Der Product Carbon Footprint (PCF) rückt zunehmend in den Fokus unternehmerischer Nachhaltigkeitsstrategien. Sie möchten wirtschaftlich erfolgreich sein und gleichzeitig umweltverantwortlich handeln? Dann brauchen Sie Klarheit darüber, wo Ihre Emissionen entstehen.
Wer nachhaltig wirtschaften will, muss messen können. Der PCF macht es möglich – entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Er zeigt Potenziale für weniger CO₂ und mehr Transparenz. Ein Vorteil fürs Klima. Und im globalen Wettbewerb. Denn Ressourceneffizienz entscheidet mit. Wie’s funktioniert? Die Grundlagen, Methoden und Lösungen liefert natureOffice.
Wozu nun die PCF-Berechnung?
Die Hotspots finden
Wo verstecken sich die größten CO2-Brocken? Spoiler: Oft nicht da, wo Sie denken. Eine Scope-3-Bilanz deckt auf, welche Ihrer Lieferanten, Prozesse oder Materialien die echten Klimakiller sind. Mit den richtigen Daten sehen Sie auf einen Blick: Hier lohnt sich der Hebel. Hier können Sie richtig was bewegen.
Über den Tellerrand schauen
Ihr Werkstor ist nicht das Ende der Welt. Ihre Emissionen auch nicht. Eine ordentliche Scope-3-Analyse zeigt Ihnen, wo in Ihrer Lieferkette die wirklichen Verbesserungen warten. Vielleicht beim Stahllieferanten in Polen. Oder beim Logistikpartner, der noch mit Diesel durch die Gegend fährt. Oft sind das genau die Stellschrauben, an denen auch Ihre Lieferanten gerne drehen würden. Sie müssen nur wissen, welche das sind.
Vertrauen schaffen
"Wir sind klimaneutral" klingt gut. Aber glaubt das noch jemand? Ihre Kunden werden kritischer, Investoren bohren tiefer nach. Mit einer fundierten Scope-3-Bilanz können Sie zeigen, dass Sie es ernst meinen. Sie wissen genau, wo Ihre Emissionen herkommen und können belegen, dass Ihre Klimaziele auf echten Zahlen basieren. Das schafft das Vertrauen, das heute den Unterschied macht.
Clever entwickeln
Ihre Entwicklungsabteilung hat gute Ideen. Aber welche sind auch gut fürs Klima? Eine Scope-3-Bilanz gibt Ihren Ingenieuren die Daten, die sie brauchen. Welches Material spart wirklich CO₂? Welcher Produktionsweg ist der klimafreundlichste? So entstehen Produkte, die nicht nur technisch überzeugen, sondern auch ökologisch Sinn ergeben.
Der Product Carbon Footprint: Das müssen Sie wissen
Der Product Carbon Footprint zeigt, wie viele Treibhausgasemissionen in CO₂-Äquivalenten (CO₂e) ein Produkt im gesamten Lebenszyklus verursacht – direkt oder indirekt. Von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung – alles wird berücksichtigt. Zur Bestimmung zählt die Berechnungsgrenze. Zwei Ansätze setzen den Rahmen:
Cradle-to-Gate: Eine Betrachtung von der Rohstoffgewinnung bis zum Werkstor. Ideal für produzierende Unternehmen mit nachgelagerten Verarbeitern.
Cradle-to-Grave: Eine Betrachtung „von der Wiege bis zur Bahre“ – oder der Wiederverwertung. Die Sicht ist umfassender und alle Umweltauswirkungen werden beachtet. Die Bandbreite an Optimierungspotenzialen wird größer, der Zeitraum für die Übernahme unternehmerischer Verantwortung länger und der Bedarf an Daten komplexer.
"Wir arbeiten mit natureOffice in den Bereichen CO₂ Fussabdruck und CO₂ Kompensation seit 2020 erfolgreich zusammen. Besonders die Motivation des natureOffice-Teams sich auf unsere Produktionsprozesse einzustellen hat uns überzeugt."
Tobias Dickmann | Product Manager Green Portfolio | Lhoist
PCF vs. CCF – das ist der Unterschied
Merkmal
PCF (Product Carbon Footprint)
CCF (Corporate Carbon Footprint)
Betrachtungseinheit
Einzelnes Produkt
Gesamtes Unternehmen
Fokus
Produktlebenszyklus
Unternehmensweite Aktivitäten
Zielsetzung
Produktoptimierung, Transparenz
Klimastrategie, CO₂-Reduktion
Datenbasis
Produktspezifisch
Standort-/Prozessbezogen
Systemgrenze
Cradle-to-Gate / Cradle-to-Grave
Scope 1, 2, 3
Anwendungsbereich
Produktentwicklung, Marketing
Nachhaltigkeitsbericht, Klimabilanz
Aussagekraft
Emissionen je Produkteinheit
Gesamtemissionen des Unternehmens
Vergleichbarkeit
Zwischen ähnlichen Produkten möglich
Zwischen Unternehmen begrenzt
Relevanz für Kunden
Hoch
Mittel
Normative Grundlage
ISO 14067, GHG Protocol Product Standard
ISO 14064, GHG Protocol Corporate Standard
So geht die Berechnung: Product Carbon Footprint ermitteln
Die Berechnung eines produktspezifischen CO2-Fußabdrucks erfolgt nach internationalen Standards - ISO 14067 und der GHG Protocol Product Standard gehören dazu. Wichtig ist ein strukturierter Ablauf:
1
Ziele und Systemgrenzen definieren
Was wollen Sie eigentlich wissen? Diese Frage klingt banal, ist aber entscheidend. Geht es um das komplette Produkt von der Wiege bis zur Bahre? Oder reicht Ihnen erstmal "Cradle-to-Gate" – also bis das Produkt Ihr Werkstor verlässt? Die Systemgrenzen bestimmen, wie aufwendig die ganze Sache wird. Fangen Sie lieber klein an und werden Sie später ambitionierter. Das ist ehrlicher, als sich gleich zu übernehmen.
2
Datenerhebung
Primärdaten sammeln bedeutet: Ihre eigenen Zahlen aus der Produktion. Energieverbrauch, Materialmengen, Transportwege. Diese Daten sind Gold wert, weil sie genau Ihr Unternehmen abbilden.
Sekundärdaten kommen aus Datenbanken wie ecoinvent. Die brauchen Sie für alles, was Sie nicht selbst messen können – zum Beispiel die CO2-Werte Ihrer Rohstoffe. Diese Datenbanken sind wie das Telefonbuch für Emissionsfaktoren.
Pro-Tipp: Fangen Sie mit dem an, was Sie haben. Perfektion kommt später.
3
Emissionen berechnen
Für jede Prozessstufe multiplizieren Sie Ihre Aktivitätsdaten mit den entsprechenden Emissionsfaktoren. Klingt kompliziert? Ist es auch ein bisschen. Aber keine Sorge: Es ist machbar. Das Ergebnis sind CO₂-Äquivalente (CO2e) – also alle Treibhausgase umgerechnet in CO₂. So können Sie Äpfel mit Äpfeln vergleichen.
4
Hotspot-Analyse
Hier wird's spannend: Welche Prozesse sind die echten Klimakiller? Oft sind es nicht die, die Sie vermuten würden. Manchmal liegt der größte Hebel beim Transport, manchmal bei einem unscheinbaren Rohstoff. Diese Analyse zeigt Ihnen, wo Sie anpacken müssen. Und wo Sie sich die Mühe sparen können.
5
Dokumentation & Kommunikation
Transparenz ist das A und O. Dokumentieren Sie Ihre Methodik, Ihre Annahmen und Ihre Datenquellen. Das schafft Vertrauen bei Kunden und Partnern. Und kommunizieren Sie die Ergebnisse so, dass sie verstanden werden. Niemand interessiert sich für Ihre Excel-Tabelle mit 47 Spalten. Aber alle wollen wissen: Was bedeutet das konkret?
Ihr Product Carbon Footprint. Ohne Excel-Drama.
Digitale Tools machen die CO₂-Bilanzierung einfacher – und für Unternehmen deutlich effizienter.
Seit vielen Jahren begleiten wir Unternehmen im Klimamanagement und in der Nachhaltigkeitsberatung. Unsere Erfahrung stammt aus der Praxis – aus Projekten, die Wirkung zeigen. Davon profitieren unsere Kundinnen und Kunden heute. Legen Sie die Erstellung und Optimierung Ihres PCF in erfahrene Hände. Egal, ob Produktion, Handel oder Dienstleistung – wir sind für Sie da. Von der Erfassung Ihres Bedarfs bis hin zu einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie. Und damit hören wir nicht auf: Auch beim Aufbau eines effizienten betrieblichen Klimamanagements stehen wir an Ihrer Seite.
So führen wir Sie in vier Schritten zum Product Carbon Footprint
1
Kontakt & Angebot
In einem persönlichen Gespräch definieren wir den Umfang Ihrer Treibhausgasbilanz und erstellen ein individuelles Angebot.
2
Start & Datenbeschaffung
Nach Annahme des Angebots führen wir ein Kick-Off-Meeting durch, erklären die CO₂-Bilanzierung, besprechen Ihre Ziele und Systemgrenzen, und leiten die Datenerhebung ein.
3
Datenanalyse & Auswertung
Wir sichten und analysieren wir alle gesammelten Daten, um mit der Berechnung Ihrer CO₂-Bilanz zu beginnen.
4
Abschluss & Dokumentation
Die Ergebnisse der CO₂-Berechnung präsentieren wir Ihnen in einem Abschlussmeeting. Anschließend erhalten Sie eine vollständige Dokumentation Ihrer Treibhausgasbilanz.
Der PCF fokussiert sich ausschließlich auf die klimarelevanten Emissionen eines Produkts (gemessen in CO₂e), während der CCF die Umweltauswirkungen der gesamten Tätigkeit eines Unternehmens bewertet.
Die Genauigkeit hängt stark von der Qualität der zugrunde liegenden Daten ab. Primärdaten aus der eigenen Produktion bieten eine hohe Genauigkeit. Sekundärdaten sind ideal zur Modellierung oder für Vorprodukte.
Grundsätzlich ja. Wichtig ist jedoch, dass genügend Daten zur Verfügung stehen und die Methodik den gängigen Standards entspricht. natureOffice bietet hier passende Tools und eine kompetente Beratung.
Derzeit gibt es keine Pflicht zur Erstellung. Im Rahmen von Lieferkettengesetzen, der EU-Taxonomie und der CSRD wird der Druck jedoch steigen, die CO₂-Bilanz von Produkten transparent zu machen.
Ein Product Carbon Footprint sollte regelmäßig überprüft werden, insbesondere bei Änderungen in Produktion, Lieferkette oder Energieeinsatz. Eine Überprüfung alle 1 bis 2 Jahre ist empfehlenswert.
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