzgegenstand und Verwendungszweck weiterhin repräsentativ ist.
Abschlusssatz: Nicht die Softwareoberfläche macht einen CO₂-Wert nachvollziehbar, sondern die dokumentierte Verbindung aus Methode, Daten, Rechenlogik und Version.
Software macht eine Bilanz berechenbar - offengelegte Regeln machen sie einordnungsfähig
ecozoom kann Daten strukturiert erfassen, Faktoren zuordnen, Berechnungen konsistent ausführen und Ergebnisse verständlich darstellen. Die Aussagekraft eines CO₂-Werts entsteht jedoch nicht allein durch die technische Berechnung.
Entscheidend ist, dass erkennbar bleibt, welches Rechenmodell verwendet wurde, welche Daten und Annahmen eingeflossen sind, wo die Bilanzgrenze verläuft, welcher Versionsstand gilt und ob das konkrete Ergebnis fachlich geprüft wurde.
Das natureOffice Zeichen, eine ID oder ein QR-Code ist deshalb keine Bestätigung, dass jede einzelne Eingabe verifiziert wurde. Diese Elemente führen zu den Informationen, die eine eigenständige Einordnung ermöglichen.
Nicht die Software macht einen CO₂-Wert nachvollziehbar.
Sondern die dokumentierte Verbindung aus Methode, Rechenmodell und konkreten Daten.
Weiterführende Links
- Zur Übersicht unserer Methodenrahmen ->
- Zum Methodenrahmen Product Carbon Footprint ->
- Zum Methodenrahmen Corporate Carbon Footprint ->
- Zum Dokumentationsrahmen für freiwillige Klimabeiträge ->
- Warum wir den informationsbasierten Weg gewählt haben ->
- Fragen zu unseren Methoden: info@natureoffice.com
Quellen
- GHG Protocol: A Corporate Accounting and Reporting Standard, Revised Edition
- GHG Protocol: Product Life Cycle Accounting and Reporting Standard
- GHG Protocol: Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting and Reporting Standard
- GHG Protocol: Technical Guidance for Calculating Scope 3 Emissions
- GHG Protocol: Scope 2 Guidance
- GHG Protocol: Calculation Tools and Guidance
- GHG Protocol: Calculation Tools FAQ
- GHG Protocol: Built on GHG Protocol Review Service - Policy Document
- ISO 14064-1:2018 - Greenhouse gases, Part 1
- ISO 14067:2018 - Greenhouse gases, Carbon footprint of products